"Fat Cat Day"Topmanager verdienten schon jetzt so viel wie Durchschnitts-Beschäftigte im Jahr

Fünf Tage brauchen die Lenker und die eine Lenkerin der großen österreichischen börsennotierten Unternehmen heuer im Durchschnitt, um das mittlere Jahreseinkommen eines Beschäftigten zu verdienen.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Unter den Top-Verdienern: Peter Oswald, Anas Abuzaakouk, Elisabeth Stadler
Unter den Top-Verdienern: Peter Oswald, Anas Abuzaakouk, Elisabeth Stadler © mayr-melnhof karton ag, apa, vig/ian ehm
 

Am 9. Jänner ruft die Arbeiterkammer heuer wieder einmal den sogenannte "Fat Cat Day" aus.

Was dahintersteckt? Der Tag markiert jenen Zeitpunkt, an dem ein heimischer Vorstandschef – die umgangssprachlich "fette Katze" – das Median-Jahreseinkommen eines österreichischen Beschäftigten verdient hat. Exakter: Die AK betrachtete dabei die Einkommen jener Manager und Managerinnen, die an der Spitze der 20 größten, heimischen Börsenkonzerne stehen.

Größte Börsenkonzerne im Blick

Mit einem Jahresgehalt von durchschnittlich 2,1 Millionen Euro braucht ein ATX-Vorstand den AK-Ergebnissen zufolge somit heuer fünf Arbeitstage, um das österreichische Medianeinkommen von rund 34.000 Euro zu verdienen. Als Basis für die Berechnung dienen die Gehälter aus dem Jahr 2020. Berücksichtigt man Feiertage und geht davon aus, dass Vorstände manchmal, aber nicht immer, auch am Wochenende arbeiten, ist der "Fat Cat Day" heuer der 9. Jänner.

Die AK stützt sich bei ihrer Berechnung auf die Methode des britischen Think Tanks "High Pay Center". Dort geht man davon aus, dass ein CEO im Schnitt 12 Stunden pro Tag arbeitet und sich nur an jedem vierten Wochenende frei nimmt. Dazu kommen 10 Urlaubs- und 9 Feiertage. Ein Manager arbeitet demnach an 320 Tagen insgesamt 3840 Stunden im Jahr.

Bawag- und Mayr-Melnhof-Chef an der Spitze

Unter den Top-20 ATX-Vorständen erreichen der Bawag-Chef Anas Abuzaakouk und der Vorstand des Kartonherstellers Mayr-Melnhof, Peter Oswald, den "Fat Cat Day" heuer als erste. Mit einem Gehalt von rund 5,3 bzw. 5,2 Millionen Euro im Jahr 2020 dauert es laut AK zwei Arbeitstage, das mittlere Jahreseinkommen eines österreichischen Beschäftigten zu verdienen. Der letztjährige Spitzenreiter (mit einem Tag), der mittlerweile abgelöste OMV-Chef Rainer Seele, bräuchte heuer immerhin drei Arbeitstage. Die einzige Frau in der Liste, Vienna-Insurance-Group-Chefin Elisabeth Stadler, muss für das Medianeinkommen sechs Tage arbeiten, ihr Jahresgehalt betrug 2020 rund 1,8 Millionen Euro. Mit 18 Arbeitstagen am längsten von den Top-20 ATX-Chefs braucht der EVN-Vorstand Stefan Szyszkowitz, er verdiente rund 620.000 Euro im Jahr 2020.

Die AK fordert deshalb von Aufsichtsräten ein "angemessenes" Verhältnis zwischen Vorstands- und Belegschaftsgehältern. Darüber hinaus sei es notwendig, Managergehälter auch an die Erreichung ökologischer und sozialer Ziele zu koppeln. Aus Sicht der AK sollte zumindest ein Drittel der kurz- und langfristigen variablen Vergütungskomponenten Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen.

Kommentare (50)
peso
0
1
Lesenswert?

Ich finde das sehr Pharisäerhaft

Dann ich habe noch NIE in der Zeitung gelesen, dass ein Österreichischer Sportler bereits nach 7 Tagen mehr verdient als ein Arbeiter und es gibt einige davon in Österreich, die sogar mehr bzw. schneller verdienen. Einen Unterschied gibt es allerdings, die Sportler sind, im Gegensatz zu Großverdienern in der Wirtschaft, nicht für hunderte Angestellte verantwortlich

reschal
1
3
Lesenswert?

