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KonjunkturprognoseWachstum: Kärnten spielt im Mittelfeld

Raiffeisen-Chefanalyst Peter Brezinschek prognostiziert für 2021 ein Wachstum von 3,6 Prozent. Das niedrige Zinsniveau bleibt auch in den nächsten Jahren.

Von links: Raiffeisen Chefanalyst Peter Brezinschek, Unternehmer Christina Fromme-Knoch (Wietersdorfer) und Walter Jarz (McDonald's), Raiffeisenvorstand Peter Gauper © Raiffeisen Landesbank Kärnten
 

"Kärnten befindet sich im österreichischen Mittelfeld, wenn es um die  durch Corona bedingte Rezession des regionalen BIP-Wachstums geht", sagt Raiffeisen-Chefanalyst Peter Brezinschek. Durch die Corona-Krise sei es österreichweit zu einem Einbruch des BIP-Wachstums um 7,2 Prozent gekommen. Kärnten hat diesen Wert leicht überschritten. Für 2021 ist mit einem Wachstum von 3,6 Prozent zu rechnen, das ist sogar über dem österreichweit erwarteten Zuwachs von 3,5 Prozent. Durch den Lockdown kam es vor allem im Dienstleistungssektor, dazu zählen unter anderem Freizeit, Kultur, Sport, Haushalt zu einem großen Wertschöpfungsverlust. In der Baubranche rechnet man für 2020 mit einem Rückgang des Produktionswertes von zwei Prozent, für 2021 aber mit einem Anstieg von drei Prozent, so  Brezinschek.

Beim virtuellen Konjunktur-Frühstück der Raiffeisenlandesbank am Donnerstag betonte Brezinschek die "nie dagewesene Dominanz der politischen Institutionen im Wirtschaftsleben". Die vier wichtigsten Spieler seien die Amerikanische Notenbank, die Europäische Zentralbank, das Weiße Haus sowie die Europäische Kommission, die durch Corona das erste Mal am Anleihenmarkt aktiv wurde. "Der wirtschaftliche Aufschwung war im 3. Quartal stärker als erwartet, wir rechnen aber mit einem schwachen Wirtschaftswachstum im 4. Quartal und auch im ersten Halbjahr 2021 geht es bescheiden weiter." Verbesserungen werden auch vom medizinischen Fortschritt und von Impfungen abhängen.

Beim Vergleich mit Deutschland stellt Brezinschek fest, dass unser Nachbarland sich aufgrund der großen Industrie und des kleineren Dienstleistungssektors schneller erholen kann. Die osteuropäischen Staaten sind von der Corona-Krise wirtschaftlich mehr betroffen als sie es von der Finanzkrise 2008 waren. Insbesondere Kroatien habe es durch das Ausbleiben der Touristen und den hohen Dienstleistungsanteil stark getroffen.

"Wir sind optimistisch, dass im nächsten Jahr wieder ein Wirtschaftswachstum möglich sein wird, auch wenn es in anderer Höhe als bisher sichtbar werden wird."

Raiffeisen-Vorstandssprecher Peter Gaupe

"Mit 600 Überbrückungsfinanzierungen und 700 Stundungen haben wir versucht so unbürokratisch und rasch wie möglich im Sinne der Unternehmen zu helfen", so Gauper.

Zinsentwicklung

Die Leitzinsen bleiben in den nächsten Jahren unverändert, es wird keine Zinserhöhung bis 2024 geben.

 

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