In Österreich Ausbau der erneuerbaren Energie treibt Kosten für Gas- und Stromkunden

Bei Gas im Schnitt um 30 Euro jährlich, bei Strom um 14 Euro pro Haushalt. AK rechnete zuletzt mit 120 Euro Ökostromabgabe im Jahr, dafür künftig über halbe Million Haushalte ganz oder teils befreit.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
© Jürgen Fuchs
 

Durch den rasanten Ausbau der erneuerbaren Energien in Österreich werden die von den heimischen Energiekunden zu tragenden damit verbundenen Kosten stark steigen. Das Klimaschutzministerium schätzt laut "Wiener Zeitung" (Dienstag), dass Haushalte für Gas im Schnitt um 30 Euro pro Jahr mehr bezahlen müssen. Für die Strompreise ging das Ministerium schon vorige Woche von einer Steigerung der Ökostromabgabe um durchschnittlich 14 Euro pro Jahr auf 114 Euro pro Haushalt aus.

Die Arbeiterkammer (AK) hatte zuletzt geschätzt, dass man künftig 120 Euro Ökostromabgabe im Jahr zahlen muss. Ausgenommen sind Haushalte die aufgrund ihres niedrigen Einkommens von der GIS-Gebühr befreit sind - sie müssen laut neuem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) auch keine Ökostromabgabe zahlen, für Niedrigeinkommens-Haushalte werden sie mit 75 Euro gedeckelt. Insgesamt sollen dem Ministerium zufolge rund 550.000 Haushalte gar keine oder geringere Ökostrom-Abgaben bezahlen müssen, etwa Sozialhilfeempfänger, Mindestpensionisten und alleinerziehende Frauen.

Laut der Zeitung "Österreich" (Dienstag) müssen durch das EAG Wiener Gaskunden im Schnitt 45 Euro pro Jahr mehr zahlen, Stromkunden im Schnitt um 15 Euro mehr.

Genaue Höhe lässt sich noch nicht exakt berechnen

Schon bisher wird über die Stromrechnung die Ökostrompauschale und der verbrauchsabhängige Ökostrom-Förderbeitrag eingehoben. 2020 waren das rund 90 Euro im Jahr, heuer werden es voraussichtlich 110 Euro sein, sagte Vorstandsdirektor Wolfgang Urbantschitsch von der Regulierungsbehörde E-Control laut ORF-Radio-Bericht vom Wochenende. Die genaue Höhe der künftigen Abgaben gemäß EAG lasse sich noch nicht exakt errechnen.

Laut den Wiener Netzen wird der Strompreis in den kommenden Jahren auch ohne Ökostromabgabe steigen, nämlich wegen einer Erhöhung der Netzgebühr. Als Grund werden neue Anforderung ans Stromnetz genannt. Die Versorgung werde immer dezentraler und dadurch komplexer, PV-Anlagen würden Konsumenten zu Erzeugern zu machen. "Die Talsohle der Netzgebühr ist erreicht, sie wird in Zukunft teurer werden", argumentiert man laut "Wiener Zeitung" bei den Wiener Netzen.

Kommentare (6)
rontin
0
3
Lesenswert?

Ökostromabgabe für alle ...

... es sollte sich nach dem Verbrauch richten... wieder eine Ausnahme für gewisse Gruppen ist nicht fair ... die werden von allem befreit und die die blöd Hackeln blechen ....

Robinhood
1
4
Lesenswert?

Es geht um uns

Wir alle zahlen die Förderungen für den erneuerbaren Energieausbau als Energiekunden und nicht nicht der Staat. Es ist kein öffentliches Geld und wir alle werden zur Kasse gebeten. Ist ja großartig wenn man das Gesetzt erst feiert und danach drauf kommt was das bedeutet. Es geht ums Abkassieren und Verteilen. Neben den höchsten Netzgebühren werden wir in Zukunft auch die höchsten EEG Zuschläge zahlen müssen.

metropole
5
23
Lesenswert?

Erinnerung

Hoffentlich erinnern sich die Wähler bei der nächsten Wahl wer die höheren Strom und Gaspreise,Auto Nova etc.Verursacht haben.Die Grünen sollen die Rechnung präsentiert erhalten. Die nächsten Erhöhungen werden folgen ...

picklanton
20
9
Lesenswert?

Klimaschutzkosten

Die Kosten des Klimaschutzes werden noch höher werden, weil unsere Gesellschaft schon die längste Zeit auf Kosten eines Luxuskonsums lebt. Bin froh, dass endlich eine Regierungspartei dieses Thema stärker aufgreift

haraldk1969
8
20
Lesenswert?

Selber Schuld

wenn man die Grünen wählt.
Aber die
Grünen könnten eigendlich ohne Strom und Fahrzeuge leben, dann würde alles wieder billiger sein.

aToluna
14
5
Lesenswert?

Die Grünen

Deshalb sind die Grünen in Deutschland mit Abstand zweitstärkste Partei und nicht einmal in der Regierung, die jetzt OHNE die Grünen noch strengere Masnahmen als in Österreich beschlossen hat.