Spielregeln für ethisches Verhalten

Es braucht weltweit einen Faktor, der bestimmt, wie hoch Managergehälter maximal sein dürfen. Empfohlen wird das 20 bis 25-fache des Durchschnittsgehaltes eines Konzerns. Ethisches und unethisches Verhalten müssen öffentlich gemacht werden.

ARadkohl
2
13
Lesenswert?

Soviel zum Thema

Reichtumverteilung und Armutsbekämpfung.

sebsi55
7
14
Lesenswert?

Der Masse…

wird soviel gegeben, dass sie nicht aufbegehren. Aber wenn es in den nächsten Jahren so weitergeht, dann kann es leicht sein, dass zu Unruhen bis hin zu Bürgerkriegen nicht mehr viel fehlt. Auch die Sozialschmarotzer mit gebrochenem Deutsch werden dazu beitragen, dass irgendwann das Fass übergehen wird.

Ogolius
2
18
Lesenswert?

Die Verhältnismäßigkeit des

Kapitalismus stimmt schon lange nicht mehr. Homo sapiens - das Individuum der unersättlichen Gier! Die Geschichte zeigt es, Herrenklasse und Pöbel… solange, bis das Volk sich zu bewegen beginnt und bis dahin dauert es eine Weile. Alle Kulturen sind an genau diesen Defiziten und Missständen gescheitert, der ungezügelte Kapitalismus wird eine Revision erfahren müssen. Sollten Wirtschaft und Politik (die sogenannte Hure) kein baldiges Regulativ finden, ist ein gesellschaftspolitischer Eklat unausweichlich. Die USA setzt die Zeichen der Zeit, Teile der Wähler erklären einen Großkapitalisten zu Gott - bis mit Erwachen und Enttäuschung all der Glaube hinweggeschwemmt wird.
Damit steht und fällt die Gefahr der Anarchie….

voit60
8
21
Lesenswert?

wenn die in der Privatwirtschaft so viel verdienen,

soll es eben so sein. Bedenklich finde ich da eher die Gage zB bei der Post oder sonstigen staatsnahen Betrieben.

griesbocha
0
2
Lesenswert?

Warum soll das so sein ??

Wenn Reiche immer reicher werden, und der Mittelstand langfristig verschwindet?
Das ist nicht erstrebenswert, für keine Gesellschaft,
Danke für Antwort.

altbayer
11
23
Lesenswert?

Fat AK Day

Mich würde interessieren, wann der "Fat AK Day" ist -
also wann die Funktionäre (eigentlich ohne jegliche Verantwortung) das Jahresgehalt eines Arbeiters am eigenen Konto haben.

schadstoffarm
6
8
Lesenswert?

Von der ak

Erwarte und erhalte ich geldwerte Gegenleistung. Vom überbezahlten bawag zampano der die shareholder Rendite um einige Promille erhöht erwarte und erhalte ich nichts.

Trieblhe
2
4
Lesenswert?

@Schadstoffarm

Würden sie wohl die die selbe Gegenleistung erhalten, wenn die Präsidenten und Direktoren der Kammern weniger als 17000 Euro monatlich erhalten würden?

makronomic
27
31
Lesenswert?

Neidgesellschaft schüren, dass kann die AK und Gewerkschaft

Aber Lösungen haben sie keine!

Wieviel verdient denn heute der AK Direktor? In EURO? Laut Internet Offenlegung verdient der AK Direktor Wien 17.857 EUR - also am Level eines Ministers.

Aha, aber hetzen! Ja, es gibt Menschen die viel verdienen, Manager Gehälter sind eine andere Ebene als Gehälter einer Putzfrau. Beides sind ehrenwerte Berufe, aber Verantwortung für Viele ist höher zu bewerten.

AK - Gewerkschaft - ihr wollte nur Unfrieden stiften!

schadstoffarm
4
5
Lesenswert?

Du bist ein astreiner

Reagonomic. Da geht's nicht um Moral oder vermeintliche Gerechtigkeit, es ist nur kontraproduktiv, ineffizient und dumm.

mimi27
4
25
Lesenswert?

Macht das je es Euch nicht zu leicht?

