Nach zehn Jahren Lithium-Abbau: Finanzspritze - aber noch immer kein Abbauplan

Der Lithium-Abbau auf der Koralpe in Kärnten ist fixer Bestandteil im "Masterplan Rohstoffe 2030" von Bergbauministerium Elisabeth Köstinger. Bisher gibt es seitens der Abbaugesellschaft European Lithium aber noch keinen Gewinnungsplan, dafür aber eine Finanzspritze von mehreren Millionen Euro von Investoren.

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Traudi-Stollen auf der Weinebene
Probebohrungen wurden in den vergangenen Jahren immer wieder durchgeführt. Machbarkeitsstudie liegt noch keine vor © Schmerlaib
 

2016: Das war das Jahr, in welchem das australische Unternehmen European Lithium mit dem Abbau und der Verarbeitung von Lithium auf der Koralpe (Weinebene) starten wollte. 18 Millionen Tonnen des Erzes, das für Handyakkus und Elektroauto-Batterien benötigt wird, lagern dort unter der Erde. Mit dem Abbau wurde allerdings bis heute noch nicht begonnen. Er wurde von einem Jahr aufs andere verschoben. Unter anderem haben Gerichtsstreitigkeiten mit Grundstückseigentümern für Verzögerungen gesorgt, welche mittlerweile aber beigelegt sind. 2019 hat das Management dann angekündigt, ab 2022 abbauen zu wollen. Eine Machbarkeitsstudie müsse noch fertigstellt werden, erklärte damals Geschäftsführer Dietrich Wanke. Mitte dieses Jahres war es dann allerdings 2024 – "frühestens". Schuld an den neuerlichen Verzögerungen: Corona. Investoren waren jedenfalls zunehmend verunsichert, ob das Projekt jemals richtig an den Start kommen wird.

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Danke für Ihr Verständnis.

melahide
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Warum

hat man die Schürfrechte eigentlich verkauft?

UHBP
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@mel...

Gute Frage?
"Schürfrechte um einen Schilling
Die Schürfrechte kauften die Australier 2011 von der Kärntner Montanindustrie (KMI) um 10,25 Mio. Euro. Die KMI wiederum hatte die Rechte am Lithium 1992 um einen Schilling von der Bleiberger Bergwerksunion (BBU) gekauft." ORF Kärnten

calcit
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Dazu müssen sie in das Mineralrohstoffgesetz schauen!

Lithium gehört zu den "bergfreien" mineralischen Rohstoffen, weil es ein Metall ist, Das heißt, grundsätzlich kann der Rohstoff von jedem der die technischen und finanziellen Mitteln hat abgebaut werden auf Basis einer Genehmigung durch die Montanbehörde. Und der Grundeigentümer hat ein Recht auf einen entsprechenden Förderzins (z.B. pro Tonne). Im vorliegenden Fall hatte die damalige BBU die Schurfberechtigungen innegehabt, die verkauft wurden an einen Wolfsberger der diese dann ja weiterverkauft hat. Der Staat selbst verkauft und handelt bei dieser Form von Rohstoffen nicht mit "Schurfrechten" - Schurfberechtigungen kann jeder/e erwerben - auch sie. Es gibt nur wenige Fälle wo die Rohstoffe dem Staat gehörden, das ist z.B. bei Kohlenwasserstoffen so - also bei bundeseigenen mineralischen Rohstoffen.

calcit
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Was natürlich schon sehr interessant ist, dass...

...die Schurfrechte damals von der BBU "relativ billig" verkauft wurden... und dieser Käufer dann die Rechte für den Lithiumabbau im Jahre 2011 an die damalige East Coast Minerals für rund 10mio Euro weiter verkauft hat...

dathaler
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und so wünsche ich mir Diskussion

Danke. Da kann man was mitnehmen an Wissen für die Zukunft!

dathaler
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Was wäre die Alternative?

Sollte eine Abteilung eines Ministeriums schürfen gehen? Die Frage ist eher, warum ein australisches Unternehmen diese erworben hat. Und ob sich europäische und vlt österreichische Unternehmen beworben haben.