Starker CO2-AnstiegPlus 9 Prozent: Stromerzeugung aus Kohle erreicht neues Rekordniveau

Strombericht der Internationalen Energieagentur IEA: Der Zuwachs bei Erneuerbaren Quellen konnte mit Anstieg des Strombedarfs nicht mithalten. 3,5 Prozent mehr Atomstrom. CO2-Ausstoß der Kraftwerke 2021 um sieben Prozent auf Rekordwert gestiegen.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Braunkohlekraftwerk
Braunkohlekraftwerk © 
 

Die weltweite Stromproduktion hat 2021 mehr CO2 ausgestoßen als je zuvor. Der massive Nachfrage-Anstieg konnte nicht mit zusätzlichen erneuerbaren Energieträgern gedeckt werden. So wuchs der Strom aus Kohle um neun Prozent auf eine Rekordmenge, der CO2-Ausstoß legte um sieben Prozent zu, ebenfalls auf ein Rekordniveau, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Strombericht der Internationalen Energieagentur IEA. Parallel dazu haben sich die Strom-Großhandelspreise verdoppelt.

Aufgrund der hohen Gaspreise wurde ein Teil der Stromproduktion von Gas- auf Kohlekraftwerke umgestellt. Auch Atomstrom legte um 3,5 Prozent zu und erreichte damit praktisch wieder das Vorkrisenniveau. Obwohl Emissionen aus der Stromproduktion bis 2030, also in acht Jahren, um gut die Hälfte zurückgehen sollten, werden sie in Wahrheit in den kommenden drei Jahren sogar noch geringfügig zunehmen, wenn es nicht zu drastischen Maßnahmen kommt, kritisiert IEA-Generalsekretär Fatih Birol.

Strombericht der IEA

2021 entfielen laut Strombericht der Internationalen Energieagentur IEA auf Atomstrom rund 2870 Terawattstunden (TWh), das waren knapp zehn Prozent der weltweiten Stromproduktion. Kohle trug rund 10.300 TWh bei, Gas 6400 TWh, Erneuerbare Energieträger 7900 TWh und andere nicht erneuerbare Quellen 1000 TWh.

In Summe waren es laut IEA 28.437 TWh, wobei 13.022 Megatonnen CO2 ausgestoßen wurden.

2021 gab es mit plus sechs Prozent das stärkste Wachstum der Stromnachfrage seit 2010. Die zusätzlich gebrauchten 1.500 TWh waren in absoluten Zahlen der höchste jemals in einem Jahr verzeichnete Anstieg des weltweiten Strombedarfs. Rund die Hälfte des Zuwachses entfiel auf China, wo es, wie in Indien, wegen Kohlemangel zu Stromabschaltungen kam. Die IEA geht davon aus, dass 2022 bis 2024 die Stromnachfrage jährlich um 2,7 Prozent zulegen wird. Zwar können erneuerbare Energieträger 90 Prozent des Zuwachses decken, damit dürften 2024 aber immer noch 34 Prozent des weltweiten Stroms aus der Verbrennung von Kohle gewonnen werden - mehr als aus allen erneuerbaren Quellen zusammen (32 Prozent). Alle fossilen Energieträger zusammen dürften 2024 für 58 Prozent der Stromerzeugung aufkommen, Atomstrom für etwas weniger als 10 Prozent.

Kommentare (13)
goergXV
1
10
Lesenswert?

???

ich bin KEIN Freund der Atomenergie, solange die Endlagerung NICHT geklärt ist.
Andererseits ist mir "Atomstrom" zig-mal lieber als jener aus Kohlekraftwerken.
Fest steht, daß wir in Zukunft MEHR und nicht WENIGER Strom brauchen werden und unsere Politik hierfür KEINE zukunftsfähigen Lösungen hat.

huckg
10
11
Lesenswert?

