PersonalmangelGewerbe und Handwerk: "Aufträge müssen abgelehnt werden oder Kunden warten"

Handwerk hat goldenen Boden – das ist mehr als eine Redensart. Die Auftragslage ist enorm, der Fachkräftemangel aber ebenfalls. Eine Schlüsselrolle spielt mehr denn je die Ausbildung.

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Das Installationsunternehmen Pusar aus Friesach ist ein erfolgreicher Betrieb. Die Auftragslage und das Betriebsklima sind gut, es werden vorbildhaft Lehrlinge ausgebildet. Alles passt – bis auf eines: Valentin Pusar und sein Sohn Sandro, der mittlerweile in den Familienbetrieb eingestiegen ist, suchen laufend händeringend Fachkräfte. Installateure, um genau zu sein. Und das nicht erst seit ein paar Monaten, sondern schon seit Jahren. Stelleninserate, AMS, Aufrufe auf Facebook, nichts hat funktioniert. Die Konsequenz: Es mussten immer wieder auch Aufträge abgelehnt werden. Denn die gibt es, sie haben in der Zeit der Pandemie sogar noch zugenommen.

Kommentare (3)
lamagra
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Selbstgemachtes Problem!

Jahrzehntelang wurde immer gejammert, dass es zu wenig Akademiker in Ö gibt!
Als Folge wurde massiv daran gearbeitet, der Jugend einzureden, dass unbedingt studieren müssten, weil sonst NIE etwas aus ihnen wird.
Jeder der doch eine Lehre gewählt hat, wurde von den Klassenkameraden verspottet.
Die Folge, jeder der gerade mal 1 und 1 zusammenzählen kann, will jetzt studieren. Und genau diese Personen gehen dem Arbeitsmarkt jetzt ab.

onyx
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Verweigerung

Als es in Familie und Bekanntenkreis um Schülerpraktika bzw. Ausbildungen ging, haben so manchen handwerkliche Betrieben den interessierten Mädchen bzw. jungen Frauen gezeigt was sie von weiblichen Mitarbeitern hielten: nämlich gar nichts. Wenn das heute noch immer so ist - dass man sich gegen ca die Hälfte der Menschen im erwerbsfähigen Alter verwehrt - wundert mich gar nichts.

Frauen im Baugewerbe sind sogar bis heute ein Kuriosum, obwohl es durchaus Damen gibt die sich für eine solche Tätigkeit interessieren würden.

umo10
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Die Geschichte wiederholt sich

War es in den 70er Jahren die politische Entscheidung unsere Seen zu retten und Ringkanalisationen zu graben; wo tausende ex-Jugoslawen angeheuert wurden, die zu einem erheblichen Teil bei uns geblieben sind, so benötigen wir jetzt nach der politischen Entscheidung für den Umweltschutz und Einführung von pflegestufen, auch wieder tausende ausländische Arbeiter, die fotovoltaik und Geleise zur Umsetzung bauen