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Fünf Millionen Euro Ex-Wirecard-Chef Braun kommt gegen Kaution aus U-Haft frei

Im Zuge des Bilanzskandals bei Wirecard wurde Ex-Chef Markus Braun, ein Österreicher, festgenommen und nun gegen eine Kaution von fünf Millionen Euro wieder freigelassen. Braun gilt als öffentlichkeitsscheu, ist aber in Österreich trotzdem gut vernetzt.

Markus Braun
Markus Braun © AFP
 

Die Staatsanwaltschaft München hat den zurückgetretenen Chef des skandalgeschüttelten Finanzdienstleisters Wirecard festgenommen. Der Österreicher Markus Braun habe sich am Montagabend gestellt, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Braun will nach Angaben der Ermittler kooperieren. "Er hat im ersten Gespräch seine Mitarbeit zugesagt", sagte am Dienstag die Sprecherin der Ermittlungsbehörde, Anne Leiding. Der Manager habe sich am Vorabend selbst gestellt und sei aus Wien angereist, nachdem er wohl von dem Haftbefehl erfahren habe. Vorgeworfen werden Braun derzeit "unrichtige Angaben" in den Wirecard-Bilanzen und Marktmanipulation, doch kommen auch andere Straftaten in Betracht. "Wir führen unsere Ermittlungen ergebnisoffen", sagte Leiding dazu.

Aus der U-Haft wurde Braun nach einer Kautions-Zahlung von fünf Millionen Euro vorerst wieder entlassen. 

Druck vom Wirtschaftsminister

Im Zuge des riesigen Bilanzskandals hatte zuletzt der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier Druck gemacht und eine rasche Aufklärung gefordert.

"Wirecard ist verpflichtet aufzuklären und etwaige Missstände abzustellen", sagte Altmaier in einem Interview mit dem deutschen Nachrichtenportal T-Online. "Es muss ermittelt werden, wie es dazu kommen konnte, dass sich offenbar Milliardenbeträge in Luft aufgelöst haben, oder möglicherweise nie da waren."

Der in Deutschland unter dem Verdacht der Bilanzfälschung festgenommene frühere Wirecard-Chef war indes auch in Österreich gut vernetzt. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte Braun in sein Strategiegremium "Think Austria" berufen. Den ÖVP-Wahlkampf 2017 hatte Braun mit Spenden großzügig unterstützt - ebenso in den Jahren davor die NEOS.

Den NEOS hat Braun in den Jahren 2014 bis 2016 gespendet - und zwar insgesamt 125.000 Euro, wie aus den Rechenschaftsberichten der Partei hervorgeht. Im Wahlkampf 2017 unterstützte er dann die ÖVP- und zwar mit in Summe 70.000 Euro in zwei Tranchen - und trat gemeinsam mit Kurz auf. Nach seinem Einzug ins Kanzleramt berief Kurz den Wirecard-Chef dann als Experten für Themen wie Innovationen, Finanzierungen und Start-ups in seine Strategieberater-Gruppe "Think Austria".

Kanzleramt will nichts mehr von Braun wissen

Diese Strategieabteilung - von Bundeskanzler Brigitte Bierlein zwischenzeitlich aufgelöst - hat Kurz nach seiner Rückkehr ins Kanzleramt wiederbelebt. Leiterin der Stabsstelle ist die Unternehmensberaterin Antonella Mei-Pochtler. Und sie nannte Braun noch im Jänner gegenüber Medien als einen der für "Think Austria" tätigen Experten - neben dem damaligen Erste-Group-Chef Andreas Treichl und Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner.

Im Kanzleramt will man davon allerdings nichts mehr wissen. "Seit es die neue Regierung gibt, ist Herr Braun nicht mehr im Thinktank eingebunden", sagte ein Sprecher auf APA-Anfrage. Unter der neuen Regierung habe es "keinen Kontakt" mehr mit Braun gegeben.

Die SPÖ kündigte am Dienstag eine parlamentarische Anfrage an, um das "Naheverhältnis" zwischen Kurz und Braun zu ergründen. "Was hat Braun qualifiziert in Kurz' Thinktank zu sitzen?", wollte Vizeklubchef Jörg Leichtfried wissen. Außerdem meint die SPÖ, dass Braun davon profitiert haben könnte, in deutschen Medien als Kanzlerberater geführt worden zu sein.

Kommentare (22)

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diss
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Diese Verbrecher können es sich mit Geld

immer richten. Wer eine Semmel stiehlt kommt aus der U-Haft nicht so leicht heraus.

Simunek
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diss

Sie haben recht. Der sog, "KLEINE" wirft den berühmten Ball, die Scheibe zerbricht und de muss bluten. Aber in diesem Fall wird es für Herrn MÜLLER eng. Ich hoffe, dass er die gerechte Strafe bekommt, denn für mich ist er schuldig. Siehe meine früheren Ausführungen. Nur der leistet sich teure Anwälte, die es dann wieder schaffen durch geschicktes Agieren für ihn das Beste herauszuholen. Das ist wie bei Grasser und Ainedter.

scionescio
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Blöd für Herrn Braun, dass er in Deutschland festgenommen wurde ...