Nicht der Strombedarf ist das Problem

Unser Wirtschaftswachstum ist direkt mit dem Energieverbrauch gekoppelt. Da wir aber zur Aufrechterhaltung unseres Gesellschaftssystems einen permanenten Wirtschaftswachstum brauchen, wird auch der Energiebedarf immer weiter steigen. Die Energiewende "Weg von Öl" schafft zwar eine effizientere Nutzung der Primärenergie (ein gutes Beispiel ist dabei das Elektroauto), bei Weitem aber nicht genug. Wenn die Entwicklungsländer (Indien, Afrika ...) unser Wirtschaftssystem "kopieren" wird es keinen Ausweg aus der Katastrophe geben (siehe Beispiel China). Einzige Chance wäre es, so schnell wie möglich Alternative Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle zu entwickeln und vorzulegen. Nur dazu ist die Bevölkerung in den westlichen Industrienationen natürlich nicht bereit.

Bobby_01
7
18
Lesenswert?

War wohl

zu erwarten.
Irgendwo muss ja der Strom für die schwachsinnigen E Autos herkommen.
Diese kohlenkraftwerke belasten das Klima mit Sicherheit mehr als die Diesel mit Katalysator und Partikelfilter.
Da ist die naive Gewessler der Lobby wohl auf den Leim gegangen.
Und wir Steuerzahler zahlen doppelt, zuerst diese unsinnige E Auto Förderung und dann die Strafen für die CO 2 Belastung.
Danke Ihnen Frau Gewessler.

melahide
1
1
Lesenswert?

Wieso

kann man seine Meinung nicht kund tun, ohne Wörter wie „schwachsinnig“ und „naiv“ zu benutzen. Öl kommt zu 100 % aus fossiler Energie und hat durch Förderung, Transport und Verarbeitung einen katastrophalen Effizienzwert. Selbst wenn ein E-Auto nur mit 50 % erneuerbarer Energie betrieben wird ist es nachhaltiger als Öl.

scionescio
0
2
Lesenswert?

@Hilderl: weil diese Vokabel eAutos und ideologische Fanatiker am besten beschreiben?

… hast du immer noch nicht verstanden, dass dein Effizienzgeschwurbel die Antwort auf eine ganz andere Frage ist und in der Realität die eAutos den Klimawandel beschleunigen?

Die Vorraussetzungen, dass eAutos tatsächlich den Klimawandel verlangsamen könnten (genug grüner Strom für alle!) werden auch in vielen Jahrzehnten nicht in der Realität vorhanden sein und deshalb sind die Fantasien von ideologischen Fanatikern nicht nur weltfremd sondern defacto auch kontraproduktiv!

maexxg
15
5
Lesenswert?

stimmt so nicht

weder Katalysator noch Paritkelfilter haben einen Einfluss auf den CO2 Ausstoss eines Autos. Kohlekraftwerke haben genauso Partikelfilter eingebaut, aber sie sind trotzdem CO2-Schleudern. Länngerfristig sind E-Motoren die mit Akkus oder Brennstoffzelle betrieben werden definitiv sinnvoller als Wärmekraftmaschinen. Aber der Weg dort hin ist sicher ein holpriger.

Leberknoedel
2
13
Lesenswert?

Da sollten wir schnell noch einen

Klimagipfel veranstalten, vielleicht am Südpol

scionescio
10
38
Lesenswert?

Wer eAutos sät, wird Atom- und Kohlekraftwerke ernten - was ist daran jetzt überraschend?

Leider ist unsere Frau Gewessler nicht die einzige Ideologin, die Fachwissen mit naiven Fanatismus kompensiert - genau diese Politiker sind eine leichte Beute für die Lobbyisten und sorgen mit sinnlosen Gesetzen und Förderungen dafür, dass die Steuerzahler zwar ausgesackelt und eingeschränkt werden und trotzdem der Klimawandel in der Realität noch befeuert wird ... einzig die Energieversorger und die Atomlobby reibt sich die Hände und verdient sich gerade eine goldene Nase!

nijinsky
2
17
Lesenswert?

@scionesio

Wenn der zusätzliche Strombedarf durch Wärmepumpen und Stromautos nun vor allem durch Kohle gedeckt wird, dann fahren die Stromautos in den Wintermonaten mit 100% Kohlestrom herum. Wirklich sehr ökologisch.

huckg
18
4
Lesenswert?

Alternative?

