Ein literarischer Paukenschlag zur Eröffnung

Den Auftakt bildet eine Veranstaltung, die in ihrer Dringlichkeit kaum aktueller sein könnte: Am 28. Juni liest Burgschauspielerin Birgit Minichmayr aus der politischen Fabel Zöglinge, geschrieben von der russischen Autorin Schenja Berkowitsch – im Gefängnis. Der durch internationale Hilfe herausgeschmuggelte Text wird im Rahmen des Festivals erstmals präsentiert. Ein eindrucksvolles Zeichen für die Kraft von Literatur und Kunst.

Neue Reihe: Festival-Ouvertüren

Erstmals im Programm sind die Festival-Ouvertüren – thematische Konzertabende, die große klassische Werke in neuem Licht zeigen. Unter dem Titel Luce lässt Stardirigent Giovanni Antonini gemeinsam mit dem Kammerorchester Basel und Mezzosopranistin Patricia Nolz Mozarts und Haydns Klangwelten in der Stadtpfarrkirche Villach leuchten (3. Juli). Am 4. Juli folgt Libertà, eine Hommage an Beethovens Freiheitsgedanken, interpretiert vom TrioVanBeethoven.

© Klara Leschanz

Große Namen, große Konzerte

Das Eröffnungskonzert am 5. Juli bringt Klanggewalt und Weltpremiere: Mit Klarinettistin Sharon Kam, Bariton Georg Nigl, dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien und Komponist HK Gruber, dessen neues Werk FINTango uraufgeführt wird.
Ein besonderer Fokus liegt 2025 auf Cellistin Julia Hagen, die als „Festival Artist“ gleich dreifach zu hören ist: im Duo mit Harfenistin Anneleen Lenaerts (6. Juli), im Trio mit Lukas Sternath und Maxim Tzekov (17. Juli) und gemeinsam mit Veronika Eberle und dem RSO Wien unter Yi-Chen Lin (8. Juli).

© Jon Super

Ein Festival im Festival: Drumherumhören

Vom 26. Juli bis 2. August steht das Festival ganz im Zeichen Dmitri Schostakowitschs. Das Eliot Quartett spielt alle 15 Streichquartette des russischen Komponisten – begleitet von einem vielfältigen Rahmenprogramm. Ein eigener Festivalpass macht dieses intensive Erlebnis zugänglich.
Programm & Festivalpass

Glanzvolle Alte Musik: Marienvesper

Auch Alte Musik kommt nicht zu kurz: Am 11. Juli erklingt Monteverdis monumentale Marienvesper in der Stadtpfarrkirche Villach – mit der Company of Music, Chorus sine nomine und Concerto Stella Matutina unter Johannes Hiemetsberger.

Groovige Beats: Balkan Paradise Orchestra

Mitreißend anders wird es am 18. Juli, wenn das Balkan Paradise Orchestra aus Barcelona mit Brass.Groove.Fun. das Congress Center Villach zum Beben bringt.

© Xevi Abril

Stars am Klavier: Buchbinder & Montero

Er ist eine lebende Legende – und seit Jahren eng mit dem Carinthischen Sommer verbunden: Rudolf Buchbinder kehrt am 19. Juli nach Villach zurück. Nur wenige Tage später, am 25. Juli, sorgt die venezolanische Starpianistin Gabriela Montero für ein musikalisches Experiment der besonderen Art: Sie improvisiert live über Kärntner Volkslieder, gesungen vom Kärntner Landesjugendchor. Ein Dialog zwischen Tradition und Spontaneität.

© Marco Borggreve

Kulturgenuss im Süden Österreichs

Ob zeitgenössisch oder klassisch, still oder spektakulär – der Carinthische Sommer 2025 zeigt, wie facettenreich Kultur sein kann. Und das eingebettet in die atemberaubende Naturkulisse Kärntens. Wer Musik nicht nur hören, sondern erleben will, sollte sich dieses Festival nicht entgehen lassen.