... in Österreich könnte das dem Spezi des Herrn Kurz nicht passieren.
Wenn man sich die Seilschaften rund um den Herrn Kurz anschaut (Benko, Ho, ...) fragt man sich unweigerlich, welcher Blender wohl als nächster verglüht.

lombok
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Na endlich red ma wieder am Thema vorbei

und haben den Spagat zu unserem Bundeskanzler geschafft! 😀

scionescio
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@lombok: da braucht es keinen Spagat ...

... mittlerweile ist es wohl jedem - außer ganz Schlichten und hartgesottenen Parteitrollen - klar, dass jedesmal, wenn etwas zum Himmel stinkt, der Herr Kurz irgendwie seine Finger im Spiel gehabt hat ... lauter Anpatz-Einzelfälle;-)

Simunek
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lombok

Lesen Sie oben meinen Kommentar. Kurz ist nur die Randerscheinung. Und wenn sie etwas kommentieren dann beziehen sie sich bitte auf WIRECARD. Danke

Simunek
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Kurz nd seine Spezis

Kurz muss schön langsam aufpassen, dass er nicht über solche Leute stolpert. Er macht einen riesen Fehler, Er umgibt sich mit vielen dubiosen Gestalten auch Benko gehört dazu und andere wie Schmid von der ÖBAG

Simunek
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Kuruzund die Spezis

Man kann auch Schüssel oder Pröll (ehemaliger FM) oder Rothensteiner nennen (CASINOS) oder andere. Und da sind leider viele dabei, die nur Steigbügelhalter sind, wie Blümel oder Köstinger oder ganz besonders Mahrer, dieser unsagbare Jammer, eine Schande für die OeNB (hat keine Ahnung was eine Bankbilanz ist). So ein unguter präpotenter Mensch. Umso mehr ich nachdenke umso mehr zweifle ich an der ÖVP. Dass man Schmid es gilt die Unschuldsvermutung in der ÖBAG an der Spitze lässt, obwohl es als sicher gilt, dass er kokst, ist ein Irrwitz. Der Aufsichtsrat dürfte auch aus lauter schwach sinnige Gestalten bestehen. Ich halte aber schon gar nichts von der SPÖ, den Grünen (nur von Rudi Anschober), der FPÖ oder den NEOS, wenn ich mir Meinl- Reisinger anhöre kommt mir das Kotzen. Also was bleibt, NICHTS

shaba88
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Kommentar

Und wie hat schon schnell der Vorarlberger geheißen, der nicht Englisch konnte, nicht vergessen Stelzl, die letzten roten Kanzler, der Doskozil, der gleich seine Frau unterbringen wollte, die unsägliche Gesundheitsministerium der letzten Regierung, von den Tiroler Lanespolitikern zu schweigen und und und

BernddasBrot
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das ist schon einem anderen Politiker

vor ihm passiert , wie hieß er doch gleich, ääähhh.....

Simunek
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das ist schon dem einen ode anderen passiert

Was hat das damit zu tun. Wie leben im her und jetzt. Also muss Kurz sehr wohl sich von solchen Leute distanzieren sonst geht es so wie bei Strache. NUr der hat ja nicht viel zu befürchten, der nimmt noch der FPÖ in Wien den Platz weg, obwohl er ja...….. gehört. So geht es mit den Politikern. Sie haben Narrenfreiheit ab er nicht mehr lange. Aber in gegenständlichem Fall geht es ja um HERRN BRAUN. Der hat hoffentlich harte Zeiten vor sich und er wird das Urteil erfahren, das ihm gebührt.

voit60
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Kurz-Berater

war der Verhaftet auch, warum liest man hier nichts davon? Ist ja nicht ganz unwesentlich, mit wem der sich so gern umgibt.

satiricus
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Kurz über seinen (Ex)Berater vielleicht so:

"Markus Braun? Markus Braun? Ich komm nicht dahinter, wer dies sein soll. Glaube nicht, diesen Herrn zu kennen. Falls er wirklich in einem meiner vielen Beraterteams gearbeitet haben soll, dann höchst unauffällig, außerdem kann ich ja nicht alle Leute kennen.
Somit kann man sagen, dass mir dieser Herr fremd ist - ho ho ho......."
Immer diese gemeine Anpatzerei :-))

brosinor
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War voraus zu sehen!

Er ist wohl ein wichtiger und gefürchteter Geheimnisträger!

Ka.Huber
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unverständlich,

aber so läuft es halt im richtigen Leben. Der Mulitmillionär geht auf Kaution nach Hause...

fersler
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bin

neugierig ob es bezüglich 'wer ist das größere Übel' zu einem showdown zwischen den Herren Silberstein und Braun kommen wird.

