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Neue VorgabenLehre mit Matura: Über ein Drittel bricht ab

36 Prozent der Teilnehmer brechen an, viele schon nach dem ersten Kurs. Bildungsminister Faßmann will die Dropout-Quote reduzieren.

Lehre mit Matura umfasst vier Prüfungen, darunter auch Deutsch
Lehre mit Matura umfasst vier Prüfungen, darunter auch Deutsch © APA/Georg Hochmuth
 

Das 2008 gestartete Förderprogramm "Lehre mit Matura" erhält neue Vorgaben. Bewerber müssen künftig ein Motivationsschreiben verfassen und Kursanbieter neue Qualitätskriterien erfüllen. Änderungen gibt es auch bei der Finanzierung. So soll die derzeit hohe Dropout-Quote gesenkt werden, so Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Im Rahmen der "Lehre mit Matura" können Jugendliche parallel zu ihrer Lehrlingsausbildung kostenlos Vorbereitungskurse für die Berufsreifeprüfung absolvieren - je nach Vereinbarung mit ihrem Betrieb in ihrer Freizeit oder während der Arbeitszeit. Das Bildungsministerium stellt pro Lehrling bis zu 6.000 Euro für Vorbereitungskurse, Kursunterlagen und Prüfungen zur Verfügung. Kurse finden entweder in Berufsschulen oder in Erwachsenenbildungseinrichtungen wie dem WIFI statt.

Vier Prüfungen

Die Matura selbst umfasst dann vier Teilprüfungen (Deutsch, Mathematik, lebende Fremdsprache, Fachbereich). Drei der vier Prüfungen können bereits vor der Lehrabschlussprüfung absolviert werden, die letzte darf erst danach stattfinden. Voraussetzung für den Einstieg ins Programm ist ein gültiger Lehrvertrag. Außerdem muss ein Aufnahmeverfahren mit verpflichtender Eingangsberatung und Potenzialanalyse sowie eine Eingangsphase mit "Auffrischungskursen" in Deutsch und Mathematik durchlaufen werden.

Seit dem Start 2008 haben 9.300 Lehrlinge die Reifeprüfung absolviert. Wermutstropfen ist die hohe Dropout-Rate von 36 Prozent: "Das passt mir nicht ganz", meinte Faßmann. Daher ist ab Start der neuen Laufzeit des Programms am 1. Juli auch ein Motivationsschreiben für die Aufnahme zu verfassen. Die Finanzierung soll außerdem outputorientierter erfolgen: Kursanbieter erhalten einen Teil ihrer Aufwendungen nur dann ersetzt, wenn Prüfungen erfolgreich absolviert werden.

Jeder zehnte Lehrling nahm Teil

Seit 2008 haben rund 26.500 Lehrlinge am Programm teilgenommen. Das ist in etwa jeder zehnte Lehrling. Rund 36 Prozent schieden aus, die Hälfte davon während oder nach dem ersten Vorbereitungskurs. Als Gründe dafür gaben sie eine zu hohe Belastung bzw. Zeitdruck, berufliche Gründe oder fehlende Motivation an. Die Lehre bleibt davon aber unberührt und kann weiter absolviert werden.

Einen Rechtsanspruch auf die Absolvierung der Kurse in der Arbeitszeit will Faßmann nicht vorgeben. Das sei Sache der Sozialpartner, betonte der Minister. Unverändert bleiben die Fördermittel für die kommenden fünf Jahre bis Oktober 2025. Ausgeschüttet werden bis zu 12,5 Mio. Euro pro Jahr. Das entspricht mehr als 60 Mio. Euro bzw. Förderungen für bis zu 10.000 Lehrlinge bis 2025.

Neue Ausbildungsordnungen

Neben den neuen Vorgaben für die "Lehre mit Matura" hat der Ministerrat am Mittwoch auch neue Ausbildungsordnungen für 31 Lehrberufe beschlossen, die am 1. Mai 2020 in Kraft treten. Wie die zuständige Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) sagte, wurden zusätzlich auch zwei neue Ausbildungsprofile für Polizeiverwaltung und Eventmanagement geschaffen.

Nicht geben wird es auch unter der türkis-grünen Regierung eine Erleichterung des Zugangs von Asylwerbern zur Lehre. Ermöglicht wurde lediglich, dass Asylwerber, die bereits ein Lehre begonnen haben, diese auch nach einem negativen Asylbescheid abschließen können, ohne abgeschoben zu werden. "Eine weitere Regelung kann ich mir nicht vorstellen", erteilte Schramböck einer Erweiterung eine Absage.

Kommentare (3)

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heku49
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Vielleicht sollten wir uns halt doch eingestehen, dass nicht jeder Lehrling...

Maturaniveau besitzt. Drop-out von einem Drittel ist doch ok. Die Unis schaffen diese Quote nicht.

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Geerdeter Steirer
0
13
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Deine Interpretationen stimmen vollkommen @heku49, .............

das wird es nie geben das jeder Mensch die Fähigkeit für das Maturaniveau hat bzw. haben kann!
Erstens ist jedoch disziplinierter Focus und Interesse auch gefordert und da hapert es bei vielen jugendlichen in Lehrberufen .......
Zweitens müssen viele Elternteile auch über "wirkliche" Fähigkeiten ihres Nachwuchses mal objektiv urteilen .........
Drittens hat das hineindrängen des Nachwuchses wenn wichtige Voraussetzungen wie Interesse, Begabung und Disziplin nicht halbwegs in Einklang sind keinen Sinn, dann geht der Schuß nach hinten los !

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Mr.T
9
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Interessanter Ansatz...


... Kursanbieter bekommen nur dann denn ganzen Aufwand ersetzt wenn es einen positiven Abschluss kommt!

Vielleicht sollte die ÖVP diesen Ansatz auch bei der Wirtschaft anwenden... der Kunde muss nur dann voll bezahlen wenn er mit der erbrachten Leistung zu 100% zufrieden ist!

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