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Neue Erhebung der WKOIn Österreich fehlen 162.000 Fachkräfte

Laut einer neuesten Erhebung unter den heimischen Unternehmen ist der Fachkräftebedarf weit höher als vermutet: Österreichweit werden 162.000 Fachkräfte gesucht.

WKÖ-Präsident Harald Mahrer
WKÖ-Präsident Harald Mahrer © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat bei den heimischen Unternehmen den Bedarf an Fachkräften erheben lassen: Demnach werden österreichweit 162.000 Fachkräfte gesucht, weit mehr als bisher angenommen. WKÖ-Präsident Harald Mahrer fordert nun rasch ein Gesamtpaket gegen den immer größer werdenden Fachkräftemangel. Weiters soll ermittelt werden, welche Berufsbilder regional gesucht werden.

Das ibw (Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft) hat im Auftrag der WKÖ Betriebe befragt und rund 4.500 Antworten ausgewertet. Die Hochrechnung der Ergebnisse ergibt, dass österreichweit rund 162.000 Fachkräfte gesucht werden. Durch die Betriebsbefragung ergeben sich laut WKÖ genauere Zahlen, da viele Unternehmen ihren Bedarf gar nicht mehr dem AMS melden.

162.000 Fachkräfte fehlen

Demnach ist der Fachkräftemangel bereits für 87 Prozent der Betriebe spürbar, 75 Prozent der Betriebe leiden bereits unter starkem Fachkräftemangel. Zum Vergleich: 2017 fühlten sich "erst" zwei Drittel der Betriebe vom Fachkräftemangel betroffen. Bereits 60 Prozent der Betriebe sagen, dass der Fachkräftemangel zu Umsatzeinbußen führt oder bald führen wird. Und 49 Prozent der Betriebe klagen, dass der Fachkräftemangel dazu führt, dass sie Produkt- und Serviceinnovationen einschränken müssen. 82 Prozent der Betriebe befürchten in den nächsten 3 Jahren eine weitere Verschärfung des Fachkräftemangels in ihrer Branche.

Was ist der Hintergrund?

Hintergrund des Fachkräftemangels ist der Rückgang des Arbeitskräfteangebotes, so Mahrer: Die Zahl der 20- bis 60-Jährigen, also der Personen im Erwerbsalter, erreiche heuer ihren Höhepunkt. Ab 2019 nehme die Zahl ab und werde bis zum Jahr 2030 um mehr als 230.000 Personen zurückgehen. Schon 2024 werde es um 40.000 mehr 60-Jährige als 20-Jährige geben.

"Wenn wir nicht gegensteuern, wird der Fachkräftemangel zu einem Problem, das in der Endlosschleife läuft", warnt Mahrer am Rande eines Besuchs in Singapur im Gespräch mit der APA. Dabei setzt die WKÖ auf die Ausbildung von Ausländern in heimischen Lehrbetrieben: Mahrer will einen eigenen Aufenthaltstitel für Lehrlinge aus Drittstaaten, wie es ihn bereits für Schüler und Studenten gebe. Die Rot-Weiß-Rot-Card müsse reformiert werden, damit die Verfahren schneller und unbürokratischer werden. Die Mangelberufsliste soll regional erstellt werden. Dann könnten etwa Köche oder Programmierer aus Drittstaaten (außerhalb der EU) gezielt für ein Bundesland, wo derartige Fachkräfte gesucht werden, eine Arbeitsgenehmigung bekommen.

Asylwerber, die eine Lehre in einem Mangelberuf machen und deren Asylantrag abgelehnt wird, könnten über das humanitäre Bleiberecht ein Aufenthaltsrecht bekommen. Dabei werde die Integration, die Deutschkenntnisse des Lehrlings und der Bedarf der Wirtschaft geprüft - der bei einer Lehre im Mangelberuf wohl vorhanden sei, so Mahrer.

 

Kommentare (39)

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top8
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die schuld haben

die firmen selber weil sie es verabsäumt haben mehr lehrlinge auszubilden!

