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Konjunktur in ÖsterreichKeine Euphorie, aber "ruhiges und stabiles Wachstumstempo"

Ökonomen der Bank Austria: Konjunkturindikator im Juli mit 1,6 Punkten gegenüber Vormonat unverändert. Stimmung der Exporteure im Keller, am Bau wieder heller.

Im bausektor zeigen die Pfeile nach oben
Im bausektor zeigen die Pfeile nach oben © (c) pict rider - Fotolia
 

Die Konjunkturstimmung in Österreich war auch im Juli alles andere als euphorisch - "ein ruhiges und stabiles Wachstumstempo" nennen das die Ökonomen der UniCredit Bank Austria. Der von ihnen ermittelte Konjunkturindikator blieb gegenüber dem Vormonat unverändert bei 1,6 Punkten, dem niedrigsten Wert seit März 2016. Die Wachstumsprognose bleibt mit 1,4 Prozent für 2019 und 1,3 Prozent 2020 gleich.

"Nach dem kräftigen Aufschwung seit Mitte 2016 mit Wachstumsraten von zum Teil um die 3-Prozent-Marke scheint sich der laufende Konjunkturzyklus jedoch seinem Ende zu nähern", sagt der Chefökonom der UniCredit Bank Austria, Stefan Bruckbauer.

Exportstimmung auf niedrigstem Wert seit 2009 

Die Entwicklung sei weiterhin von einer spürbaren Verschlechterung des globalen Wirtschaftsumfelds gekennzeichnet und könne kaum durch die derzeit noch anhaltende starke Inlandsnachfrage kompensiert werden, heißt es in der Analyse. Der von der Bank Austria ermittelte Exportstimmungsindikator ist im Juli auf den niedrigsten Wert seit 2009 gesunken. Die Stimmung der österreichischen Industrie sei im internationalen Vergleich deutlich zuversichtlicher, denn die kräftige Binnenkonjunktur halte die Auftragsrückgänge in Grenzen. Am Bau habe sich die Stimmung im Juli sogar wieder verbessert und bewege sich weiter nahe den Rekordständen vom Herbst 2018.

"Die Inlandsnachfrage wird in den kommenden Monaten erneut die treibende Kraft sein, aber das Wirtschaftswachstum wird aufgrund der fehlenden Unterstützung durch den Außenhandel in der zweiten Jahreshälfte die Marke von 1,5 Prozent in Österreich nicht mehr überspringen", sagte Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl. "Wir erwarten im Gesamtjahr 2019 weiterhin einen Anstieg des BIP um 1,4 Prozent." Für 2020 seien derzeit kaum Wachstumsimpulse erkennbar. Der globale Handel werde unter den Handelskonflikten und politischen Spannung leiden, dazu komme eine spürbare Abschwächung der US-Konjunktur und sogar das Risiko einer Rezession.

"Keine weitere Verbesserung am Arbeitsmarkt"

Am Arbeitsmarkt erwarten die Volkswirte der Bank Austria keine weitere Verbesserung. "Nach 7,7 Prozent im Vorjahr gehen wir für das Gesamtjahr 2019 von einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent aus", sagte Pudschedl laut Mitteilung. Auch 2020 werde die Arbeitslosenquote durchschnittlich 7,4 Prozent betragen,

Die Inflation dürfte in den kommenden Monaten durch den niedrigen Ölpreis spürbar gedämpft werden. Gleichzeitig wird der nachfrageseitige Druck auf die Preise etwas zunehmen. "Diese beiden Effekte werden sich weitgehend ausgleichen. Die Inflation wird in der zweiten Jahreshälfte 2019 weiter sehr moderat ausfallen und im Jahresdurchschnitt voraussichtlich höchsten bei 1,7 Prozent liegen", meint Bruckbauer.

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