Kärntner TourismuswirtschaftEin offener Brief an Bundeskanzler Schallenberg & Co.

Kärntner Touristiker sind in Sorge, dass der 13. Dezember als Öffnungsdatum für Hotellerie und Gastronomie wackeln könnte. Diese haben sie jetzt in einem Brief an die Bundesregierung konkretisiert.

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++ THEMENBILD ++ CORONA: GASTRONOMIE / GASTRO / RESTAURANT / CAFE / LOCKDOWN
Kärntner Tourismusvertreter appellieren an die Regierung, sich an das Öffnungsdatum 13. Dezember zu halten © APA/HELMUT FOHRINGER
 

In einem offenen Brief adressiert an Bundeskanzler Schallenberg, Vizekanzler Kogler, Gesundheitsminister Mückstein, Tourismusreferentin Köstinger sowie die Vertreter des Östereichischen Nationalrates, bringen  Vertreter der Sparte Tourismus aus Kärnten noch einmal klar zum Ausdruck, wie wichtig der Start der Wintersaison am 13. Dezember und die damit verbundene Öffnung von Hotellerie und Gastronomie sind:

Der Brief

Es ist für Sie wahrlich nicht die einfachste Situation, richtige und vor allem wirksame Maßnahmen in der Bekämpfung einer Pandemie zu setzen. Die Gesundheit aller ist unser oberstes Gut und es gilt zweifelsohne, ungeachtet aller Interessenslagen, diese am meisten
zu schützen. In Österreich liegen wesentliche Tourismusagenden durch die föderalistische Struktur in der Verantwortung der Landestourismusorganisationen, wie hier im südlichsten Bundesland bei der Kärnten Werbung. Unsere direkte Verbindung zu den Märkten, hin zu unseren Tourismusregionen und in weiterer Folge auch direkt zu unseren Tourismusbetrieben ermöglicht es uns, ein sehr klares Bild über die gesamte Marktentwicklung geben zu können. Unsere internationalen Gäste und Partner wurden vom neuerlichen Lockdown genauso überrascht wie wir alle.

Die Verunsicherung ist in allen Bereichen mehr als deutlich zu spüren. Mit der Erwartung, mit 13. Dezember die Wintersaison in Österreich nun doch beginnen zu lassen, konnten für Kärnten gerade noch Vertrauen und bereits getätigte Buchungen sowie Vertragsabschlüsse mit Reiseveranstaltern für die nächsten Monate gehalten werden. Aus den unterschiedlichsten Bereichen vernehmen wir jedoch mit großer Sorge, dass eine Verlängerung des Lockdowns für den Tourismus von Ihnen in Erwägung gezogen wird. Wir sehen es als unsere Verantwortung, die damit verbundenen dramatischen Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft aufzuzeigen, sollte eine Öffnung der Hotellerie mit entsprechender gastronomischer Versorgung erst nach Weihnachten in Betracht kommen.

Die österreichischen Skiregionen halten einen Marktanteil von 52 Prozent am gesamten europäischen Skitourismus. Sollte dieses für uns nicht vorstellbare Szenario eines verlängerten Lockddowns eintreten, können wir alle davon ausgehen, dass wir einen großen Teil unserer Buchungen für den gesamten Winter an andere Destinationen unwiederbringlich verlieren werden. Ein massiver Verlust, welcher dann zu einem späteren Öffnungszeitpunkt nicht mehr zu kompensieren sein wird.

Unsere Tourismuswirtschaft hat in den letzten eineinhalb Jahren erfolgreich bewiesen, dass sie mit den umgesetzten Sicherheitskonzepten kein Infektionstreiber gewesen ist. Die heimische Tourismusbranche als Vorreiter und internationales Vorbild in der Umsetzung erfolgreicher
Präventionskonzepte gerade jetzt gänzlich vom internationalen Winterreisemarkt auszuschließen, bringt einen noch nicht absehbaren Schaden – nicht nur für die gesamte Tourismuswirtschaft, sondern auch für deren Zulieferbranchen. Wir sehen kein Argument dafür, warum die österreichischen Tourismusunternehmen nicht mindestens genauso erfolgreich wie die Schweizer Kollegen Gäste beherbergen könnten.
Eine Öffnung der Tourismusbranche zeitgleich mit dem Handel ist für uns mehr als plausibel.

Wir ersuchen Sie daher eindringlich - neben den bereits bekannten Argumenten der Wirtschaftskammer und der ÖHV - auch die möglichen wirtschaftlichen Long Covid-Folgen für den gesamten Reisemarkt bei Ihren Entscheidungen in Betracht zu ziehen. Nicht nur die heimischen Unternehmerinnen und Unternehmer und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vertrauen auf Ihre Zusage für die Öffnung am 13. Dezember. Auch unsere Gäste und internationalen Reisepartner erwarten nach wie vor, dass die österreichische Tourismuswirtschaft sehr bald wieder das beweisen kann, für das sie weltweit bekannt ist: die besten und umsichtigsten Gastgeber – auch in besonders herausfordernden Zeiten wie diesen – sein zu dürfen.

Unterschrieben haben den Brief Christian Kresse, Chef der Kärnten Werbung, die Spartensprecher Josef Petritsch, Sigismund Moerisch und Stefan Sternad, Hubert Koller von der ÖHV, Adolf Kulterer vom Verein der Tourismusverbände Kärnten und Christopher Gruber von der Tourismusregion Nassfeld-Lesachtal-Weissensse, Die Tourismusregionschefs Stefan Brandlehner, Markus Ramsbacher, Paula Müllmann, Georg Overs, Helmuth Micheler, Roland Sint, Robert Karlhofer, Gunter Brandstätter, Edith Sabath-Kerschbaumer von Urlaub am Bauernhof und Silke Egger vom Verband der Kärntner Privatvermieter.

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Danke für Ihr Verständnis.

himmel17
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Geld sticht Leben!???

Sind wir wirklich schon so weit gekommen?

himmel17
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Das Sterben in Österreich, insbesondere in Kärnten, muss endlich aufhören!