Beschäftigung, Güterproduktion, Bau, Tourismus, Konsum: Noch im Sommer standen die regionalen Konjunkturindikatoren im Plus. Jetzt ist Schluss mit Sonnenschein.

Die Bauwirtschaft verliert an Fahrt durch Kostensteigerungen im Zuge des Ukraine-Kriegs, so sinkt auch das Beschäftigungswachstum im Bauwesen. Noch im Frühling wuchs die Warenproduktion in Kärnten um 25 Prozent, doch auch sie trifft auf einen enormen (Energie-)Preisanstieg.

Auf dem Kärntner Arbeitsmarkt ist eine, wie es im Wirtschaftsdeutsch heißt, "Abschwächung der Wachstumsdynamik" zu erkennen, berichtet das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo in seiner Konjunkturübersicht.

Die Unternehmer-Umfrage der Kärntner Wirtschaftskammer, die anlässlich der alljährlichen Konjunktur- und Investitionskonferenz erstellt wurde, zeigt ein ähnliches, trübes Bild.

Die Investitionsbereitschaft der Kärntner Unternehmer ist demnach rückläufig. Der Ausblick in das Wirtschaftsjahr 2023 ist verhalten. Energie- und Rohstoffpreise sowie der Arbeitskräftemangel machen den Unternehmern die größten Sorgen. 60 Prozent von ihnen sind laut eigener Auskunft von der Energiekrise stark oder sogar sehr stark betroffen. Sie erwarten, dass die Nachfrage sinkt, sie erwarten Einbußen, sie rationalisieren noch stärker. "68 Prozent der Kärntner Unternehmer rechnen sich in den nächsten zwölf Monaten eine Verschlechterung aus", sagt Herwig Draxler, Chef der wirtschaftspolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer.

"Nicht die Flinte ins Korn"

Kammerpräsident Jürgen Mandl, sonst eher Optimist, kommt nicht umhin zu sagen: "Die Konjunktur zeigt Risse." Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) fordert einmal mehr "eine Entkoppelung von Strom- und Gaspreis innerhalb der EU".

Für das heurige Jahr ist ein Wirtschaftswachstum von 4,8 Prozent errechnet. 2023 soll es nur noch null bis 0,2 Prozent betragen. "Das ist jedoch kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen", sagt Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP).