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Corona-GrenzkontrollenDeutsche Spediteure warnen: "Es drohen leere Supermarktregale"

Deutscher Spediteursverband: Leere Supermarktregale drohen. Kontrollen und Coronatest-Pflicht an mehreren Grenzen, Ringen um Ausnahmeregelungen.

© (c) AP (Slavomir Kubes)
 

Die deutschen Spediteure warnen wegen der beschlossenen Kontrollen und Coronatest-Pflicht an mehreren Grenzen zu Nachbarstaaten vor Liefer-Engpässen. "Wir sind stinkesauer", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterverkehr und Logistik (BGL), Dirk Engelhardt, am Freitag. Der Bund habe Kontrollen und Pflicht-Tests für Lkw-Fahrer ohne eine praktikable Strategie beschlossen.

"Wer ohne Ausnahme für den Güterverkehr negative Corona-Tests vor der Einreise fordert, muss auch dazu sagen, wo man diese Tests machen kann", forderte Engelhardt. "Anderenfalls bleiben nicht nur viele Supermarkt-Regale leer, weil uns die Lkw-Fahrer fehlen, sondern die Laufbänder vor allem auch in der Automobilindustrie stehen still, weil sie nicht mehr beliefert werden können."

Engelhardt verlangte Testzentren an den Grenzen oder eine Akzeptanz von Schnelltests ohne ärztliche Bescheinigung. Die Bundesregierung verwies bei den Testzentren auf die Verantwortung der Bundesländer. Sachsen und Bayern reagierten auf eine Reuters-Anfrage zunächst nicht. Ministerpräsident Markus Söder sprach jedoch von "praxisnahen Lösungen" für Berufspendler.

Ausnahmen gefordert

Wegen der Virus-Mutanten hatte Deutschland verschärfte Kontrollen und Pflichttests an den Grenzen zu Tschechien und dem österreichischen Tirol beschlossen, die am Sonntag in Kraft treten. Auch die Slowakei wird als Mutations-Gebiet eingestuft. Im Gespräch ist dies auch im Grenzgebiet zu Frankreich. An den Beratungen waren zwar Innen-, Gesundheits- und Außenministerium beteiligt. Das Verkehrsministerium jedoch nicht. Es wollte sich am Freitag auch nicht zu der Entscheidung äußern. Um die Lieferketten aufrecht zu erhalten, brauchten Lkw-Fahrer bislang keinen Test, solange sie sich nicht länger als 72 Stunden in einem Land aufhalten. Der Sprecher des federführenden Bundes-Innenministerium erklärte, man werde jetzt mit den Ressorts über Ausnahmeregelungen verhandeln. Dort gebe es unterschiedliche Interessenlagen, räumte er ein. Mögliche Ausnahmen würden jedoch "eng begrenzt" sein. Die Tests gelten als Kern des Beschlusses.

Als Frankreich wegen der Virus-Mutationen in Großbritannien eine Testpflicht im vergangenen Jahr verhängte, führte dies zunächst zu Chaos am Ärmelkanal. Inzwischen gibt es dort aber Testzentren, die laut BGL einen ärztlich bestätigten Test innerhalb weniger Minuten möglich machen.

Nach Angaben von BGL-Hauptgeschäftsführer Engelhardt wäre es am besten, die Fahrer in ihren gut isolierten Fahrerhäusern von der Testpflicht auszunehmen. Auch die EU fordere die Aufrechterhaltung der Lieferketten über sogenannte Green Lanes. Für die Unternehmen sei es derzeit auch schwierig, Berufspendler etwa aus Tschechien auf den Lkw einzusetzen.

Kommentare (6)
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MasterofSteel
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Wenn die Deutschen es so haben wollen

Ich würde die deutschen Transitrouten Richtung Süden für Deutschland schliessen. Da Deutschland seit der Flüchtlingskrise ihre Einreisenden verschärft kontrollieren, würde ihre zur Selbstverständlichkeit gewordenen Transportrouten aussetzen. Die können eh aussenrum fahren. Die Begründung dafür die Mutation die von Belgien nach Deutschland eingeschleppt wurde.

ronin1234
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Reaktion

Dann verzichten wir eben auf das eine oder andere Produkt.Seit ca.einem Jahr bin ich es schon gewohnt auf vieles verzichten zu müssen.

Stratusin
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Es ist kein Verzicht,

gewisse Produkte nicht zu haben. Es ist eine Befreiung von Abhängigkeiten die man weder braucht noch wirklich jemals wollte.

Hapi67
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Bei Populisten wie Söder

gibt es hält einfache durchdachte Lösungen für Probleme.

Stratusin
5
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Dann kaufen,

wir eben regional. Und was es nicht gibt, dafür gibt es ganz schnell neue regionale Lieferanten. Und alles brauchen wir sowieso nicht. Sehe es daher nicht als Drohung, sondern als Befreiung von Abhängigkeiten.

Peterkarl Moscher
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Nicht drohen !

Gut so von der Frächtergewerkschaft lassen wir uns nicht erpressen, nicht
in Österreich werden die Regale leer sondern in Deutschland. Wenn Herr
Söder das so will dann kann er es gerne haben !! Grenze dicht ist Grenze dicht und gut für die Tiroler Umwelt !