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Plus 8 ProzentCorona treibt Pfusch an: Schwarzarbeit hat jetzt Hochkonjunktur

Zwei Drittel der Pfuscher haben einen Job in der offiziellen Wirtschaft und sind nebenbei tätig.

Schwarzarbeit boomt © DDRockstar - stock.adobe.com
 

Laut einer Studie des Linzer Ökonomen Friedrich Schneider wird die Schattenwirtschaft heuer um fast acht Prozent auf 24,69 Milliarden Euro steigen. Das ist der höchste Wert seit 20 Jahren, berichtet der "Kurier". Unterm Strich mache die Schwarzarbeit nun 6,4 Prozent der gesamten Wertschöpfung in Österreich aus.

"Gelegenheit genutzt, Geld dazuzuverdienen"

Wobei während des ersten Lockdowns minimal gepfuscht wurde. Danach hätten viele Arbeitslose, Kurzarbeiter und auch Selbstständige sogleich die Gelegenheit genutzt, um Geld dazuzuverdienen. "Der Pfusch ist eine wesentliche Hilfe zur Bewältigung der Rezession infolge der Pandemie. Er dämpft konjunkturelle Dellen, ohne Pfusch würde es uns schlechter gehen. (...) Ohne Pfusch würde es jedes zweite Einfamilienhaus oder jede zweite Eigentumswohnung nicht geben", so Schneider zum "Kurier". Zwei Drittel der Pfuscher hätten einen Job in der offiziellen Wirtschaft und seien nebenbei tätig.

Schwarzarbeit schädigt vor allem den Staat und die Sozialversicherungen. Ihnen entgehen Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von bis zu 3,5 Milliarden Euro.

Fast zwei Drittel der Österreicher würden Arbeiten im Pfusch erledigen lassen, 29 Prozent pfuschten selbst. Das ergebe sich aus einer von Schneider beauftragen österreichweiten Befragung von rund 1000 Personen.

Kommentare (7)
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Hako2020
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Was

würden die Bauhäuser ohne die Pfuscher machen?Pleite!

go
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Als Unternehmer selbst betroffen

Als Unternehmer im
Baugewerbe (der davon lebt den Pfusch wieder in Ordnung zu bringen weil der Kunde Geld sparen wollte) erlebe ich tagtäglich das der Pfusch nur vermeintlich günstiger ist und Privatkunden oftmals nur die UST sparen gegenüber einen Professionisten . Und dabei immer vergessen das die Frage der Gewährleistung relativ ist :)

Miraculix11
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Als Konsument selbst betroffen

Ich erlebe wie viel die Firmen pfuschen. Nicht steuerlich, sondern in der Qualität. Einen guten Handwerker zu finden ist ein Glücksfall und die Handwerker die die Firmen schicken sind oft unbrauchbar schlecht. Da liegt das Problem. Firmen sind teuer, aber wenn deren Fachleute sehr gute Arbeit leisten zahlt man das gerne. Aber schlechte Arbeit + teuer treibt die Leute zu Pfuschern.

Franz 99
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Bin

Da ganz bei Ihnen.

Higue78
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Firmeneigene Pfuscher

Ein Problem ist auch, dass man für kleinere Baustellen keine Firma findet. Die Grossbaustellen gehen vor, kleine Aufträge lohnen sich nicht und werden extrem teuer kalkuliert. So wird man als Kunde oft bewusst von den Firmen an die meist eigenen Mitarbeiter im Pfusch bugsiert.

ichbindermeinung
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das sogenannte schwarze Geld wurde eh schon besteuert u. dient dem Konsum

das sogenannte schwarze Geld wurde eh schon voll besteuert bzw. wird dem erhaltenen "schwarzen Geld" wiederum was besteuertes gekauft...

Pinco
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Hintergründe

Ein Bauarbeiter erhält € 13,- brutto, bestenfalls € 10,- netto, die Baufirma verrechnet, bedingt durch die Unzahl an Abgaben € 45,- + MwSt, aufgerundet € 55,-
Ein Angestellter mit € 1.500,- netto bei 170 Std/Monat liegt bei gerundet € 9,-/Std netto.
Wie soll sich ein Norm-Sterblicher ein Eigenheim leisten können oder eine Reparatur in einer Werkstatt, die > € 100,- netto verlangen?
Gesellschaftlich und rechtlich wäre eine realistische Toleranz erforderlich, weil ohne "Nachbarschaftshilfe" kämen viele nicht über die Runden, während andere Zuschüsse für ihre Wohnung von € 2.500,- bezogen haben.