Im InterviewMartin Wagner: "Ein Land kann sich leisten, was ein Land sich leisten will"

Martin Wagner ist Professor für Makroökonomik und quantitative Wirtschaftsforschung. Er spricht über Leistbarkeit und Effektivität der staatlichen Hilfsmaßnahmen in der Covid-Krise, Marktbereinigung, die hohe Inflation als vorübergehendes Phänomen und darüber, wie es weitergeht.

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Martin Wagner: In einer kurzen Krise ist Kurzarbeit ein sehr teures aber wirksames Mittel © Uni/Arnold Pöschl
 

Als Konsequenz der Pandemie scheint auch die Wirtschaft sich gefühlt in einer permanenten Krise befinden. Haben wir eine Krise?
MARTIN WAGNER: Ja, natürlich ist die Wirtschaft aufgrund der epidemiologischen Situation in einer Krise. Die Krise ist aber nicht aus der Wirtschaft in die Gesellschaft gekommen, sondern durch die Pandemie. Und wirtschaftlich leistungsfähige Länder haben mehr Ressourcen, um gegenzusteuern, sowohl in wirtschaftlicher als auch in medizinischer Hinsicht.

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landbader
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Preise, die in den letzten zehn Jahren absolut nicht außergewöhnlich waren

Dem Herren Professor nur mal so zur Info: Die derzeitigen europäischen Erdgaspreise sind auf einem noch NIE dagewesenen Niveau, das umgerechnet in Erdöl ungefähr 300 US Dollar pro Barrel entspricht. Das hat auch zu noch NIE dagewesenen Strompreisen geführt. Die absolut explodierenden Energiepreise machen die Produktion von Aluminium und Düngemitteln in Europa unökonomisch, sie bedrängen auch die restliche energieintensive Industrie in einem nie dagewesenen Ausmaß. Dazu kommt der Arbeitskräftemangel durch die Überalterung der europäischen Gesellschaft und eine im Zinsdilemma steckende Zentralbank. Unter den Umständen ist eine Inflation von 20% wahrscheinlicher, als die vom Herrn Professor vorausgesagten zwei Prozent.