Anstatt zu schweigen: „Reden wir übers Geld“
Die neue Themenoffensive der Kleinen Zeitung widmet sich dem, worüber viele sehr oft nachdenken, aber selten sprechen: Geld. Es entscheidet über Freiheit, Sicherheit sowie die eigene Zukunft und dennoch ist es in vielen Haushalten ein Tabuthema. Genau hier setzt diese Initiative an. Wie viel darf ich ausgeben? Kann ich mir das leisten? Was, wenn etwas Unvorgesehenes passiert? Auf diese Fragen sollen in dem mehrteiligen Special über die kommenden Wochen praxisnahe Antworten aufgezeigt werden.
Der gesamte Business Talk zum Nachsehen:
„Finanzielle Gesundheit beginnt mit Ehrlichkeit zu sich selbst“, sagte Ferdinand Bucher, Landesdirektor der Wiener Städtischen, beim Business Talk zum Kampagnenauftakt in Klagenfurt. Gemeinsam mit Vertreter:innen aus Bankwesen, Schuldnerberatung, Versicherungen, Wohnbau und Sozialarbeit wurde diskutiert, wie man Menschen helfen kann, den Überblick über ihre Finanzen zu behalten und wie wichtig es ist, schon sehr früh damit zu beginnen.
Finanzielle Gesundheit beginnt mit einem ehrlichen Blick in den Spiegel. Wer bereit ist, zu hinterfragen, kann alte Muster durchbrechen. Zudem braucht es den Mut, auch einmal Nein zu sagen.
— Ferdinand Bucher, Wiener Städtische
Dass finanzielle Bildung dabei nicht erst im Erwachsenenalter beginnen sollte, sondern idealerweise schon in der Kindheit, wurde mehrfach betont. Ein Aspekt, den Mario Drussnitzer von der Kärntner Schuldnerberatung besonders hervorhob: Über Geld werde in Familien kaum noch gesprochen, der Wissenstransfer verschiebe sich zunehmend in den schulischen Raum – was mehr Verantwortung für alle Beteiligten bedeute.
Es ist nie zu spät, sich mit Geld zu beschäftigen, aber je früher wir damit anfangen, desto mehr können wir bewegen. Das Interesse bei den Kindern ist vorhanden, der Zugang muss altersgerecht sein.
— Mario Drussnitzer, Schuldnerberatung Kärnten
„Je früher man sich mit dem Thema vertraut macht, desto größer ist die Chance, später selbstbestimmt zu handeln“, ist auch Hans Schönegger von der Privatstiftung Kärntner Sparkasse überzeugt. Das allein reiche aber nicht – auch Erwachsene bräuchten regelmäßige Orientierung. In Kärnten wird deshalb massiv in Projekte investiert, die Finanzwissen alltagsnah vermitteln.
Finanzbildung ist eine gemeinsame Aufgabe – Schule allein kann das nicht leisten. Frühe Bildung bedeutet Sicherheit für ein ganzes Leben. Darum investieren wir gezielt in Bildungsprojekte.
— Hans Schönegger, Privatstiftung Kärntner Sparkasse
Elisabeth Niederer, Geschäftsführerin von Jugend am Werk Kärnten, betonte, dass viele junge Menschen Geld als permanentes Problem erleben, weil es nicht vorhanden ist. Umso wichtiger sei es, ihnen einfache Strukturen und positive Vorbilder zu bieten – und finanzielle Bildung als Teil eines „schönen Lebens“ zu sehen.
Für viele junge Menschen ist Geld kein Werkzeug, sondern eine Belastung – weil es schlichtweg fehlt. Finanzielle Bildung muss daher früh ansetzen, leicht zugänglich sein und auch die Eltern einbeziehen.
— Elisabeth Niederer, Jugend am Werk Kärnten
Ein bewusster Umgang mit dem eigenen Budget sei der Schlüssel zur finanziellen Eigenverantwortung, betonte Manfred Wilhelmer, Vorstandssprecher der Raiffeisen Landesbank Kärnten. Nicht das Einkommen sei in vielen Fällen das Problem, sondern der fehlende Überblick über laufende Ausgaben. Einfache Regeln, Beratung und gezielte Maßnahmen können helfen. Dass an finanzielle Stabilität in unsicheren Lebenslagen gedacht werden muss, unterstrich Rainer Greilberger, Vertriebsleiter der UNIQA. Gerade weil sich nicht alles im Leben planen lässt, seien Vorsorge und die Auseinandersetzung mit gesundheitlichen Risiken tragende Säulen eines sicheren Finanzlebens.
Oft scheitert es nicht am Einkommen, sondern daran, nicht genau zu wissen, wohin das Geld fließt. Wer seine Ausgaben kennt, kann gezielt sparen, ohne auf die eigene Lebensqualität zu verzichten.
— Manfred Wilhelmer, Raiffeisen Landesbank Kärnten
Christian Piber, Geschäftsführer Kärntner Siedlungswerk, unterstrich, wie eng Wohnen und finanzielle Stabilität zusammenhängen. „Wer früh spart, schafft sich eine solide Basis – auch wenn Eigentum immer schwerer leistbar wird.“ Modelle wie Mietkauf seien daher wichtige Alternativen. Denn letztlich geht es bei finanzieller Gesundheit nicht nur um Kontostände oder Verträge, sondern um Lebensqualität. Wer seine Ausgaben versteht, wer Prioritäten setzt, auch einmal bewusst „Nein“ sagt und wer sich informiert, kann Entscheidungen bewusster treffen und Krisen besser bewältigen. Genau das will diese Serie leisten: Wissen vermitteln, Perspektiven eröffnen und konkrete Werkzeuge an die Hand geben, vom ersten Taschengeld bis zur langfristigen Vorsorge.
Wohnen ist der größte finanzielle Baustein im Leben. Wer frühzeitig plant und spart, schafft sich Perspektiven. Es braucht faire Modelle und gute Beratung, um leistbaren Wohnraum zu sichern.
— Christian Piber, Kärntner Siedlungswerk
In den kommenden Wochen nimmt die Kleine Zeitung ihre Leser:innen Schritt für Schritt mit auf eine Reise durch die Welt der Finanzen – verständlich aufbereitet, lebensnah erzählt und mit dem klaren Ziel, Mut zu machen: zum Nachfragen, zum Umdenken, zum Anfangen. Denn wer sich früh mit Geld beschäftigt, schafft sich nicht nur ein finanzielles Polster, sondern vor allem eines: Sicherheit und Freiheit für die Zukunft.
Vorsorge treffen heißt für mich auch, finanziell unabhängig zu sein. Wer ein klares Bild von seinem Leben hat, trifft bewusstere Entscheidungen und sorgt besser für das Unerwartete vor.
— Rainer Greilberger, UNIQA
Im nächsten Teil von „Finanzfit“ geht es um das effiziente Sparen von Geld im Alltag.

Diese Serie erscheint als Medienkooperation der Kleinen Zeitung und wird von den teilnehmenden Unternehmen finanziell unterstützt.


























