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BIP-PrognoseEU erwartet heuer Wachstum von 3,4 Prozent in Österreich

Leichte Erholung in EU und Eurozone aufgrund wachsender Impfraten und Öffnungsschritte. In ihrer Winterprognose war sie lediglich von einem Plus von 2 Prozent ausgegangen. Dennoch liegt Österreich unter dem EU-Durchschnitt.

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© (c) gui yong nian - stock.adobe.com
 

Die Aussichten für die heimische Wirtschaft haben sich wegen der wachsenden Impfraten und Öffnungsschritte in der Coronavirus-Pandemie laut EU-Kommission wieder leicht gebessert. Sie hat ihre Prognose zumindest für 2021 wieder angehoben. Heuer rechnet die Brüsseler Behörde mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,4 Prozent. In ihrer Winterprognose war sie lediglich von einem Plus von 2 Prozent ausgegangen. Dennoch liegt Österreich unter dem EU-Durchschnitt.

Im kommenden Jahr dürfte für Österreich der Aufschwung andauern: Für 2022 geht die EU-Kommission von 4,3 Prozent Wachstum aus. Das ist allerdings ein um fast 1 Prozentpunkt geringerer Anstieg als noch im Winter prognostiziert. "Es wird erwartet, dass sich die Aktivität im Tourismussektor im Laufe des Sommers allmählich erholt, aber Ende 2022 immer noch etwas unter dem Vorkrisenniveau liegt", heißt es in der Vorausschau.

Die Wirtschaft der Eurozone dürfte der Brüsseler Prognose zufolge heuer um 4,3 Prozent und 2022 um 4,4 Prozent wachsen. In der gesamten EU werde das BIP voraussichtlich heuer um 4,2 Prozent ansteigen, im kommenden Jahr 4,4 Prozent. Alle EU-Staaten "sollten bis Ende 2022 wieder das Vorkrisenniveau erreichen", so die EU-Kommission.

Blümel: "Härter von der Krise getroffen als andere"

"Österreich wurde 2020 als Export- und Tourismusnation härter von der Krise getroffen als andere Länder, trotzdem deuten alle Prognosen auf eine starke Erholung der Wirtschaft hin. Obwohl es im ersten Quartal de facto keinen Wintertourismus gab, sind wir wirtschaftlich besser in das Jahr gestartet als viele Länder der EU, etwa Deutschland", kommentiert Finanzminister Gernot Blümel die heutigen Zahlen der EU-Kommission.  "Die heutigen Zahlen der Kommission zeigen, dass unser Krisenmanagement in der dritten Welle gut gewirkt haben. Durch die regionalen Maßnahmen statt einem weiteren bundesweiten Lockdown haben wir nicht nur die Pandemie unter Kontrolle gebracht, sondern auch den Wirtschaftsstandort vor größerem Schaden bewahrt." Die Corona-Hilfen "haben viel Geld gekostet, aber sie haben wertvolle Arbeitsplätze und Unternehmen gerettet, die uns jetzt beim Comeback Österreichs helfen werden". Durch die schrittweisen Öffnungen am 19. Mai werde sich die Situation weiter entspannen, so Blümel. "Daher bin ich zuversichtlich, dass sich die wirtschaftliche Lage 2021 weiter verbessern wird."

Mehr Zuversicht

Noch Mitte Februar setzte Kommission schwächere Werte an. Damals hieß es, die Wirtschaftsleistungin der EU werde dieses Jahr um 3,7 Prozent steigen und in der Eurozone um 3,8 Prozent. Für 2022 wurden 3,9 Prozent Wachstum für die EU und 3,8 Prozent für die Eurozone prognostiziert.

"Der Schatten von Covid-19 hebt sich langsam von der europäischen Wirtschaft", erklärte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni. Die beispiellose Finanzhilfe bleibe aber zur Unterstützung von Unternehmen und Arbeitnehmern weiter wichtig. Die Defizite und die Verschuldung würden deshalb dieses Jahr auf einen Höhepunkt steigen, bevor sie wieder abnähmen.

Auch am heimischen Arbeitsmarkt sieht die EU-Kommission eine leichte Erholung für 2021 und 2022. Nach einem Rückgang um 1,7 Prozent im vergangenen Jahr soll die Beschäftigung in den kommenden Jahren wieder ansteigen. Die Arbeitslosenquote wird nach Berechnungen der EU-Kommission wieder allmählich sinken: 2021 auf 5 Prozent und 2022 auf 4,8 Prozent. Damit würde Österreich unter dem EU-Durchschnitt liegen: In der EU wird der Prognose zufolge die Arbeitslosenrate 2021 bei 7,6 Prozent liegen, 2022 bei 7 Prozent; In der Eurozone 2021 bei 8,4 Prozent und 2022 bei 7,8 Prozent.

Ebenfalls Verbesserungen gibt es beim Defizit. Nach einer Verschuldung von Minus 8,9 Prozent des BIP im Jahr 2020 wird 2021 nur mehr ein Defizit von Minus 7,6 Prozent des BIP erwartet. Das liege am "verbesserten makroökonomischen Umfeld und dem Auslaufen temporärer Notfallmaßnahmen", heißt es in der Prognose. 2022 soll die Verschuldung aufgrund des "stärkeren BIP-Wachstums" auf minus 3 Prozent des BIP zurückgehen.

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