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erzberg2
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Jahrzehntelang,

hat man den Lehrberuf abqualifiziert und jene die eine Lehre begonnen haben, als nicht bildungswillig geachtet. Alle Warnungen und Anpassungen wurde von der Wirtschaftskammer als nicht notwendig abgetan und behindert, man befürchtete einen Lohn- und Kostendruck. Jetzt hat wenigstens Herr Mahrer erkannt, war er zwar nicht selber, aber zumindest ist er nicht beratungsresistent, erkannt, dass es ein Problem gibt. Fakt ist nämlich, dass Betriebe Aufträge abweisen müssen, weil die Facharbeiter fehlen, oder andere Teile des Unternehmen schließen müssen, weil kein geeignetes Personal zu bekommen ist. Eine Lösung des Problems wird die Rot-Weiß-Rot Karte auch nicht bringen. Letztlich wird es langfristig die Aufwertung und Wertigkeit der Lehre bringen.

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gerbur
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Ja ihr Blau-Türkis Wähler

Ihr seid in der Doppelmühle. Der arbeitende Teil der Kurz-Strache-Fans hat den 12 Stundentag ausgefasst und den anderen "arbeitslosen" Teil hat die Sozialministerin bereits auf das 150€ Einkommen eingestimmt. Net bös sein, aber ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen.

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checker43
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Und

die offenen Stellen, für die sich keiner der beiden oben erwähnten Teile interessiert oder qualifiziert ist, werden mit Migranten über die Rot-Weiß-Rot-Card besetzt :-D.

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gerbur
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Nicht nur fehlen Facharbeiter

auch geringer Qualifizierte werden durch die neue Arbeitszeitregelung Mangelware. Die derzeit "Arbeitslosen" in diesen Bereichen sind ja förmlich in Schockstarre ob der trüben Aussichten und werden alles versuchen um länger in der Hängematte zu verweilen, so nach dem Mottto "Arbeit adelt, aber wir bleiben lieber bürgerlich"

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ichbindermeinung
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blöd nur...

blöd nur, dass halt über 700.000 Menschen (340.000 Arbeitslose u. 340.000 Mindests.bezieher u. 50.000 bis 60.000 i.d. Grundversorgung) nicht arbeiten und dem österr. Steuerzahler Milliarden im Jahr kosten und auf der anderen Seite 162.000 Arbeitskräfte fehlen...wie das weiter gehen soll? Darüber hinaus werden über 65.000 EU-Gastarbeiter für die 24Std. Pflege ins Land geholt anstatt das Pflegegeld so weit anzuheben, sodass österr. Arbeitnehmer die Arbeit verrichten könnten

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gerbur
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@ichbindermeinung

Auch mit viel Geld bringen sie derzeit "arbeitslose" österreichische Arbeitnehmer nicht in die" Pflege", auch nicht auf den "Bau", zur Erntehilfe oder in körperlich anstrengende Tätigkeiten.

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walterkaernten
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arbeitskräfte

Wie wäre es mit kürzen der arbeitslosenunterstützung ?

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tomtitan
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"Wie wäre es mit kürzen der arbeitslosenunterstützung ?" - das geht nicht,

weil die wird von vielen schon für ein bedingungsloses Grundeinkommen gehalten (nebenbei noch ein bisserl pfuschen und dann passt's schon...)

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homerjsimpson
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Jedes Jahr werden die Erwartungen der Firmen höher..

....hab das selbst in Bewerbungsprozessen firmenseitig gesehen. Es gibt keinen Mangel an Mitarbeitern, nur sind die Erwartungen an MA so hoch (alles können, möglichst immer greifbar) wie sie nie waren. Die gute alte Zeit wo alles super war gab es nie, und die Firmen müssen halt auch mit dem auskommen was da ist und nicht lauter Wonder Women und Super Men anstellen wollen.

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homerjsimpson
1
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Einige Branchen nehm ich davon aus...

