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Jährlicher Bonus100.000 VW-Mitarbeiter bekommen jeweils 4950 Euro Prämie

Der Bonus für die Tarifbeschäftigten von Volkswagen wurde um vier Prozent angehoben. Doch läuft in Wolfsburg derzeit nicht alles rund, kritisiert Betriebsratschef Bernd Osterloh.

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© APA/AFP/ODD ANDERSEN
 

Für das vergangene Geschäftsjahr bekommen die rund 100.000 Tarifbeschäftigten von Volkswagen erneut einen höheren Bonus. Die Prämie soll von 4.750 auf 4.950 Euro zulegen. Das ist ein Plus von etwa 4 Prozent, nachdem für 2018 noch 16 Prozent mehr gezahlt worden waren als im Vorjahr.

Der Betriebsrat informierte die Belegschaft der VW AG am Mittwoch in der Hauszeitschrift "Mitbestimmen" über das Ergebnis seiner Verhandlungen mit dem Management. Betriebsratschef Bernd Osterloh meinte, die Beschäftigten hätten sich die Erfolgsbeteiligung wegen ihres "hochflexiblen" Engagements verdient. So habe zum Beispiel der Fertigungsbeginn beim neuen Golf 8 eine "Kraftanstrengung" bedeutet, auch "schwankende Fahrweisen und Verwirbelungen in der Produktion" seien nicht einfach gewesen.

An wen die Prämie geht

Die Erfolgsbeteiligung geht an die Tarifbeschäftigten der Werke Wolfsburg, Hannover, Emden, Salzgitter, Braunschweig und Kassel sowie der Finanztochter. Sie orientiert sich im Kern am Betriebsgewinn der Kernmarke VW Pkw, bei der Berechnung werden aber noch weitere Teilkriterien angelegt. Am Dienstag und Mittwoch (17./18. März) stellen Konzern und Marke weitere Details zu den Ergebnissen vor.

Dämpfer durch Corona

Am Ende sei es der Belegschaft jedoch gelungen, "erfolgreich die vereinbarten Produktivitätssteigerungen" umzusetzen. Personalvorstand und Arbeitsdirektor Gunnar Kilian erklärte in der Zeitschrift, das "Erfolgsjahr 2019" werde von der Prämie gut abgebildet. Gleichzeitig dämpfte er aber die weiteren Erwartungen - auch angesichts des Umbruchs in der Autoindustrie: "Die Bäume wachsen nicht in den Himmel." Und: "Nicht nur, aber auch wegen Corona steht die Wirtschaft und damit auch Volkswagen vor einem sehr herausfordernden Jahr."

Probleme bei Golf und ID.3

Die Konzernführung hatte schon Ende Februar bei der Vorlage der Eckdaten für 2019 und des Ausblicks auf die kommenden Monate betont, dass das Klima ruppiger werde. Trotz der insgesamt guten Situation bei VW kritisiert Osterloh die Vorstandskommunikation zu einigen Fragen. "Der Anlauf des Golf läuft alles andere als rund", sagte er in der Zeitschrift. "Beim ID.3 ist die Lage nicht viel besser."

Mit Blick auf den Golf 8 hatte es etwa Berichte über Probleme mit der Elektronik gegeben. Beim ID.3 - dem ersten Vertreter der elektrischen Fahrzeugfamilie, in die Milliarden-Investitionen fließen - verzögert sich die Software-Ausstattung. "Die Auslastung gerade der deutschen Werke muss besser werden", ergänzte der Betriebsratschef. "Was mir fehlt, sind konkrete Antworten des Vorstands auf dringende Fragen."

Keine Panik, aber Vorsicht

Die Coronakrise sorgt zudem mit dafür, dass die letzten Prognosen betont vorsichtig ausfielen. Die Folgen der Epidemie seien "eng zu monitoren". Von der deutschen Regierung auf den Weg gebrachte Hilfen wie ein leichterer Zugang zu Kurzarbeitergeld sind für VW derzeit kein Thema. Die Lage könne sich - auch mit Blick auf die internationalen Lieferketten - aber womöglich ändern, hieß es: "Wir fahren weiter auf Sicht." Wegen der anhaltenden Ausbreitung des neuen Virus erhöht Volkswagen auch seine Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter, die nächste Betriebsversammlung am Stammsitz Wolfsburg wurde verschoben.

Osterloh berichtete, er höre in vielen Kollegengesprächen eine Verunsicherung heraus. "Panik ist nicht angebracht, Vorsicht schon." Die Schutzregeln seien gut. Doch die Chefetage müsse sich konkreter äußern und auch an die Mitarbeiter wenden: "Jetzt wären Führung und Verantwortung vom Vorstand gefragt, aber da kommt zu wenig."

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