Brief an 4500 Kunden „Preiswahnsinn“: Steirisches E-Werk hört als Energielieferant auf

Das E-Werk Ebner in Neudorf gibt’s seit 1928 – jetzt zieht man sich Ende November als Energielieferant zurück. Grund seien „verrückte Preissteigerungen“ an den Strombörsen.

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© Jürgen Fuchs / Faksi
 

Selbst Energieexperten der Kategorie „Branchenveteranen“ können sich an keinen vergleichbaren Schritt erinnern. Das traditionsreiche E-Werk Ebner, die Wurzeln reichen bis 1928 zurück, mit Sitz in Neudorf an der Mur (Gabersdorf) hat seine rund 4500 Kundinnen und Kunden in einem Schreiben darüber informiert, dass man als Energielieferant zurückziehen wird, bestehende Verträge werden mit 30. November gekündigt. Künftig werde man nur noch als Stromnetzbetreiber fungieren.

Kommentare (29)
peter800
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Na logisch..

.. Kündigt man Bestandsverträge.. Man kann es andersweitig derzeit ja besser verkaufen :)

mtttt
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Tendenz ist schlimm bis 2022

danach zeigen die Futures an der Leipziger Energieboerse wieder nach unten. Für 2023 und 2024 kann man sich wieder günstiger eindecken. Aber es bleibt der Druck in Richtung Elektromobilitaet, der der Energiewirtschaft die Büchse der Pandora öffnet um die Kunden abzuzocken. Erdölverbleibbist trotzdem keine Lösung, weil es irgendwann knapper wird und wieder teurer. Nur die Alleinloesung E-Mobilitaet ist ein Irrweg, und macht das Volk nur ärmer.

blackpanther
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Überraschung

dass die E-Wirtschaft den Kauf von e-Autos, e-Bikes jnd jetzt E-Scooter massiv beworben und gefördert hat. Hat wirklich jemand geglaubt dass sie das nur aus Umweltschutzgründen macht? Die Leute werden in diese Energiefresser hineingedrängt und jetzt werden die Kosten für den Betrieb bald unleistbar! Mir tun nur diejenigen leid, die diesen Trend nicht mitgemacht haben und jetzt für den täglichen Haushaltsbedarf exorbitante Strompreise zahlen müssen, da helfen auch die paar Euro Klimabonus nichts…

SagServus
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Die Leute werden in diese Energiefresser hineingedrängt und jetzt werden die Kosten für den Betrieb bald unleistbar!

Das was zurzeit an E-Autos, E-Bikes und E-Scootern herumfährt ist für das derzeitige Netz ein Witz und sicher nicht der Grund für die jetzigen Preisanstiege.

Die meisten Preisanstiege resultieren einfach wieder daraus, dass die Wirtschaft wieder hochfährt und somit der Bedarf wieder auf das Niveau von 2019 gegeben ist.

2022 wirds im übrigen wohl die nächsten Preiserhöhungen geben. Ebenfalls nicht resultierend aus einem großen Mehrbedarf sondern auf Grund von Emissionszertifikate.

"Die Leute werden in diese Energiefresser hineingedrängt" - Sorry, aber ein E-Auto mit hoch geschätzten 20kWh/100km sind als äquivalent 2l Diesel auf 100km. Den Verbrenner zeigst mir, der das schafft.

calcit
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Die E-Wirtschaft hat gar nichts beworben...

...vor allem die Regierungen mittels Förderungen und vor allem die Hersteller von E-Autos und E-Mobility... die E-Wirtschaft hat sehr wohl darvor gewarnt. Nur ist dieser Preisanstieg bei weiten nicht auf die E-Mobility zurück zuführen. Das sind ganz andere Ursachen - Teuerung bei Gas, Kohle, Ausstieg bei Kohle und Atom, Windflaute in Deutschland, CO2 Preisanstieg....

blackpanther
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Von eMobilität profitieren

finden Sie z B auf der Homepage der Energie Steiermark inkl sämtlicher Förderungsmöglichkeiten… ist ja ihr Geschäft und wird logischerweise auch von allen Energieanbietern so beworben. Aber Ihre Behauptung dass nicht beworben wird, ist hiermit obsolet…

calcit
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Weil der E-Autoanteil ist derzeit noch zu gering um ins Gewicht zu fallen...