Das hat doch nichts mehr mit Neid zu tun. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit! Eine Krankenschwester, ein Arzt, eine Polizistin hat doch auch mindestens so viel Verantwortung und muss sich mit einem minimalen Bruchteil des Managergehaltes zufrieden geben!
Diese Unterschiede wird das Volk nicht mehr hinnehmen! Diese Maßlosigkeit wird unser System zu Fall bringen. Schuld haben dann aber jene, die ihre Krähen nicht voll bringen und deren Gier keine Grenzen kennt!

schandopr
14
27
Lesenswert?

"Fat Cat Day"

Modernes Sklaventum, denn die einfachen Arbeiter müssen(!) für die "G´stopften" schöpfen und können gar nicht anders.

makronomic
24
11
Lesenswert?

Blödsinn

Wenn ein Superreicher sich eine Yacht um 100 Mio bauen lasst, dann bedeutet dies, dass hunderte Arbeitsplätze dadurch besichert sind. Oder wer baut denn die Yacht. Der Betrieb kostet nochmals sehr viel Geld (Mitarbeiter) jeden Monat.

Reiche Menschen die mit Geld Geld machen (Anlage) sind die Zecken, nicht aber die die ihr Geld laufend wieder rauswerfen. Erst zahlen sie viel Steuern, dann geben sie wieder viel aus und das Geld ist im Kreislauf.

Wenn es um die AK und Gewerkschaft geht, wollen die Kommunismus. Alle gleich. Funktioniert aber nicht wie man weiß.

Patriot
11
17
Lesenswert?

@mikro....: Wenn der Staat dem Superreichen

90% seines ererbeten, erschlichenen (Korruption) oder durch Ausbeutung anderer erlangten Vermögens als Steuer abgeknöpft hätte, könnte er damit Kindergärten und Schulen bauen, Pflegeeinrichtungen finanzieren oder den öffentlichen Verkehr ausbauen!
Damit würden nicht hunderte, sondern tausende Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert!

ikennminetguataus
3
41
Lesenswert?

Wäre interessant zu erfahren …

… wie lange ein Zeitungsausträger arbeiten muss, um auf den Jahresbezug eines Vorstandsdirektors der Styria Media Group zu kommen. Ohne Austräger bekäme ich jedenfalls keine Zeitung nach Hause.

Leberknoedel
0
2
Lesenswert?

Zeitungen austragen ist ein feiner Zuverdienst

Hab ich selbst gemacht in jungen Jahren, als ich noch nicht so gut verdiente. 2-3 Stunden in der Früh haben mir gut weitergeholfen. So hab ich mir mein erstes Motorrad verdient

Griesson
0
7
Lesenswert?

leg dich nicht mit der SMG an...

... sonst wirst gleich exkommuniziert.

9956ebjo
1
11
Lesenswert?

da gibts aber einen feinen Unterschied

für den einen gelten Arbeitzzeitgesetze, für den anderen nicht…

Patriot
2
6
Lesenswert?

@9956...: Ha, ha, ha, der war gut!

.

Balrog206
3
0
Lesenswert?

Für Pa

Gilt , auch nicht Leistung soll sich lohnen ! Armer Wur

9956ebjo
1
4
Lesenswert?

Patriot

Wenn das Sarkasmus war:

Ja, wie es denn gehandhabt wird ist das eine, aber es ist gesetztlich geregelt.

andy379
2
27
Lesenswert?

Da läuft etwas gewaltig schief in Österreich ☝️☝️☝️

Trotz Corona sprudeln Manager-Gehälter und Dividenden. Aber egal: die braven Steuerzahler werden schon blechen, während sich die Freier der selbsternannten "Hure der Reichen" den Wanst vollstopfen.

Martina777
30
21
Lesenswert?

relativieren

man sollte das schon relativieren: jeder kann in Österreich studieren und Karriere machen. Top Manager haben genug Verantwortung die auch entlohnt werden muss, sie zahlen ja auch genug Steuern.....

gehtso
4
43
Lesenswert?

@Martina777

selbstverständlich muss die Leistung und Verantwortung entsprechend entlohnt werden, aber die Relationen stimmen schon lange nicht mehr.
Kein Manager sollte in zwei Tagen soviel verdienen, wie der Durchschnittsverdiener im Jahr.

 
Kommentare 1-26 von 50