Herr Silberstein war meines Wissens nicht im Kurz Strategieteam 'Think Tank Austria' vertreten.

untermBaum
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Als das

und was immer noch kommen mag hilft den Kleinaktionären leider auch nicht mehr. Sie haben zu einem Großteil ihre Verluste von 80% und mehr realisiert. Denn es ist nach wie vor nicht auszuschliessen dass WireCard Pleite geht bzw. sich nie mehr erholen wird.
Das die Kontrollinstanzen BAFIN, die Steuerprüfer E&Y, einem DAX! Konzern soetwas durchgehen haben lassen ist unentschuldbar.

Simunek
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Als das

Wirecard war schon länger im Fokus. Ich habe kein Erbarmen mir den Aktionären. Das ist die immanente Gier. Wer gescheit war, hat die Aktie längst abgestoßen und zwar zu einem Höheren Kurs . Der lag noch bei mehr als 100 EURO vor einigen Tagen vor 2 Jahren so glaube ich bei rund 200. Die MÖGLICHEN Unregelmäßigkeiten sind ja schon durchgedrungen letztes Jahr. Und dann noch eine Luftbuchung in Höhe von EURO 1,9 Mrd EURO zu erzeugen, ist ja übel. Wie kann Ernst & Young so stolpern. Das Testat ist doch ein Risiko. Jetzt ist auch der WP in die Pflicht zu nehmen. Was ist mit den Bankbriefen, Saldenbestätigungen, alles Anforderungen, die bei einer Abschlussprüfung erfüllt werden müssen. Der Herr Braun hat im Zuge der Abschlussprüfung auch eine Vollständigkeitserklärung unterfertigt. Was soll das Ganze. Betrug, BILANZFÄLSCHUNG. Falsche ad hoc Meldungen. Ein Verstoß nach dem anderen. Sebastian Kurz, welch zweifelhafte Personen hast Du in Deinem Dunstkreis. Du wirst sehen, dass Du auf die Nase fällst, wenn Du nicht besser auf passt und Deinen Umgang besser sondierst

scionescio
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@untermBaum: wo ist das Problem mit den Aktionären? Sie zocken halt hoffentlich mit Geld, das sie nicht wirklich brauchen ...

... wenn es zeitweilig gut geht, lachen sie alle Sparer aus und wenn dann die Blase platzt, wollen sie noch Mitleid haben - warum eigentlich: wenn jemand beim Roulette verliert, war es auch seine eigene Entscheidung und niemand bedauert ihn.
Du kannst in stabile und seriöse Firmen investieren, bekommst deine Dividende und vielleich steigt die Aktie sogar über die Jahre etwas - aber vervielfachen wirst du dein Vermögen dabei sicher nicht (aber die Wahrscheinlichkeit eines Totalverlusts ist dafür auch sehr gering).
Oder du setzt bewusst auf eine Blase mit steigenden Aktienkursen, weil da in einem überhitzten Markt mit zu viel Geld schon die Hoffungen der nächsten 30 Jahre eingepreist sind und hoffst halt, dass du den richtigen Absprungzeitpunkt erwischt, bevor die Blase platzt (zB früher Dotcom, jetzt Tesla) - aber das ist reine Zockerei und die Gier spielt da vielen Kleinaktionären einen Streich (aber das Geld ist ja nicht weg - es hat nur ein anderer ....) - aber Mitleid muss man deshalb keines haben.

Planck
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Die Einschläge kommen näher ...

Die nächste günstige Gelegenheit für den Bringer des Lichts, keine Wahrnehmung zu haben *g

Simunek
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WIRECARD

Wie ich schon schrieb. Jetzt hat man Braun eingebuchtet. Der hat Dreck am Stecken. Ich möchte nicht wissen wie der mit gewissen Elementen unter einer Decke steckt. SHORT SELLING ist das Zauberwort. Wer hat da aller verdient. Wie kann man 1.9 MRD, EURO an den Wirtschaftsprüfern vorbeischummeln. Was ist mit Bankbestätigungen und Bankbriefen und Saldenbestätigungen. Hier sind Financial Assets in der Bilanz ausgewiesen worden, die es gar nicht gibt, sage ich einmal.

Simunek
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roter Daumen

Dass es da einem einfällt das mit negativ zu bewerten ist stark, der muss irgendwie nicht richtig ticken ODER? Hat derjenige jemals Abschlussprüfungen durchgeführt, hat der Berufserfahrung als Wirtschaftsprüfer. Weiß er bescheid über die Risiken eines Testates. Hat er schon einmal etwas von einer Vollständigkeitserklärung gehört. mfg Simunek/Stb Weiß er über Grundsätze ordnungsmäßiger Buchhaltung und Bilanzierung und Abschlussprüfung bescheid. NEIN NIEMALS