Genau aus diesem Grund ist die E-Autoförderung in Österreich an den Bezug von 100% Ökostrom gekoppelt. Daher fährt jedes geförderte Elektroauto in Österreich mit erneuerbaren Strom.
Was aber richtig ist: Jedes Verbrennerauto fährt mit 100% fossilen Erdöl. Was noch richtig ist: Der Strom von allen Strombeziehern, welche keinen Ökostrom verwenden, wird schmutziger! Also wäre vielleicht ein guter Moment ein paar Cent in saubere Energien und in die Zukunft zu investieren und auf Ökostrom umzusteigen.

scionescio
2
10
Lesenswert?

@Hulk: mir scheint, du bist der Letzte, der immer noch verstanden hat, dass Ökostrom auch tatsächlich Strom aus regenerativen Quellen sein muss ...

... Dank den findigen Energieversorgern und naiven Politikern reicht ein Zertifikat aus, um Unwissenden Kohlestrom als Ökostrom völlig legal verkaufen zu dürfen - damit wird ordentlich Geld gescheffelt und naive Fanatiker zahlen dafür sogar noch extra.

Das Blöde daran ist nur, dass es dem Klima sehr egal ist, was naive und unwissende Politiker an sinnentleerten Gesetzen definieren - in der Realität verursacht der Kohlestrom mit Zertifikat gleich viel CO2 wie der Kohlestrom ohne Zertifikat (es lässt sich nur mehr daran verdienen!).

Da es viel zu wenig grünen Strom gibt, sorgen die eAutofahrer nur dafür, dass noch mehr Kohlestrom produziert wird, weil es ja auch Menschen gibt, die waschen und kochen müssen und dank der eAutos dafür theoretisch nur mehr Kohlestrom haben - der Strom hat ja bekanntlich kein Mascherl ;-)

Wenn man will, kann man das schon verstehen - muss man als naiver Fanatiker aber nicht, weil es natürlich die eigene Traumwelt schnell zum Einstürzen bringen würde!

huckg
6
3
Lesenswert?

Ewiggestrige ...

Fakten die sich auch durch noch so viel "naive" Schwurblerei nicht wegdiskutieren lassen:
- Wir müssen den CO2 Ausstoß so schnell wie möglich senken .....j
- Dazu muss das Verbrennen von fossilen Energieträger so schnell wie möglich aufhören .....
- Deshalb ist die sogenannte Energiewende (Umbau auf erneuerbare Energien) so schnell wie möglich durchzuführen ....
- Das kostet sehr, sehr, sehr viel Geld ....
- Wir alle werden über den Energiepreis diese Kosten tragen ....
- Einige tragen jetzt schon freiwillig dazu bei (Mehrpreis für Ökostrom), andere werden dazu über die Energie-Preiserhöhungen sowie den CO2 Preis dazu gezwungen ....
- Ewiggestrige glauben, dass sie durch Verbreitung von vorgegebenen Halbwissen diese Entwicklung aufhalten können, aber es gibt keinen Plan(eten) B.

scionescio
2
2
Lesenswert?

@Hulk: "Wir müssen den CO2 Ausstoß so schnell wie möglich senken "

Völlig richtig - aber warum erhöhst du ihn dann mit deinem eAuto, gefährdest den Planeten durch zusätzliche Atomkraftwerke und hinlässt mit deinem ausrangierten Akku noch Sondermüll?

"- Einige tragen jetzt schon freiwillig dazu bei (Mehrpreis für Ökostrom), andere werden dazu über die Energie-Preiserhöhungen sowie den CO2 Preis dazu gezwungen ...."

Ok, ich sehs ein, du willst wirklich nicht verstehen, warum ein gehandeltes Zertifikat für Kohlestrom in der Realität nur Auswirkungen auf deine Geldtasche hat, aber in keinster Weise deshalb auch nur ein Gramm CO2 weniger aus dem Schlot des Kohlekraftwerks kommt, das gerade den Strom für dein zusätzliches eAuto produziert, weil es auch bisher schon viel zu wenig grünen Strom für die anderen Anwendungen gibt - und auch die nächsten Jahrzehnte noch geben wird.