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Wegen HandelskriegenDeutsche Autoproduktion schrumpfte auf Niveau der 90er Jahre

In Deutschland wurden 2019 so wenige Autos gebaut wie seit 22 Jahren nicht mehr, besagt eine Studie des Duisburger Experten Ferdinand Dudenhöffer. Den Grund sieht er in den von Donald Trump angezettelten Handelskriegen.

VW-Werk in Wolfsburg © (c) AP (Julian Stratenschulte)
 

In Deutschland sind 2019 einer Studie zufolge so wenig Autos gebaut worden wie seit 22 Jahren nicht mehr. Die Produktion lag aufs Jahr hochgerechnet bei 4,67 Millionen Fahrzeugen, wie das CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen ermittelt hat.

Der Anteil an der Weltproduktion sank demnach auf 5,9 Prozent, 1997 waren es noch 11,8 Prozent. Das bedeutet, dass nur noch jedes 17. Auto in Deutschland gebaut wird. Die Studie lag der Deutschen Presse-Agentur vor, zuvor hatte die "Bild am Sonntag" darüber berichtet.

Ein Grund für den Rückgang ist laut Studienautor Ferdinand Dudenhöffer die Rezession der weltweiten Autoindustrie infolge der von US-Präsident Donald Trump angezettelten Handelskriege.

"Trump hat es abgewürgt"

So sank die globale Produktion 2019 hochgerechnet um 5 Prozent oder 4,1 Millionen Neuwagen auf 78,8 Millionen. "Mit dem Rückgang der Autoproduktion in Deutschland verliert der Standort Deutschland für die Welt-Autoindustrie weiter an Bedeutung", urteilte Dudenhöffer. "Das geplante Tesla-Werk in Brandenburg hilft zwar den Abwärtstrend abzumildern, kann allerdings keine Trendumkehr einleiten."

Der Handelskrieg zwischen den weltgrößten Volkswirtschaften USA und China treffe die deutschen Exporte und damit die deutsche Autoproduktion, so Dudenhöffer. "Trump hat mit seinen Zöllen die Autokonjunktur in China abgewürgt."

China als Mittelpunkt der Autowelt

Für 2020 rechnet der Experte mit einem weiteren Rückgang auf 4,5 Millionen in Deutschland gebauten Autos. Erst 2021 könne mit wieder leicht steigenden Produktionszahlen in Deutschland gerechnet werden. "Deutschland verliert damit im weltweiten Autogeschäft an Bedeutung - ganz im Gegenteil zu den deutschen Autobauern", schrieb Dudenhöffer.

Er plädierte für einen engeren Austausch mit China, das für die deutschen Autobauer bereits jetzt der wichtigste Markt ist. Das Land sei nun der wichtigste Standort der Autoproduktion. "China ist der Mittelpunkt der Autowelt, und die alten Autonationen wie Deutschland werden unbedeutender."

Kommentare (4)

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TrailandError
0
3
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Seien

wir froh das die Wirtschaft nicht nur auf „Halde“ produziert und damit unnötig Ressourcen verschwendet. Das geforderte stetige Wachstum führt in die Sackgasse. Wir werden das alle so nicht überleben, es sei den wir gehen weg von Wachstum hin zum Versorgen nach Bedarf. Unser größtes Problem. 10 Milliarden Menschen sind zuviel für die Erde....

duerni
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Globalisierung schafft Arbeitsplätze - schon vergessen? Dieser Rückgang hat mit ...

Globalisierung natürlich nichts zu tun.......
Um Arbeitsplätze in Europa zu sichern, braucht es die Globalisierung - das ist der Beweis dafür. Also regen wir uns nicht auf, wenn die Weltmeere mit Containerschiffen voll sind - man braucht sie - für die Globalisierung - und natürlich die Sicherung der Arbeitsplätze - in Europa.
Also wer DAS nicht versteht - der versteht gar nichts...........

helmutmayr
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In den letzten Tagen war

in der KLZ zu lesen, dass VW einen Absatzrekord erzielte.
Hat mich auch gewundert. Also, was nun ?

salem2708
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Das eine...

...schließt das andere nicht aus, vielmehr wirds dadurch noch "dramatischer". Im artikel gehts um autos, die in Deutschland gebaut werden, diese zahl nimmt ab. Wenn VW einen absatzrekord vermeldet, dann mit autos, die NICHT in deurschland gefertigt wurden...also weiteres anbiedern an china, menschenrechte etc. sind eh "überholt, wenn der Euro stimmt...