Hans Innerhofer ist gerade dabei, seine Elstar auf seinem Hof in Villach-Landskron zu ernten. "Das gute Wetter der letzten drei Wochen hat den Äpfeln gut getan", sagt der der gebürtige Südtiroler, den sein Bodenkulturstudium in Wien vor 40 Jahren nach Kärnten verschlagen hat. Er lernte dort seine Frau Gertrude kennen.

Innerhofer ist von Beruf Obstbauer. Er bewirtschaftet fünf Hektar mit Äpfeln, Kirschen und Zwetschken, nebst zwölf Hektar Ackerland. 95 Prozent seiner Ware verkauft er ab Hof. Und er ist einer der fünf Kärntner Schulobstproduzenten - ein EU-Projekt, das 2006 gestartet wurde, um den Obstkonsum der jungen Menschen zu fördern. Ein Beruf mit Risiken, wie zum Beispiel dem Apfelwickler, auch Obstmade genannt. Oder den Frösten. Im Vorjahr musste Innerhofer seine Flächen in dieser Zeit zwölf Nächte lang mit einem Rundsprenger beregnen, um die Ernte zu schützen.

Das Corona-Virus hat den Kärntner Obstbauern nicht geschadet. Im Gegenteil. "Wir konnten viele neue Kunden gewinnen", sagt Innerhofer. "Der Trend zu Regionalität und heimischen Produkten spielt uns in die Hände", ergänzt Siegfried Quendler, Leiter des Obst- und Weinbauzentrums der Kärntner Landwirtschaftskammer in St. Andrä. Bleide glauben: "Der Kärntner Obstbau könnte noch mehr Akteure vertragen. Die Flächen wären da. Einige Kärntner Landwirte sind zuletzt tatsächlich auch in diesen Erwerbszweig umgestiegen." Auch muss durch den Regionaltrend weniger Werbung gemacht werden für das heimische Obst. "Klimakrise und CO2-Diskussionen tun ihr Übriges. Die Generation nach uns hat einen noch stärkeren Bezug zu heimischen Obst. Nicht so wie früher, als manche dachten, es wächst im Supermarkt", sagt Innerhofer, der 1960 geboren ist.

Siegfried Quendler, Leider des Obst- und Weinbauzentrums der Kärntner Landwirtschaftskammer
Siegfried Quendler, Leider des Obst- und Weinbauzentrums der Kärntner Landwirtschaftskammer © KK

180 Hektar Intensivobstfläche (für den Frischmarkt, also zum Verzehr) hat Kärnten insgesamt. Der Großteil - rund 60 Hektar davon - sind Erdbeerfelder für Selbstpflücker. Es folgt der Apfel auf rund 30 Hektar. Hier wiederum vor allem die Sorten Gala, Elstar und Pinova.

Streuobstbau wird in Kärnten auf 6000 Hektar betrieben. Diese Erträge werden weiterverarbeitet zu Most, Saft, Bränden oder Essig. Hier geht es vor allem um Äpfel, Birnen, Zwetschken, Kirschen und Nüsse.

Bleibt der Wein. 140 Hektar Fläche macht der Weinanbau in Kärnten zurzeit aus. Von Villach ostwärts, um die Seen, bis ins Lavanttal. Zwei Drittel sind Weißwein, etwa Grauburgunder, Chardonnay und Riesling, ein Drittel ist Rotwein, zum Beispiel Zweigelt oder Blauburgunder. Auch die Piwi-Rebsorten sind in Kärnten anbaumäßig auf dem Vormarsch. Damit sind Pilzwiderstandszüchtungen gemeint, die bei der Kultivierung mit weniger Pflanzenschutz auskommen. Dass die Flaschen meist höherpreisiger sind, als ähnliche Weine aus der Steiermark oder dem Burgenland, erklärt Quendler so: "In Kärnten ist jeder Weinbauer Einzelkämpfer. Der Aufwand in der Produktion ist dadurch jeweils höher."