.. aber es fehlen nie und nimmer 150.000 Fachkräfte... gemeint ist hier sicher, dass soviel gesucht werden über einen Zeitraum.

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gerbur
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Den Fachkräftemangel kann man

mit Einheimischen nicht beheben. Das Reservoir derer, die auch Facharbeit zu leisten imstande sind, ist ausgeschöpft. Auf dem Markt krebsen eigentlich nur mehr faktisch ausbildungsunfähige und auch leistungsunwillige Personen
jüngeren Alters herum. Ältere Facharbeiter, wo dieses Problem nicht besteht, werden von der Wirtschaft aber nicht nachgefragt.

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homerjsimpson
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"Ausbildungsunfähigkeit" für Facharbeit..

....ist nicht auf junge Leute beschränkt. Es kann halt nicht jeder Handwerker oder CNC-Dreher werden....
Der Facharbeitermangel wird seit Jahren herbeigeredet und nichts ist passiert, weder die Unternehmen noch der Staat machen außer Jammern wirklich etwas (mit wenigen Ausnahmen). Und man schließt die Grenzen für Fachkräfte. Nicht schlau....

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SoundofThunder
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HomerJ

Das mit dem CNC-Dreher muss ich leider widersprechen. In dieser Branche gibt es eigene Spezialisten die die CNC-Maschine programmieren. Und es gibt eigene Spezialisten für die Qualitätskontrolle.Der gelernte CNC-Dreher,- Fräser tut leider nur mehr Werkstück ein- und ausspannen,den Start-Stop Knopf drücken, und eventuell entgraten . Dafür an bis zu drei Maschinen gleichzeitig (Stückzahl!). Zum verschlissenes Werkzeug zu wechseln und den Nullpunkt neu anzufahren braucht man nur eine kleine Einweisung und es kann ein jeder Laie sich Zerspanungstechniker (Ist doch die richtige Berufsbezeichnung,oder?) nennen. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ist nicht böse gemeint. Ich finde es traurig was aus diesem schönen Beruf geworden ist.

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gerbur
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@homerjsimpson

Herbeigeredet ist vielleicht missverständlich, aber gewarnt wird schon lange!

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botschafter1
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Fachkräftemangel?

Maßnahmen gegen Fachkräftemangel:

1.) Keine überzogenen Anforderungen an Bewerber für eine
Arbeitsstelle
2.) Work-Life-Balance ermöglichen
3.) Kein 12-Stunden-Arbeitstag und keine 60-Stunden-Arbeitswoche
4.) "Wirklich" flexible Arbeitszeiten ermöglichen

5.) Home-Office ermöglichen
6.) Mehr Wertschätzung für ältere Mitarbeiter in den Betrieben
(heute werden oft Personen 45+ schon zu den "Alten" im
Arbeitsleben gezählt)
7.) Arbeit weniger besteuern und als Ersatz eine
Wertschöpfungsabgabe einführen
8.) Vermeidung der legalen Steuerhinterziehung von Großkonzernen
in diversen EU-Staaten. Dadurch kann die Steuer auf Arbeit
gesenkt werden.

Der demofrafische Wandel wurde teilweise schon vor mehr als
10 Jahren angekündigt und ist bis heute nicht wirklich eingetreten.
Es gibt heute ein sehr hohes Arbeitskräfteangebot (so hoch wie kaum jemals zuvor) und dies erhöht natürlich auch die Arbeitslosigkeit.
Ich glaube auch, dass der Fachkräftemangel vielfach herbeigeredet
und herbeigeschrieben wird.
Aber ein hohes Angebot an Arbeitskräften ist natürlich im Sinne
der Wirtschaftkammer und nicht unbedingt im Sinne der Arbeitnehmer.

