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Essay Ökonom Franz Schellhorn: Warum uns der Staat alleine nicht retten kann

Die Krise beflügelt die Kapitalismuskritiker. Staat und Markt aber sind keine Gegner. Sie bilden eine erfolgreiche Symbiose. Wir sollten das ursprüngliche Modell der sozialen Marktwirtschaft rasch wiederbeleben.

Wiener Naschmarkt:  „1,8 Millionen arbeiten kurz oder gar nicht. Nicht, weil sie vom Glauben an den Markt abfielen, sondern weil der Markt geschlossen wurde“
Wiener Naschmarkt: „1,8 Millionen arbeiten kurz oder gar nicht. Nicht, weil sie vom Glauben an den Markt abfielen, sondern weil der Markt geschlossen wurde“ © AFP
 

Noch haben wir diese Gesundheitskrise nicht überwunden. Noch kämpfen wir alle gegen einen unsichtbaren Gegner, über den selbst Experten viel zu wenig wissen. Noch weiß niemand, was die nächsten Wochen und Monate bringen werden, noch sind wir alle in einer dichten Nebelbank unterwegs. Unsere Augen gewöhnen sich schön langsam an die geänderten Sichtverhältnisse, sie nehmen die ersten Schattierungen wahr. Klar ist mittlerweile aber nur, dass sich der Nebel nicht plötzlich auflösen, sondern nur zaghaft lichten wird.

Kommentare (5)

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wedef1
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Just in time

Der Vorwurf, dass der Staat nicht rechtzeitig die Schutzkleidung beschaffen konnte, ist genau dem von Schellhorn geforderten Wirtschaftssystem geschuldet. Es werden Waren nur noch zentralisiert von wenig Firmen just in time produziert. Wenn dann plötzlich unerwartet große Mengen weltweit benötigt werden, ist zu wenig vorhanden, aber der Preis für die Ware steigt enorm. Wo ist da die Schuld des Staates?

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Hausverstand
1
5
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Eingefrorene Schellhorntöne

Der Hassprediger der Neoliberalen fährt wieder einmal den Bihänder aus und unterstellt Fr. Charim, sie wolle eine Plan- und Parteibuchwirtschaft alten Stils einführen. Und lobt seinerseits plötzlich die soziale Marktwirtschaft, wo doch die von ihm geleitete Agenda Austria doch immer nur von 'mehr Markt, weniger Staat' redet. Der ideologische Vorreiter des Kaputtsparens - 'Sparen im System' im Türkisen Schönsprech - möchte mit seinem verklärten Bild der Marktwirtschaft davon ablenken, dass der Markt gerade in wesentlichen Belangen versagt und damit die Coronakrise verschärft hat. Diese deutlich sichtbaren Fehlentwicklungen können nur durch einen starken Staat korrigiert werden, der zu seiner Finanzierung aber nicht nur Steuern, sondern auch die Beiträge der Steurflüchtlinge, - hinterzieher und Superreichen benötigt. Aber davon redet Hr. Schellhorn gar nicht gern, das passt nicht in seine idealisierenden Marktphantasien.

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smauro
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So ein schönes, ja fast romantisches Bild...

...von einer Marktwirtschaft, die sich der sozialen Verantwortung bewusst ist und dich ihr auch stellt... Aber, Herr Schellhorn, dahinter stehen schon lange nicht mehr Unternehmerpersönlichkeiten, denen man ein „Gefühl“ für die Menschen noch zutraut und zuspricht. Der Markt ist doch längst ein Vehikel zur Gewinnmaximierung für „gesichtslose“ Aktiengesellschaften geworden, in deren Hintergrund prämiengesteuerte Fondsmanager immer mehr und mehr fordern... Über die Banken greifen ihre Tentakel bis in die kleinsten Strukturen durch. Sogar Genossenschaften wie Raiffeisen haben eine AG als Überbau. Fragen Sie einmal dort nach, wie viel „Gemeinwohl“ noch drin steckt...

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gehtso
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es ist also

"die Steuer- und Abgabenlast auf internationalem Rekordniveau"!
Komisch, lt. OECD ist der Anteil an vermögensbezogenen Steuern in Österreich im Vergleich weit unter dem europäischen Durchschnitt, Tendenz sinkend.

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stadtkater
4
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Österreichs Steuern- und Abgabenquote

beträgt fast 44 % (der Wirtschaftsleistung). Das ist enorm viel! Einen geringen Anteil hat die Vermögenssteuer. Plädieren Sie für eine Verschiebung zugunsten anderer Steuern und Abgaben?

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