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Milliardär Heinz Hermann ThieleVon ihm hängt die Rettung der AUA-Mutter Lufthansa ab

An Lufthansa-Großaktionär Heinz Hermann Thiele (79), ein Unternehmer "bis zum letzten Atemzug", hängt die Rettung der Lufthansa.

Heinz Hermann Thiele
Heinz Hermann Thiele © Knorr-Bremse AG
 

Der 79 Jahre alte Heinz Hermann Thiele gehört zu den reichsten Deutschen, auf gut 16 Milliarden Dollar (14,3 Milliarden Euro) schätzt die Finanznachrichtenagentur Bloomberg sein Vermögen. Aber Thiele hat es nicht geerbt - er ist Selfmade-Milliardär. An ihm hängt die Rettung der AUA-Mutter Lufthansa und damit auch das AUA-Rettungspaket. Er ist größter Einzelaktionär der Lufthansa und stört sich am geplanten Staatseinstieg.

Als 28-Jähriger fing der Mainzer nach seinem Jurastudium 1969 bei dem Münchner Mittelständler Knorr-Bremse an, als Sachbearbeiter in der Patentabteilung. 1979 wurde er Vertriebschef, 1985 übernahm er die Firma. Der damalige Firmenerbe wollte alles verkaufen und sich nur noch der Religion widmen, die Geschäfte liefen schlecht, "hier stimmte gar nichts", erklärte Thiele später in einer Firmenschrift. Als sich kein Käufer fand, sicherte sich Thiele die angeschlagene Firma auf Pump: "Ich habe aus der Not eine Tugend gemacht."

"Hervorragender Unternehmer und Antreiber"

Den Rat einer Unternehmensberatung, das Bremsengeschäft abzustoßen und sich auf Industriepneumatik zu spezialisieren, schlug er in den Wind und tat das Gegenteil. Aus dem Sanierungsfall Knorr-Bremse machte er so einen profitablen Weltmarktführer für Zug- und Lkw-Bremsen mit mehr als sechs Mrd. Euro Umsatz.

Mit 75 Jahren legte Thiele den Aufsichtsratsvorsitz nieder, mit 79 kehrt er jetzt wieder in das Gremium zurück. "Er ist der klassische Patriarch. Noch nie ist eine Entscheidung ohne ihn gefallen", heißt es aus Unternehmenskreisen. Seine Tochter Julia ist ebenfalls im Aufsichtsrat, die beiden halten über die KB-Holding etwa 65 Prozent der Aktien an dem MDax-Konzern. Sein Sohn Henrik leitete das Asiengeschäft und sollte 2015 eigentlich die Bahnsparte übernehmen - schied dann aber aus persönlichen Gründen komplett aus.

 

Als das "Manager Magazin" Thiele in seine "Business Hall of Fame" aufnahm und als "hervorragenden Unternehmer und Antreiber" würdigte, war die Auszeichnung Knorr-Bremse im Geschäftsbericht 2017 ganz vorne die erste Doppelseite wert. Thiele sagte dem Magazin: "Ich bin Unternehmer und werde bis zum letzten Atemzug unternehmerisch tätig sein."

Auszeichnungen, Ehrenbürger und "Steinzeitkapitalist"

Die Rezession nach der Finanzkrise 2008 nutzte sein Unternehmen zu Übernahmen und zur Expansion in Asien. Er selbst stieg 2011 privat bei dem Schienenausrüster Vossloh ein und sicherte sich nach einem Machtkampf mit der Gründerfamilie 50 Prozent.

Als Knorr-Bremse 2017 ein kleines Werk in Berlin schloss, griff ihn der IG-Metall-Bezirkschef als "Steinzeitkapitalisten" an, der Arbeitsplätze vernichte aus bloßer Gier. Einen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft hat der Konzern bis heute nicht. Auf der anderen Seite ist Thiele Ehrenbürger von Aldersbach in Niederbayern und Kecskemet in Ungarn, wo er neue Werke und Arbeitsplätze schuf.

Kommentare (6)

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hermannsteinacher
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1
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Konkursabwicklung

wäre ohndies das Bessere!

Lodengrün
0
4
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Hier wird

uns ganz simpel vor Augen geführt wie jemand mit viel Geld selbst ein Unternehmen wie die Lufthansa aushebeln kann. Wenn er sagt njet dann steht das Vehikel.

Hausberger
2
15
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Wenn der Vorstand mit dem Staat

die Rechnung ohne den Eigentümer macht, kommt das eben heraus. Spannend allemal!

Oreidon
4
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Stimmt so nicht ganz...

Die Eigentümervertreter, der Aufsichtsrat hat ja zugestimmt.

Hausberger
1
4
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Ach so,

und der Vorstand mit dem Aufsichtsrat können ein Unternehmen verstaatlichen?

kog1
1
5
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Das ist also in Ordnung,

wenn jemand mit 15% Anteilen mit der Existenz eines Untenehmens spielt und womöglich nur dazu, um die Aktie in den Keller zu schicken?
Dann kann er seine Anteile billig aufstocken, um schließlich doch zuzustinmen, die Kurse steigen wieder. Das ist quasi ein legalisierter Insiderhandel...