...aber was wirklich ins Gewicht fällt - was aber niemand wahr haben will: Datenverkehr bzw. Streaming (vor allem Serverkühlung) sowie der enorme Zuwachs an Klimageräte...

filipp
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Was passiert mit den Kunden

die den Brief erhalten, aber kein Internet haben und keine Gelegenheit haben, sich um einen neuen Anbieter umzusehen, weil sie weder mobil sind, noch Angehörige haben, die sich darum kümmern? Werden diesem einzelnen Kunden die Hauptsicherungen herausgedreht? Strom hat ja bekanntlich kein Mascherl und niemand weiß, woher er kommt. Oder werden diese Kunden vom netzbetreiber einfach weiterverkauft?

Alfa166
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Naja, diese Klientel kann zumindest telefonisch einen Termin

Bei zb. E-Steiermark, Verbund, Kiendler ausmachen und ein Beratungsgepräch einfordern. Falls dies versäumt wird, dann gibt es ab dem Zeitpunkt der Liefereinstellung keinen gültigen Vertrag mit dem E-Werk Ebner und somit auch keinen Strom. Ganz einfach, aber ich denke diese Personengruppe könnte auch ganz einfach beim E-Werk Ebner anrufen und sich dort erkundigen und wird dann bestimmt auch weiter vermittelt.

GanzObjektivGesehen
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Was ist der Grund für diese extremen Preissteigerungen?

Das ist die eigentliche Frage. Die Gastwirtschaften am Boden. Die Nahversorgung wegen mangelnder Fahrer gefährdet. Niemand mehr der die Alten pflegt.
Wohnraum und Strom bald nicht mehr leistbar. Und die Häfen der Welt voll mit Luxusyachten, zu denen man mit Luxusautos fährt

Wohin steuern wir ?

calcit
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Ganz einfach...

...der massive Ausstieg aus Kohle und Gas in Deutschland, die enorme Nachfrag trotzdem nach Gas und Kohle, die Windflaute im heurigen Jahr in Deutschland, etc...

GanzObjektivGesehen
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Ja, ja und ja.

Ist aber trotzdem keine schlüssige Erklärung für das rasche Eintreten dieses Phänomens.....

calcit
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Und der Anstieg des CO2 Preises sowie die vermehrte Nachfrage...

...nach Strom...

madermax
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So schnell verpufft der 100-200 Euro Klimabonus...

Es hat schon einen ziemlich faden Beigeschmack, wenn man mit der Brechstange Richtung Elektroauto und Wärmepumpe gepeitscht wird, und gleichzeitig der Strompreis um 50% steigt…

scionescio
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"Der Strompreis erlebt tatsächlich seit Monaten einen enormen Höhenflug, das lässt sich auch am Österreichischen Strompreisindex (ÖSPI) ablesen, der derzeit – im Vergleich zum Oktober des Vorjahres – um fast 55 Prozent höher liegt. Die Großhandelspreise haben sich mehr als verdoppelt."

Zuerst mit Förderungen die eAuto-Fahrer anfüttern und wenn sie dann am Haken hängen, werden sie noch große Augen machen und sich den Betrieb ihrer schleichenden Verzichtserklärungen kaum mehr leisten können - die Lobbys der Energieversorger und AKWs haben gute Arbeit geleistet und es läuft dank naiver und ahnungsloser Politiker wie am Schnürrchen!

franki20
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Wie können wir uns nur in die totale Abhängigkeit der Energiekonzerne begeben.

Dumme Politiker zerstören unsere regionale Ölwirtschaft, anstatt die einheimischen Tankstellen zu unterstützen liefern wir uns der Atomlobby aus. Mein eigenes Ölfeld im Garten muss ich stilllegen und stattdessen teuren Strom aus dem Ausland kaufen.

Edlwer
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Leider völliger Blödsinn...

