Samen sind Schatz der GärtnerWas man wissen muss, damit es im Frühjahr sprießt

Zier- und Nutzpflanzensamen aus dem eigenen Archiv sind ein wahrer Schatz. Sorgfältiger Umgang garantiert erntereiche Gartenjahre.

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Die Kapuzinerkresse lässt sich ganz leicht aus Samen ziehen © imago images/Panthermedia (Mykola via www.imago-images.de)
 

Einem Gartler wird nie langweilig - auch im Winter nicht, denn entgegen der landläufigen Meinung ruht die Gartenarbeit nie. Außerdem wollen die sorgsam gestapelten Gartenbücher abgearbeitet und die Zeitschriften endlich mit Muße studiert werden.

Die kalte Jahreszeit ist zudem der beste Zeitpunkt für die Gartenplanung. In aller Ruhe werden Blumenbeete und Bäume geschickt platziert, mit Hecken attraktive Grenzen geschaffen und raffinierte Gestaltungstricks angewendet.

Und dann ist da noch die Schatzkiste von Hobbygärtnerin und Hobbygärtner mit den im eigenen Garten gesammelten, sorgfältig sortierten und aufbewahrten Samen von Zier- und Nutzpflanzen. In jedem kleinen Körnchen ist das gesamte Erbgut eines Gewächses enthalten.

Saatbänder selbst gemacht

Man kann sie fertig kaufen, aber es ist keine Hexerei, Samenbänder selbst herzustellen. Ungebleichtes Küchenpapier in beliebiger Länge in drei Zentimeter breite Streifen schneiden, einen Tropfen angerührte Speisestärke als Klebemittel im Pflanzabstand im oberen Drittel des Streifens aufbringen und den Samen leicht andrücken. Das Saatband der Länge nach zusammenfalten, trocknen lassen, danach aufrollen und das Beschriften nicht vergessen.

Dass Saatgut nur von den schönsten und am kräftigsten gewachsenen Pflanzen stammen soll und absolut trocken, dunkel und kühl gelagert werden muss, versteht sich von selbst; und wie bei Aschenputtel kommen bei der Auslese nur die Guten in das Sackerl. Noch eine Voraussetzung ist wichtig: Bloß samenfeste Sorten eignen sich für die erfolgreiche Weiterzucht, Hybridzüchtungen taugen dafür nicht.

Bei Samenkugeln wird auch der Zufall zum Gärtner Foto © Heike Rau/stock.adobe.com

Samen stellen die Grundlage allen Lebens dar – so klein und so widerstandsfähig, ein wahres Wunderwerk der Natur. Sie können Hitzeperioden ebenso überstehen wie Kältezeiten, sie wandern durch den Magen von Tieren, sie nutzen eigene Fallschirme zum Fliegen und überbrücken schwimmend lange Strecken, doch wenn alles passt, sind sie keimbereit.

Apropos, bei jedem Samenschatz ist eine Keimprobe ratsam, denn mit der Dauer der Lagerung nimmt die Keimkraft ab. Karottensamen etwa bringen nur zwei bis drei Jahre den erwünschten Erfolg, Bohnen und Erbsen schaffen ein halbes Jahrzehnt. Für die Keimprobe legt man zwei Dutzend Samen auf feuchtes Küchenpapier, deckt sie mit Folie ab und stellt sie an einen warmen Platz. Für eine erfolgreiche Aussaat sollte mindestens die Hälfte der Samen keimen.

Was sind Samenbomben

Samenbomben sind Kugeln, die aus Erde, Wasser und Samen geformt werden. Sie kamen in den 1970er-Jahren das erste Mal in New York zum Einsatz, als sogenannte Guerilla-Gärtner begannen, brach liegende Flächen der Stadt zu begrünen.

Ein bisserl Buchhaltung kann einem guten Samenarchiv ebenfalls nicht schaden. Auf jedem Samensäckchen werden Pflanzenart, Sorte und Erntejahr verzeichnet. Wer mag, führt zudem detaillierte Aufzeichnungen mit Angaben über die Herkunft der Samen, wo man sie gesammelt oder von wem man sie geschenkt bekommen hat, welche Vor- und Nachteile sie beim Wachstum zeigten.

Mit dem Überschuss des privaten Saatgutes kann man im Familien- und Freundeskreis die Vielfalt keimen lassen. Oder man spendiert die passenden Samen für die Herstellung von grünen Bomben, mit denen Städterin und Städter es auf Brachflächen ordentlich sprießen lassen.

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