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Zweite KV-Runde ergebnislosHandels-KV: Keine Annäherung, Fronten verhärtet

Zweite Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für die 413.000 Angestellten und 15.000 Lehrlinge im Handel blieb ohne Ergebnis. Gewerkschaft beruft Betriebsrätekonferenzen in allen Bundesländern ein.

© APA/Georg Hochmuth
 

Die Metaller konnten sich in der fünften Verhandlungsrunde auf einen KV-Abschluss einigen, in der Handelsbranche ist man noch weit von einer Einigung entfernt, wie die soeben zu Ende gegangene zweite Verhandlungsrunde gezeigt hat, die ohne Ergebnis geblieben ist. Die Gewerkschaftsvertreter der GPA-djp übten harsche Kritik und kündigten als Reaktion ab Mittwoch Betriebsratskonferenzen in allen Bundesländern an. „Die Arbeitgeber waren auch heute nicht dazu bereit ernsthaft über unsere Forderungen zu diskutieren. Nach wie vor gibt es kein Angebot, das der Leistung der Handelsangestellten gerecht wird und den steigenden Arbeitsdruck berücksichtigt", so die Arbeitnehmervertreter der GPA-djp Anita Palkovich und Martin Müllauer. "Wir werden nun ab morgen in allen Bundesländern Konferenzen der Handelsbetriebsräte einberufen und die weitere Vorgehensweise beschließen. Unsere Forderungen nach 100 Euro Gehaltserhöhung, drei zusätzlichen Freizeittagen und einem Schulstartgeld haben in den Betrieben bislang großen Anklang gefunden und wir werden weiter daran festhalten.“

"Überzogene Forderungen"

Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Chefverhandler der Arbeitgeber spricht indes von einem "soliden Angebot", das man vorgelegt habe. „Es beinhaltet einerseits eine spürbare Gehaltserhöhung von 1,9 Prozent für alle Handelsangestellten sowie eine satte Steigerung der Lehrlingsentschädigungen von 4,54 bis 9,75 Prozent", so Buchmüller. Aus seiner Sicht sei vor diesem Hintergrund "das Beharren der Gewerkschaft auf ihren überzogenen Forderungen unverständlich“. Die Gewerkschaft habe "sich keinen Millimeter bewegt, sich stattdessen geradezu einzementiert und sie verweigert die Realität". Eine Erhöhung von 100 Euro für alle Gehaltsstufen, drei zusätzliche freie Tage im Jahr sowie 130 Euro zusätzlich für Lehrlinge "sind und bleiben ein Belastungspaket, das so für den Handel nicht realisierbar ist“, sagt Buchmüller. Er appelliere an die Gewerkschaft, "auch in ihrem Sinne die Situation bis zur Fortsetzung der Handels-KV-Verhandlungen am 12. November zum Nachdenken im Sinne des österreichischen Handels sinnvoll zu nutzen".

 

Kommentare (2)
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Lodengrün
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Wie auch immer die Erhöhung ausfällt

die Handelsangestellten bleiben bei den Löhnen arme Schlucker. Der Druck nimmt zu, die Aufgaben detto und dann ist man großzügig und will ihnen 1,9% mehr geben. Ein Hohn. Wer das nicht glaubt, möge sich bei jemandem von denen erkundigen.

jaenner61
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stimmt, und das ist leider ein trauerspiel

die löhne sind am unterem ende der skala, noch dazu gibt es kaum noch vollzeitverträge. die arbeitszeiten sind leider auch nicht ohne, und der druck nimmt immer mehr zu (sei es durch „schwierige“ kunden oder durch das unternehmen)
durch die geringen löhne und der dadurch nicht bzw sehr spärlichen mitgliedschaft in der gewerkschaft, ist der handel auch gewerkschaftlich sehr schlecht organisiert, was die sache natürlich auch nicht leichter macht.