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Ivica Todoric Freispruch für Ex-Chef des kroatischen Agrokor-Konzerns

Teilerfolg für den reichsten Mann Kroatiens: Agrokor-Gründer Ivica Todoric wurde in Zagreb vom Vorwurf der Veruntreuung freigesprochen.

Ex-Agrokor-Boss Ivica Todoric gilt als reichster Kroate
Ex-Agrokor-Boss Ivica Todoric gilt als reichster Kroate © AP
 

Der Gründer und Ex-Chef des untergegangenen kroatischen Konzerns Agrokor, Ivica Todoric, ist am Mittwoch vom Vorwurf der Veruntreuung von 1,25 Millionen Euro freigesprochen worden. Das Landesgericht in Zagreb sprach auch drei weitere Mitangeklagte frei. Das Gericht stellte laut Medienberichten fest, dass die Staatsanwaltschaft keine Beweise für die Vorwürfe vorgelegt habe.

Mitangeklagt waren zwei frühere Agrokor-Vorstandsmitglieder, Ante Huljev und Piruska Canjuga, sowie Nicole De Rossi, die laut kroatischen Medien eine österreichische Staatsbürgerin ist. Die Anklage, die im September 2019 erhoben wurde, warf ihnen Untreue bzw. im Fall der von De Rossi Beihilfe zur Untreue vor.

Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten vor, im Jahr 2013 veranlasst zu haben, dass Agrokor mit einem Schweizer Unternehmen einen Vertrag über fiktive Beratungsdienste schließt. Auf dieser Grundlage überwies Agrokor dem Unternehmen 1,25 Millionen Euro, obwohl die Dienstleistungen niemals erbracht wurden. Die eigentlichen Eigentümer der Schweizer Firma waren laut der Anklageschrift die beiden angeklagten Vorstandsmitglieder, De Rossi war dort die verantwortliche Person gewesen.

Laut der Richterin legte die Staatsanwaltschaft im Prozess keine Beweise vor, um die Angaben aus der Anklageschrift zu belegen. Aus Zeugenaussagen gehe hervor, dass die Beratungsdienste tatsächlich erbracht wurden, sagte die Richterin laut Medien und stellte fest, dass Agrokor keinen Schaden erlitten habe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Das war der erste Prozess gegen Todoric in Zusammenhang mit dem untergegangenen Großkonzern. Eine weitere Anklage gegen den Ex-Chef und insgesamt 14 weitere frühere Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder, darunter auch seine beiden Söhne, wurde im September eingebracht. Die Ermittlungen wegen Untreue und Bilanzfälschung dauern seit November 2017 an. Der Agrokor-Gründer wird zusammen mit Mitarbeitern beschuldigt, den Konzern um fast 160 Millionen Euro geschädigt zu haben.

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