Veilchen – genauer Viola odorata, das wohlriechende Veilchen – sind jetzt die kleinen Stars in Gärten, Parks und der Natur. Sie verströmen nicht nur einen herrlichen Duft, sondern entfalten auch ein zauberhaftes Farbenspiel – nicht nur in zartem Blau, sondern auch in sonnigem Gelb, mit weißem Glanz, in feurigem Rot und auch mit prachtvoll gefüllten Blüten. Manche Sorten tragen märchenhafte Namen, etwa „Baronne Alice de Rothschild“ in tiefem Purpurviolett, „Coeur d’Alsace“ mit seiner rosigen Eleganz, „Mme Armandine Pages“ in sanftem Weiß-Rosa oder das goldene Veilchen „Sulphurea“.

Alle Duftveilchen haben eines gemeinsam: Sie lieben einen Standort mit lehmigem Boden, der allerdings in der obersten Erdschicht sehr humos ist – zum Beispiel durch Blätter, die verrotten. Daher wachsen Veilchen am liebsten unter Sträuchern, zum Beispiel gemeinsam mit den Leberblümchen. Und noch einen Wunsch haben sie: keine zu hohen Temperaturen. Wird es wärmer als 10 bis 15 Grad, hören sie ziemlich rasch mit dem Blühen auf.

Das Veilchen „Donau“: Österreichische Sorte mit intensivem Duft

Sagt den Pflanzen der Standort zu, dann vermehren sie sich rasch – einerseits durch Ausläufer, andererseits durch Samen, die von Ameisen verschleppt werden. Denn am Samenkorn befindet sich immer ein kleines „Zuckerpaket“, das ein Leckerbissen für die kleinen Krabbeltiere ist. Diese sogenannte generative Vermehrung (also durch Samen) hat einen besonderen Reiz, denn plötzlich entstehen völlig neue Blütenformen und -farben.

Das Sammeln in der Natur ist nicht lohnenswert – und auch verboten –, denn über die Jahrhunderte wurden von den Gärtnern Sorten ausgewählt, die besonders große Blüten und intensiven Duft bilden. Eine davon ist das Veilchen „Donau“, das aus Österreich stammt und seit etwa 1930 gezogen wird – es ist eine der Sorten, die am frühesten blüht, verströmt intensiven Duft und hat dazu noch lange Blütenstiele, die zum Pflücken einladen.

Parmaveilchen: Duftklassiker mit spannender Geschichte aus Frankreich

Der absolute Duftstar ist das Parmaveilchen. Es galt im 18. und 19. Jahrhundert in Frankreich als besonders begehrt, viele Gärtnereien rund um Toulouse spezialisierten sich auf die Zucht. Ein Virus vernichtete jedoch die Bestände. Heute werden virusfreie Pflanzen aus gesunden Zellen gezogen. Die Kultivierung ist aufwändig, aber das Parmaveilchen lohnt sich – es sollte geschützt gepflanzt und im Winter unbedingt vor Frost bewahrt werden.

Veilchen sind übrigens die Pflanzen der „jungen Liebe“ – der Duft ist allerdings so zart, dass man oft an der Nase herumgeführt wird, ehe man die Veilchen findet. Seit jeher begeistern übrigens Veilchen. Goethe schwärmte von ihnen, Kaiserin Elisabeth liebte die kandierten Veilchen und heute gibt es wieder viele Gartenliebhaber, die diese kleinen Pflanzen schätzen. Ob Poet oder bloß Spaziergänger: Mit dem Blühen der Veilchen hat der Frühling endgültig seinen Einzug gehalten.