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DeutschlandSteuer auf Home-Office: Deutsche Bank sorgt für Aufregung

Weniger Kosten für Fahrt zur Arbeit und Essen: Strategen der Deutschen Bank fänden eine fünfprozentige Abgabe gerecht.

Die Zentrale der Deutsche Bank in Frankfurt
Die Zentrale der Deutsche Bank in Frankfurt © APA/dpa/Boris Roessler
 

Von Strategen der Deutschen Bank ist die Idee einer Steuer auf Home-Office publiziert worden. In ihren Augen wäre eine fünfprozentige Abgabe auf Heimarbeit gerecht, weil sich die Mitarbeiter Fahrtkosten und teureres Essen ersparten. Über den Report berichteten "The Guardian", "FAZ" und "Der Standard". Der Vorschlag ist umstritten, User in Österreich vermuteten einen verspäteten Scherz zum Faschingsbeginn. Die Zeitung "Die Welt" nennt diese Strafsteuer-Idee geradezu absurd.

Der Studienautor Luke Templeman sieht im Home-Office ein Privileg. "Wir plädieren dafür, dass Heimarbeiter für dieses Privileg eine Steuer zahlen sollten." Sein Team schlage eine Abgabe in Höhe von fünf Prozent für diejenigen vor, die auch nach der Coronakrise regelmäßig von zu Hause aus arbeiteten und nicht aufgrund eines staatlich verhängten Lockdowns dazu gezwungen seien.

Milliardeneinnahmen

Die genannte Abgabe würde nach Berechnungen des Deutsche Bank Research in den USA jährlich 48 Milliarden Dollar (41 Mrd. Euro) und in Deutschland rund 16 Milliarden Euro einbringen. Damit könnten Subventionen für Niedrigverdiener und Arbeitnehmer in systemrelevanten Branchen finanziert werden, denn die hätten nicht das Privileg des Home-Office. Menschen, die im Home-Office arbeiten, tragen - so die Berichte - weniger zur Erhaltung der Infrastruktur bei und verlängern damit möglicherweise die Rezession. Die vorgeschlagene Abgabe würde vom Arbeitgeber entrichtet, wenn er seinem Mitarbeiter keinen Schreibtisch zur Verfügung stellt. Wenn der Arbeitnehmer beschließt, aus eigenem Bedürfnis zu Hause zu bleiben, würde er für jeden Tag, den er aus der Ferne arbeite, besteuert, so der Vorschlag von Templeman & Co. Mit dem Geld könne der Staat jedem der unteren 12 Prozent der Einkommensstaffel einen Zuschuss von 1.500 Euro zahlen, rechneten die Experten für Deutschland vor.

Vorteilen im Home-Office stünden zwar indirekte Kosten gegenüber, räumen die Banker ein. Templeman verweist auf Stress mit den Kindern und den Ärger, wenn der heimische Computer nicht funktioniert. "Diese Kosten sollten nicht unterschätzt werden, aber sie verblassen in der Regel gegenüber den Gewinnen", wird er Freitagnachmittag auch von der Zeitung "Die Welt" zitiert.

Kommentare (6)
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CWM61
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5
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Neue Steuer

So ein Schwachsinn kann auch nur einem einfallen der die Schule der Manager besucht hat! Im Gegenzug sollen alle die Home Office nutzen Strom, Telefon, Heizung und Abnutzung der Eigenen Einrichtung der Firma verrechnen!

Edlwer
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4
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Und wieviel zahlt dann das Unternehmen...

... wenn die Firma keinen Arbeitsplatz mehr zur Verfügung stellen muss und nur noch einen Bruchteil der Bürofläche braucht.
Wie mittlerweile üblich: die Arbeitskraft abzocken, die Unternehmen absahnen....

georgXV
3
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???

hat die Deutsche Bank NICHT genügend Probleme mit sich selbst ?
Oder wollen die nur von ihren internen Problemen ablenken ?

paddington1
3
27
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Zusatzkosten im homeoffice

Im Homeoffice fallen aber auch zusätzliche Kosten an: Stromkosten für Beleuchtung, Herd (wenn man sich zu Mittag was kocht), PC, Bildschirm und Drucker, Drucker-Patronen, Telefonkosten (kommt auf Tarifmodell und Tätigkeit an), Schreibmaterial, Heizkosten in Übergangszeit und Winter, etc. Ich kenne inzwischen einige, die aus diesen Gründen nicht freiwillig im homeoffice arbeiten würden. Wegfallen - wenn man mit dem Auto fährt - zB .die Benzinkosten, aber nicht die Kosten für die Ausnahmegenehmigung oder die Öffi-Karte. Diese Aufwendungen wurden oft schon vor oder während Corona getätigt.

Hgs19
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Irrsinn!

Gottseidank dank können die D....n von der Bank keine Gesetze machen

grazspotter
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Brauchen sie auch nicht,

sie haben ja Mutti - die wird's schon richten.