Plus von 20,4 Prozent Rewe: Umsatzrekord im Coronajahr

Das Krisenjahr als Erfolgsjahr: Lebensmittelhändler Rewe (Billa, Billa Plus, Penny) steigerte den Umsatz im Vorjahr deutlich. Einzig die Tourismus-Sparte des Konzerns musste Einbußen hinnehmen.

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In Österreich ersetzte Rewe Merkur durch die Marke Billa Plus
In Österreich ersetzte Rewe Merkur durch die Marke Billa Plus © APA/HELMUT FOHRINGER
 

Die florierenden Geschäfte in den Supermärkten und die Übernahme des deutschen Großhändlers Lekkerland haben der Rewe-Gruppe im Coronajahr 2020 einen Wachstumsschub beschert. Die Umsätze der Billa-Mutter stiegen gegenüber dem Vorjahr wechselkursbereinigt um 20,4 Prozent auf den neuen Rekordwert von 75,3 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Doch ging die Pandemie auch an Rewe nicht spurlos vorbei. Im Touristikgeschäft brachen die Umsätze massiv ein.

"Das Jahr 2020 war selbstverständlich auch für uns in der Rewe Group überschattet von den Folgen der Coronapandemie. Wir konnten unsere selbstgesteckten wirtschaftlichen Ziele letztlich erreichen, weil die positive Entwicklung in unserem Handelsgeschäft die schweren Belastungen unserer Touristik-Sparte ausgeglichen hat", sagte Rewe-Chef Lionel Souque.

Wachstum in allen Ländern

Im Supermarktgeschäft in Deutschland stiegen die Umsätze der genossenschaftlichen Gruppe um mehr als 12 Prozent auf 26,5 Milliarden Euro. Besonders gut schlugen sich einmal mehr die selbstständigen Rewe-Kaufleute. Ihre Umsätze legten durchschnittlich sogar um mehr als 20 Prozent zu. Auch Supermarkt-Umsätze in anderen europäischen Ländern wuchsen - allerdings deutlich schwächer. In Österreich gehören Billa, Bipa, Penny und Adeg zu Rewe.

Die konzerneigene Diskont-Tochter Penny steigerte ihre Umsätz1e in Deutschland um 5,4 Prozent auf 8 Milliarden Euro. Im europäischen Ausland stieg der Umsatz von Penny um 8,3 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro.

Ganz anders sah es im Geschäftsfeld Touristik aus, wo Rewe mit Marken wie DER Touristik, ITS, Meiers Weltreisen und Kuoni unterwegs ist. Hier brachen die Umsätze pandemiebedingt um 73,9 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro ein. Das neue Geschäftsfeld Convenience - mit der Lekkerland-Gruppe - erwirtschaftete einen Umsatz von gut 13 Milliarden Euro.

Doch steckte der Konzern dies aufgrund der Erfolge im Lebensmittelhandel erstaunlich gut weg. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) stieg sogar um rund 34 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis sank allerdings nicht zuletzt durch eine deutlich gestiegene Steuerlast um fast 20 Prozent auf 415 Millionen Euro. Hier wirkten sich Rewe zufolge unter anderem nicht verrechenbare Verluste der DER Touristik-Gruppe aus.

Kommentare (1)
dani0212
0
1
Lesenswert?

Die wertlosen Systemerhalter

Interessant, vor allem wie der Konzern es seinen Mitarbeitern dankt. Man sieht in allen Filialen immer weniger Personal (bzw Personal mit immer weniger Stunden, denn Stundenkürzung ist ja kein Personalabbau!) und dieses ist durch Corona ständig überlastet. Wie reagiert der Konzern darauf? Man lässt sie beispielsweise zum Dank an den Osterfeiertagen tausende Preistafetl neu stecken und Billa Plus Aufkleber anbringen. Aber was sollen sie sich beschweren, haben ja einen 100€ Einkaufsgutschein als große Prämie erhalten. Statt mögliche Prämien steuerfrei zu stellen hätte die Regierung alle Profiteure der Krise zu einem Zusatzgehalt für ihre Angestellten als Prämie verpflichten sollen, dies wäre eine beiweitem fairere Lösung gewesen(für alle Systemerhalter)