... gerade wer die lezten Tage Nachrichten gehört hat sollte mal ganz einfach nachrechnen.
Durchschnittlericher Jahresbedarf an gefahrenen Kilometern 12000km, das sind ca. 900l Öl.
Heizbedarf für ein Wohnhaus, ja ja, 2000-3000l
Und jetzt ersetz das mal durch ein E-Auto und Wärmepumpe, dann wirst du sehen, das E-Auto braucht nicht mehr als eine Wärempumpe.....

Und Wärempumpen werden forciert weil das beste, und niemand regt sich auf!
Aber beim Stromverbrauch fürs E-Aute........ Teufel komm raus!

scionescio
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@Edlwer: in Deutschland wird aktuell ca. 550TWh in Form von Benzin und Diesel getankt ...

... wegen des besseren Wirkungsgrad von BEVs entspricht das ca. 200TWh bei einer Umstellung auf eAutos - erkennst du jetzt das Geschäft dahinter, wenn erst einmal alle von den Energieversorgern abhängig sind und es defacto keinen freien Wettbewerb mehr gibt?

SagServus
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rkennst du jetzt das Geschäft dahinter, wenn erst einmal alle von den Energieversorgern abhängig sind und es defacto keinen freien Wettbewerb mehr gibt?

Welchen freien Wettbewerb gibt es denn bei Diesel und Benzin?
Welchen freien Wettbewerb gibt es bei deinen efuels oder Wasserstoff?

Zu Hause kann ich mir wenigstens eine PV Anlage aufs Haus schnallen oder mich unabhängigen Energiegemeinschaften anschließen.

Die Abhängigkeit beim Strom ist weitaus geringer als bei den anderen Anbietern.

andal18
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Abhängig sind wir immer

ob es eine Öl-, Energie- oder AKW Lobbys. Fakt ist, dass dezentrale Erzeugung autonomer macht. Einen Ölbohrturm mit Raffinerie stellt man aber schwerer auf als eine Photovoltaik mit Umrichter. Und man kann, wenn man ÖL bzw. Benzin/Diesel affin ist, damit auch Strom erzeugen, andersrum gehts nicht - was wieder den Schluß zulässt, dass die Zukunft elektrisch ist - bei heizen und fahren.

scionescio
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@andal18: zu glauben, dass sich eine PV Anlage nebst Speicherakku auch nur irgendwann während der Lebensdauer amortisiert, ist mehr als naiv!

Produktion und Entsorgung der PV Zellen sowie des Speicherakkus ist auch aus Umwelt- und Klimasicht so ein Thema und den Rest hat Carlo62 schon ausgeführt.

So nebenbei: selbstverständlich kann ich mit CO2 und Wasserstoff unter zuhilfenahme von Strom eFuels erzeugen.

SagServus
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zu glauben, dass sich eine PV Anlage nebst Speicherakku auch nur irgendwann während der Lebensdauer amortisiert, ist mehr als naiv!

Wenn Strom immer teurer wird, wird sich auch die PV Anlage und ein etwaiger Speicher irgendwann rentieren.

Das er sich jetzt auf Grund des billigen Stroms nicht rentiert, stimmt natürlich.

andal18
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wann armortisiert sich deine Ölraffinerie ;)

Birnen, Zwetschen, Erdäpfel - don´t mix it up, du driftest immer ab in das BEV und PV Basching :)

scionescio
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@andal18: wenn ich mir die Bilanzen anschaue, würde ich sagen, in kürzester Zeit ;-)

Nur weil du einem Argument nicht folgen willst/kannst, hat das nichts mit deinem Obstsalat zu tun ;-)

Carlo62
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@andal

Jede PV-Anlage benötigt, da volatil, ein Backupkraftwerk. Außerdem kann ein Netz ohne rotierende Massen nicht stabil (eigentlich gar nicht) betrieben werden. Windkraft (läuft auch über Wechselrichter) und PV können daher nur zu einem gewissen Prozentsatz die Stromversorgung übernehmen. Der überwiegende „Rest“ kann nur mit Generatoren (rotierende Massen) erzeugt werden.

andal18
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tlw. Richtig, aber für einen Inselbetrieb brauchst du keine

Netzsynchronisation

 
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