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Ölgigant Aramco Weltgrößter Konzern gibt erstmals Einblick in seine Geschäfte

Ab Sonntag können Anleger für den Börsengang des saudi-arabischen Ölgiganten Aramco Aktien zeichnen. Der Konzern legt davor Stärken und Schwächen offen. Ein Überblick.

© AP/Amr Nabil
 

Ab Sonntag können Anleger für den Börsengang des saudi-arabischen Ölgiganten Aramco Aktien zeichnen - also die Wertpapiere schon einmal bestellen. Vor dem mit Spannung erwarteten Börsendebüt an der Tadawul-Wertpapierbörse in Riad musste das größte und wertvollste Unternehmen der Welt erstmals einen Einblick in seine Geschäftstätigkeit geben.

In dem gesetzlich geforderten Katalog listet der Konzern seine Stärken, aber auch mögliche Risiken für Investoren auf.

Welche Risiken gibt es?

Klimawandel: Als eines der Hauptrisiken für den Konzern gilt der weltweite Kampf gegen die Erderwärmung und der Übergang zu erneuerbaren Energien. Der Druck der UNO und zahlreicher Umweltorganisationen auf die Regierungen der Länder und die Energiekonzerne wächst. Die Nachfrage nach Erdöl könnte nach Ansicht von Aramco in den kommenden Jahren abnehmen.

Geopolitische Lage: Politische und soziale Unruhen in der Region könnten die Geschäfte des Konzerns beeinträchtigen. Insbesondere die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und seinem Rivalen Iran haben sich seit Luftangriffen auf zwei wichtige Aramco-Ölanlagen im September massiv verschärft. Die Angriffe führten zu einem Einbruch der Ölproduktion in Saudi-Arabien um die Hälfte und zu Turbulenzen auf dem Weltölmarkt. Für die Attacken machen Riad und Washington Teheran verantwortlich.

Kontrolle durch die Regierung: Die Produktionsmenge von Aramco wird durch die saudi-arabische Regierung festgelegt. Die öffentlichen Finanzen sind stark abhängig von der Ölindustrie. Analysten zufolge könnte dies zu Spannungen zwischen dem Unternehmen und den Behörden führen.

Weltmarkt: Gewinn und die Liquidität von Aramco werden erheblich durch Angebot und Nachfrage weltweit beeinflusst - und der Ölpreis schwankt stark. Im Juni 2014 lag er noch bei durchschnittlich 112 Dollar (101,85 Euro) pro Barrel (159 Liter), im Jänner 2016 sank er auf durchschnittlich 31,90 Dollar. In den vergangenen Monaten lag der Preis bei rund 60 Dollar pro Barrel.

Welche Stärken weist das Unternehmen auf?

Produktion: Aramco kommt für rund zehn Prozent des weltweiten Öls auf. 2018 produzierte der Ölgigant 10,3 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Die Gesamtproduktion des Konzerns lag mehr als 20 Prozent über der gesamten Produktion der weltweit fünf größten Ölkonzerne, darunter BP und Shell.

Ölreserve: Die Ölreserve von Aramco belief sich Ende vergangenen Jahres auf knapp 257 Milliarden Barrel Öleinheiten - dies würde für 52 Jahre Produktion auf aktuellem Niveau ausreichen.

Reservekapazität: Saudi-Arabien kann seine Kapazität binnen kurzer Zeit um zwei Milliarden Barrel pro Tag erhöhen wenn nötig.

Niedrige Produktionskosten: Aufgrund der einzigartigen geologischen Bedingungen zählen die Produktionskosten in Saudi-Arabien zu den niedrigsten weltweit. 2018 lagen sie bei 2,80 Dollar pro Barrel.

Unternehmensfinanzen: Aramco ist das wertvollste Unternehmen der Welt. Im vergangenen Jahr verzeichnete es einen Nettogewinn von 111,1 Milliarden Dollar. In den ersten neun Monaten dieses Jahres waren es 68,2 Milliarden Dollar.

Was fehlt in den Unterlagen?

Wie viele Aktien platziert werden sollen, ist noch offen. Auch über die Preisspanne der Aktien schweigt sich der Konzern bisher aus. Am Sonntag soll eine Preisspanne genannt werden, der endgültige Ausgabepreis soll am 5. Dezember bekanntgegeben werden.

Auch zur Bewertung des Unternehmens äußerte sich Aramco bisher nicht. Die saudi-arabische Regierung hofft auf eine Bewertung von zwei Billionen Dollar. Analysten warnen aber, der Börsenwert könne sehr viel niedriger ausfallen.

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