Der eigene Pkw ist den meisten Österreichern heilig. Doch für den gebürtigen Klagenfurter und CTO des Unternehmens goUrban, Bojan Jukić, ist es ein Auslaufmodell. „Ein eigenes Auto ist meist das zweitgrößte Investment in einem Menschenleben. Doch 97 Prozent der Zeit, steht es ungenutzt herum. Das ist nicht nachhaltig“, sagt der 31-Jährige. Er ist davon überzeugt, dass der private Auto-Besitz bald der Vergangenheit angehört und Fahrzeug-Sharingmodelle die Zukunft sind. Das würde zu einer Verkehrsentlastung in den Städten führen, es gäbe weniger Staus und die CO2-Emissionen ließen sich deutlich senken.
„Diese Wende gelingt allerdings nur dann, wenn ich zu jeder Zeit das richtige Fahrzeug wählen kann“, sagt Jukić. Schon jetzt würden sich sehr viele Menschen statt eines Firmenwagens ein Mobilitätsbudget wünschen, mit dem sie flexibel das für die jeweilige Situation ideale Fahrzeug von Rad über Scooter und Moped bis hin zum Auto wählen können.

Das 2016 gegründete Unternehmen goUrban mit Sitz in Wien und Novi Sad setzte ursprünglich auf ein Moped-Sharing. Doch die damals am Markt verfügbare Software entsprach nicht den Erwartungen, deshalb entwickelte es eine eigene. Mittlerweile ist die Firma eine Mobilitätsplattform, die ein Programm für digitales Flottenmanagement anbietet. Mit der Software kann jedes Fahrzeug in Echtzeit überwacht werden und Kunden ein einfaches Buchungssystem angeboten werden. Sogar der Führerschein-Check lässt sich damit abwickeln und der technische Zustand des Fahrzeuges kann überwacht werden. Aktuell hat Go Urban in über 100 Städten in Europa, den USA und im Mittleren Osten Kunden. Ab 2023 will das Unternehmen, das derzeit bereits knapp 30.000 Fahrzeuge vernetzt, die größte Software-Firma im Bereich Shared Mobility sein.

Mit der Finanzierung von Elevator Ventures, aws Gründerfonds und Uniqua Ventures, die vor Kurzem abgeschlossen wurde, will goUrban die Technologie weiterentwickeln und das Team ausbauen. Die Mitarbeiteranzahl soll von derzeit 60 auf 160 Personen innerhalb eines Jahres anwachsen. Vor allem im Tech-Bereich wird Personal gesucht, aber auch in Marketing und Sales.