Rechnet man Geschäfte zur Absicherung der Treibstoffkosten heraus, lag das Ergebnis nun mit 170 Millionen Euro rund 20 Millionen Euro höher als von Analysten im Schnitt erwartet. Im Sommer will Ryanair-Chef Michael O'Leary um rund 15 Prozent mehr Flüge anbieten als vor der Pandemie im Jahr 2019 – trotz der jüngsten Engpässe an vielen Airports. Doch mögliche neue Virusvarianten und die Vorsicht vieler Kunden stimmen das Management zurückhaltend – so traut sich O'Leary weiterhin keine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr zu. 

Umsatz versiebenfacht

Im abgelaufenen Quartal beförderte Ryanair rund 45,5 Millionen Fluggäste, gut fünfeinhalbmal so viele wie im coronageprägten Vorjahreszeitraum. Die Auslastung der Maschinen verbesserte sich von 73 auf 92 Prozent. Der Umsatz versiebenfachte sich in diesem Zuge auf 2,6 Milliarden Euro. Zu einer Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr sieht sich das Management aufgrund vieler Unsicherheiten jedoch weiterhin nicht in der Lage.

O'Leary hofft, dass Ryanair und die Reisebranche die Coronapandemie dank hoher Impfquoten in Europa hinter sich lassen können. Für den Herbst bleibe aber das Risiko neuer Virusvarianten bestehen, hieß es. Zudem buchen die Menschen Flugtickets weiterhin recht kurzfristig, sodass das Management die Geschäftsentwicklung für die Zeit ab Mitte August nur schlecht und für das kommende Winterhalbjahr praktisch nicht einschätzen könne.

Treibstoffkosten abgesichert

Immerhin steckt Ryanair die stark gestiegenen Ölpreise bisher gut weg. So hat das Unternehmen seine Treibstoffkosten für den Rest des laufenden Geschäftsjahres nach eigenen Angaben zu 80 Prozent abgesichert. Dies sei auch ein Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Airlines, hieß es.

Unterdessen hat Ryanair weitere Mittelstreckenjets vom Typ Boeing 737 Max erhalten. Zur Hauptsaison im Sommer habe das Unternehmen 73 Maschinen der Reihe in Betrieb, die weniger Treibstoff verbrauchen als das Vorgängermodell. Hersteller Boeing hängt mit den Auslieferungen hinterher, nachdem er die 737 Max infolge zweier tödlicher Abstürze bei anderen Airlines rund 20 Monate lang weltweit nicht ausliefern durfte. Inzwischen hat Boeing bei dem Flugzeug nachgebessert, auch in Europa wurde das Flugverbot vor rund eineinhalb Jahren aufgehoben.