ArbeitsmarktKocher: Gipfel der Arbeitslosigkeit hoffentlich bald erreicht

112.000 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr, um 12.000 mehr als Ende Dezember.

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PRESSEKONFERENZ 'AKTUELLE LAGE AM ARBEITSMARKT': KOCHER
Kocher bei PK am Dienstag © APA/HERBERT NEUBAUER
 

Derzeit sind 532.751 Personen auf Jobsuche, das sind um rund 112.000 oder 26 Prozent mehr als vor einem Jahr, teilte das Arbeitsministerium am Dienstag mit. Davon waren 469.772 Menschen arbeitslos gemeldet und 62.979 in Schulung. Im Vergleich zum Dezember 2020 bedeutet das ein Plus von rund 12.000 Personen. Ursache für den Anstieg sei neben der üblichen saisonalen Flaute am Arbeitsmarkt der fehlende Saisonstart im Tourismus.

Der neue Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) rechnet mit einer weiter steigenden Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Arbeitslosen werde wahrscheinlich im Jänner und möglicherweise auch im Februar noch leicht ansteigen, das sei aber auch saisonal bedingt, sagte er Montagvormittag. "Ich hoffe, dass der Gipfel sehr bald erreicht ist." Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit hänge natürlich von der Pandemieentwicklung ab.

"Wir können nur abfedern"

Der Fokus liege nun darauf, dass die Impfungen möglichst rasch verabreicht werden, und dass die Infektionszahlen sinken. "Wir können nur abfedern", sagte Kocher. Auch eine allfällige Verlängerung der Kurzarbeit nach dem Auslaufen der derzeitigen Regelung Ende März hänge von der Corona-Pandemie ab. Wenn es noch Zeit brauche bis zu einer Durchimpfung, dann spreche das für die Verlängerung der Kurzarbeit.

Fehlender Saisonstart im Tourismus

Zusätzlich sind 414.773 Personen in Kurzarbeit. Bisher wurden 5,6 Milliarden Euro für die Unterstützung der Kurzarbeit ausbezahlt, für die aktuell bis Ende März laufende Phase 3 der Kurzarbeit sind 4 Milliarden Euro bewilligt. Über den weiteren Umgang mit der Kurzarbeit nach Ende März seien "zeitnahe" Gespräche mit den Sozialpartnern vorgesehen. Im Budget für 2021 seien vorerst 5 Milliarden Euro für Kurzarbeit reserviert, das Budget könne bei Bedarf aber noch erhöht werden.

Kochers erste Ansagen

Warum Kurzarbeit laut Arbeitsminister Martin Kocher kein Dauerinstrument ist und wie er die Homeoffice-Regelung priorisieren will, lesen Sie hier.

"Eine Million Jobs gesichert"

Aus Sicht des Arbeitsministeriums hat die Kurzarbeit bisher über eine Million Jobs gesichert, die Hälfte davon in der Warenerzeugung und im Handel. 94,5 Prozent der Menschen, die im April in Kurzarbeit waren, waren Ende Oktober noch in Beschäftigung.

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