SophiaGrazer Start-up bringt "digitale Versicherungsmaklerin" auf den Markt

Das Grazer Start-up Sophia startet mit einer „digitalen Versicherungsmaklerin“ durch. Und tritt als „InsureTech“ auf einen zurzeit besonders rasant wachsenden Markt.

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Wollen den Versicherungsmarkt weiter digitalisieren: Dani Pichler, Karl Haas, Petra Fröschl-Zückert und Sebastian Peischl
Wollen den Versicherungsmarkt weiter digitalisieren: Dani Pichler, Karl Haas, Petra Fröschl-Zückert und Sebastian Peischl © WWW.HARALDTAUDERER.COM
 

Zwei Software-Entwickler, zwei Versicherungsexpertinnen und eine gemeinsame Idee: Die Entwicklung einer digitalen und persönlichen Versicherungsmaklerin.

Ende 2019 begann beim Grazer Start-up Sophia – auch dank einer Förderung durch die aws – die heiße Projektphase, seit Juni ist die App des Jungunternehmens final verfügbar. Für die Verwaltung baute das Start-up ein eigenes Software-Ökosystem, den inhaltlichen Fokus will Sophia auf „Gesamtversicherungsschutz“ legen, wie Mitgründer Karl Haas schildert. „Betreuung und Bedarfsanalyse“ fallen als Schlagwörter gerne. Was bedeutet, dass Nutzerinnen und Nutzer der App nicht nur sämtliche bestehende Verträge abbilden, sondern auch den Versicherungsbedarf erheben und in Folge die Leistungen optimieren können. Auch neue Verträge können via Sophia abgeschlossen werden, Schadensmeldungen reicht man per WhatsApp oder Signal ein.

Mehr Automatisierung als Ziel

Geld verdient Sophia zurzeit in Form von Provisionen, wenn User neue Versicherungen abschließen. Ein wenig denkt man beim Start-up aber auch schon an ein Abo-Modell. So könnte man künftig „noch stärker herausstreichen, dass wir von Versicherern unabhängig sind“, erklärt Karl Haas. Aktuell arbeitet das Start-up an einem eigenen Tarifrechner. Auch wenn es komplex ist, alle Tarife von allen Versicherern zu bekommen, so zeigt man sich bei Sophia sicher, „jedenfalls ausreichend Tarifmodelle zu bekommen, um den Markt abzubilden“.

Ziel des Teams hinter Sophia ist es jedenfalls, sukzessive Teile der Dienstleistung technisch zu „automatisieren“, erzählt Haas. Noch werden die jeweils passenden Versicherungen für Kunden manuell ausgewählt, bald sollen das Algorithmen erledigen. Nur dann wird sich das digitale Geschäftsmodell auch wirklich rechnen.

650 Millionen Euro für Wefox

Sophia zählt jedenfalls zur Welt der sogenannten „InsureTech“, in der sich innovative Jungunternehmen tummeln, die auf digitalen Technologien basierende Dienstleistungen im Versicherungssektor anbieten. Eine noch junge Welt, die zurzeit aber außergewöhnlich viel Interesse von Risikokapitalgebern auf sich zieht. Alleine im zweiten Quartal des heurigen Jahres floss so viel Geld wie überhaupt noch nie in InsureTech-Start-ups. 162 Transaktionen und eine Gesamtinvestitionssumme von 4,8 Milliarden US-Dollar (4,1 Milliarden Euro) zählt das Beratungsunternehmen Willis Towers Watson. Am meisten Geld sammelte dabei das deutsche Start-up Wefox, das Anfang Juni 650 Millionen Euro einsammelte. Und nicht zuletzt deswegen seit Anfang August auch in Österreich mit einer neuen App am Markt ist.

Kommentare (3)
altbayer
0
8
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Digitalisierung

Der Versicherungsangestellte wird durch die App wegrationalisiert - der Gewinn für die Versicherung größer - wollen wir das?
Meldet mir die App auch mein Fahrzeug an - hinterlegt die App auch im Winter meine Motorrad-Kennzeichen - hilft mir die App auch Wochenende bei einem Schaden - also ich bleibe da beim Kundendienst meines Maklers.

sonniboy
0
5
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Ich auch!

Überhaupt ein revolutionäres Konzept: Versicherungen online verticken und dafür Provisionen kassieren ... Gibt's ja noch gar nicht. 🙈

Balrog206
0
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Setzt

Sich die App auch mal für eine Kulanz Lösung ein ?