Taschentücher“, sagt Christian Schumacher, „sind mein wichtigstes Werkzeug.“ Denn im Büro des Schuldenberaters kullern regelmäßig die Tränen. Vorstellig wird bei ihm der Querschnitt der Gesellschaft: „Den typischen Schuldner gibt es nicht“, sagt er. „Zu uns kommen normale Leute – manche wurden krank, andere arbeitslos.“ Was sie eint: Über Geldsorgen zu sprechen, fällt ihnen schwer. „Niemand soll davon wissen – weder Nachbarn noch Freunde.“ Schumacher erzählt von einer Familie, die aus Scham ihren Urlaub im Keller verbracht haben soll. „Ein Großstadtmythos, ja natürlich, aber er sagt viel aus.“