Sensorenhersteller Gute Auftragslage und neuer Name für die steirische ams AG

Das Unternehmen wird künftig als "ams OSRAM" auftreten. Sensorhersteller verbuchte im ersten Quartal einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro.

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© ams AG
 

Anfang März hat der steirische Sensorhersteller ams AG auch rechtlich die Kontrolle über den deutschen Traditionskonzern Osram übernommen. Der sogenannte Beherrschungsvertrag wurde eingetragen. Und um keinen Zweifel an der gemeinsamen Zukunft aufkommen zu lassen, wurde bei der Präsentation der Quartalszahlen bekannt gegeben, dass das Unternehmen zukünftig als "ams Osram" auftreten werde. Ein neuer Markenauftritt sei bereits in Arbeit.

Passend dazu wird Osram auch wieder vom Kurszettel der Frankfurter Börse verschwinden. Im Zuge der Auslistung bietet die ams AG den bestehenden Altaktionären 52,3 Euro je Anteilsschein. Eigenständige Berichte über das Osram-Geschäft wird es daher zukünftig nicht mehr geben.

Börsenrückzug

1,38 Milliarden Euro will die ams AG nun in die Hand nehmen, um auch die verbleibenden 28 Prozent der Osram AG zu kaufen. Damit soll das Unternehmen von der Börse genommen werden. Bisher hat der Sensorkonzern schon rund 4,6 Milliarden Euro für die Übernahme gezahlt.

Und auch aus den künftigen Zahlen der Gruppe werden sich diese nicht herauslesen lassen. Das Unternehmen wird sich nämlich auf zwei Geschäftsbereiche konzentrieren: "Semiconductors" und "Lamps and Systems". Der erste Bereich umfasst das bisherige ams-Geschäft zusammen mit dem Halbleiter-Angeboten von Osram. Der zweite Teil umfasst vor allem Lichtlösungen für Autos.

Ausblick

Die Integration der beiden Unternehmen zu einer gemeinsamen Gruppe sei laut Vorstands-Chef Alexander Everke auf einem guten Weg. So könnten schon jetzt die Synergie-Effekte erhöht werden. Er rechnet mit Einsparungen in den kommenden Jahren in Höhe von 350 Millionen Euro, statt ursprünglich 300 Millionen Euro.

Im Bereich Smartphone ist das Geschäft im ersten Jahresviertel üblicherweise etwas schwächer, weshalb das Geschäft im Automotive-Bereich im ersten Quartal stärker war. Hier profitiert das Unternehmen vor allem von der robusten Nachfrage seitens der Autobauer. Everke gesteht: "Obwohl die Produktion bei Osram vollkommen ausgelastet ist, können wir teilweise die hohe Nachfrage nicht bedienen."

Sowohl Kurzfristig als auch mittelfristig habe man bereits innovative Produktlösungen für alle Kunden in Arbeit, sagt Everke bei der Präsentation der Zahlen und will damit Gerüchte über einen möglichen Absprung von Apple entgegenwirken. Zukünftig wolle man sich beispielsweise auf Mikro-LED-Technologie konzentrieren und Sensoren bereits im Display verbauen. Im Automobilbereich würden mit Pixel-Light neue Anwendungen möglich. Ein Hoffnungsmarkt sind auch Lösungen zur Desinfektion von Oberflächen ohne Chemie, mittels Licht.

Insgesamt ist Everke mit den Ergebnissen des ersten Quartals 2021 zufrieden. Das Geschäft sei "in der oberen Hälfte bzw. nahe dem oberen Ende der Erwartungsspanne" gelegen. Im ersten Quartal habe der Umsatz 1,55 Milliarden Dollar (1,29 Milliarden Euro) betragen. Das Segment Semiconductors trug 65 Prozent zum Gesamtumsatz bei, das Segment L&S 35 Prozent. Der erwartete Gruppenumsatz für das zweite Quartal werde bei 1,43 bis 1,53 Milliarden Dollar liegen.

Kommentare (1)
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Da wird die Zentrale wohl bald nach München wandern...