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Wildheart
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Und vor allem

viel besser bezahlen

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gerbur
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@botschafter1

home -office für Facharbeiter wie Installateure oder Elektriker ist eine milde Form von "Blau-Machen". Auch mit schlichten Anforderungen wie der Beherrschung einfachster Benimmregeln oder Pünktlichkeit finden sich kaum taugliche Bewerber. Kommen und Gehen, wann man will (ihr Punkt 4"wirklich" flexible Arbeitszeiten) ist halt in vielen Jobs z.B. der OP - Schwester nicht möglich. Work und life kann man übrigens nicht "ausbalancieren". Sie liegen gemeinsam auf einer Waagschale.

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homerjsimpson
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Natürlich kann man nicht überall home-office anbieten..

...aber eine 60-h-Woche (und das 13 Wochen hintereinander) braucht keine funktionierende Firma. Weil damit verheizt man die besten Mitarbeiter, die mit Hochdruck arbeiten und das sicher nicht auf Dauer durchhalten können. 60-h-Wochen können Leute leisten, die es gemütlich angehen lassen...

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gerbur
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@homerjsimson

Sie haben ja auch recht, das Verheizen von Mitarbeitern funktioniert halt nur solange man noch welche nachbekommen kann. Bei dem neuen "Stil" dieser Regierung werden halt auch Lohnabhängige ein höheres Risiko gehen müssen! Sprich: Firmen mit solchen Praktiken arbeitskräftemäßig trockenlegen. Die Truppe eines Villacher Hotels hat bereits den Mumm aufgebracht! Super! Streiks, Whistleblower, die illegale Praktiken aufzeigen, wirksam schützen etc., aber auch ein wenig die Frustrationstoleranz anheben. Teilweise wird über Arbeitsbedingungen gejammert, die eigentlich alles andere als schlecht sind.

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gerbur
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@kleiner Zusatz

Hier eine fiktive Firma, mit Mitarbeitern, welche viele ihrer Punkte zugestanden bekommen haben: Hollywood Airline - 1.)Pilotenschein nicht erforderlich,2.) In der Freizeit darf das fliegende Personal saufen,3.) bei Langstreckenflügen ist nach 12 Stunden das Cockpit unbesetzt, 4.)Stewardessen wollen erst während des Fluges ein wenig später einsteigen oder früher aussteigen. 5.) Wartungstechniker macht das Service der Triebwerke per home - office, etc.

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walterkaernten
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arbeitskräfte

jetzt haben wir 2018 und ca 340 000 arbeitslose.

Die WKO und herr MAHRER sprechen vom jahr 2030.

Wer weiss wie sich bis dahin die weltwirtschaft entwickelt.
Davon hängt die arbeitskräftebedarf in ÖSTERREICH ab.

Also, bitte versuchen die derzeitigen ca 340 000 arbietslose zu beschäftigen und dann von zeit zu zeit, aber zeitnah die situation prüfen und masnahmen setzten.

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checker43
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Auf

eine jahrzehntelange Rezession ab 2030 hoffen, damit der Fachkräftebedarf geringer ausfällt, wird die WKO kaum.

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walterkaernten
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arbeitskräfte

mit fällt gerade noch auf, dass der artikel nur die menschen bis 60 jahre beschreibt.
Was ist mit den 60 bis 65 jährigen ?

Oder will die WKO und alle unternehmer, dass ALLE mit 60 in rente gehen ?

Entweder versteht herr MADER nichts..... oder die arbeitgeber schreiben einfach was in den umfragen hinein ohne nachzudenken ......

Sorry, aber ich denke das ganze ist NUR panikmache.

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checker43
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Die

WKO wird das nicht wollen, aber es ist so, dass in Österreich nur sehr wenige über 60 noch in Erwerbsarbeit stehen.

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Sol lucet omnibus
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bei uns herrscht der irrige Glaube - jeder müsse studieren um Geld zu verdienen!

Handwerk ist nach wie vor ein goldener Boden. Man muss jedoch Interesse haben und sich reinknien. Aber das ist in jedem Beruf so.
Natürlich - wenn ich Koch, Kellner lerne - dann muss ich schauen, daß ich ins Ausland gehe - am besten auf ein Schiff. Bei uns versauert man zwischen weißer Mischung und Wiener Schnitzel.

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