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300 Millionen HaftungsrahmenPauschalreisen: Versicherer stellten Angebot ein, Staat muss einspringen

Regierung will Reisebüros vor dem Ruin bewahren und sichert Kundengelder bis zu 300 Millionen Euro ab. Steuersenkung für Speisen und Getränke bis 31. Dezember 2021.

Tui sagt Pauschalreisen nach Spanien ab
© APA/dpa/Peter Steffen
 

Die Reisebranche mit ihren 2666 Betriebe gehört zu den Hauptbetroffenen der Coronakrise. Rund 800 Reisebüros treten auch als Reiseveranstalter bzw. Vermittler von verbundenen Reiseleistungen auf. Sie haben die Kundengelder gemäß der Pauschalreiseverordnung für den Fall einer Insolvenz abzusichern. Doch aufgrund der Coronakrise haben mittlerweile alle Versicherer ihr Angebot für Pauschalreiseversicherungen in Österreich eingestellt. "Unseren Reisebüros steht das Wasser bis zum Hals", warnt Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. 

Kommentare (6)
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CuiBono
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Das alte Spiel neu verpackt

Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren!

Hat es nicht bei den Wirtschaftsjüngern immer geheißen, der Markt richtet alles?!

Jetzt haben die Versicherer jahrelang mit dem Reisebranchegeschäft Gewinne eingefahren und kaum wird es brenzlig werden die Angebote eingestellt und der Staat springt ein wegen "Marktversagen".

In diesem Fall sind (so wie immer wenn es ums Zahlen geht) der Staat WIR, genauer all jene unselbständig tätigen oder pensionierte Steuerzahler, die sich nicht wehren können, weil sie erstens nicht gefragt werden und zweitens alles ohne steuerschonende Möglichkeiten automatisch abgezogen bekommen.

Kann es sein, dass der Bundesbasti und seine "Abzockertruppe" noch immer hohe Umfragewerte haben oder passt sich die Wählersicht vielleicht doch schön langsam der Realität an?
Ich will es hoffen.

BTW - wieviel hat eigentlich die Versicherungsbranche in den letzten fünf Jahren ESt-Leistung erbracht?
Gibt es da Zahlen dazu?

stadtkater
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Das ist kein Marktversagen, sondern:

Wenn die Ausfallwahrscheinlichkeit fast 100 % ist, müsste die faire Versicherungsprämie fast 100 % sein und das ist unleistbar und das hat nichts mit einem Marktversagen zu tun.

petera
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Vor Corona waren die Türkisschwarzen

(neben den Neos) die härtesten Verfechter von weniger Staat und mehr privat.

Nun, da es um ihre Sponsoren geht, soll "der Staat" alles richten.

Ich befürchte nach Corona wird ordentlich gespart werden - natürlich bei den 95% der Bevölkerung, die nicht zu den Sponsoren gehören.

pregwerner
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So wird der Staat reich!

Der Staat geht den einzig richtigen Weg:

Geld geben, wem man nur Geld geben kann. Damit den Schuldenstand im negativen Sinne (also durch weitere Schulden) verdreifachen und schon steht der Staat mit einen riesen Vermögen da!

Beispiel:
Sagen wir, wir haben die Ausgangslage von - 300 Milliarden als Schuldenstand. den verdreifachen wir im Negativen (weitere Schulden) also * (-3) und erhalten als Ergebniss: ein plus von 900 Milliarden! WOW!

Gleich mit Rechner ausprobieren: -300 * (-3) = + 900!!!

😂🤣😂😁

lapinkultaIII
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Der Markt versagt, der Staat springt ein?

Das kann´s doch nicht sein! Warum nicht die gleiche Lösung wie bei der Kfz- Haftpflicht?

Dort werden jene Kunden, die keine Versicherung haben will, von Gesetzes wegen (oder ist es der Versicherungsverband?) einer Versicherung zugewiesen. Schön gleichmäßig verteilt. Die gleiche Regelung könnte ja auch hier greifen. Denn nur Gewinne einstreifen und Dividenden ausschütten darf nicht vom Staat gefördert werden.

Oder die andere Lösung: Keine Zahlung im Voraus, Kunde kann auch eine Garantie vorlegen.

franki20
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Es gibt am Markt aber keine Versicherung mehr...

die eine solche Absicherung anbietet. Wenn der Staat hier nicht einspringt dann gibt es ab 1.1. keine Österreichischen Reiseveranstalter mehr, da ohne Absicherung keine Reisen verkauft werden dürfen.