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Durchschnittlich 2,7 Prozent mehrÜberraschende Einigung bei Metaller-KV

Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter haben sich in der fünften Verhandlungsrunde auf einen neuen Kollektivvertrag für die 130.000 Beschäftigen in der Metalltechnischen Industrie geeinigt.

5. RUNDE DER VERHANDLUNGEN DER HERBSTLOHNRUNDE - METALLER-KV: DUeRTSCHER / WIMMER
Die Gewerkschafter Karl Dürtscher und Rainer Wimmer © APA/HERBERT NEUBAUER
 

Die Löhne und Gehälter steigen ab 1. November gestaffelt nach Beschäftigungsgruppen zwischen 2,6 Prozent und 2,8 Prozent, im Schnitt um 2,7 Prozent.

Die Einigung erfolgte Montagabend nach elfstündigen Verhandlungen. Die Gewerkschaft hatte für Dienstag vorsorglich bereits Betriebsversammlungen einberufen.

Verhandlungs-Marathon 

Einen Verhandlungs-Marathon bis in die Nacht erwarteten Gewerkschaft und Arbeitgebervertreter am Montag in der fünften Metaller-KV-Runde. Sollte es zu keiner Einigung auf einen neuen Kollektivvertrag kommen, dann wollten die Arbeitnehmervertreter ab Dienstag österreichweit Betriebsversammlungen abhalten und weitere Kampfmaßnahmen beschließen.

Die Zulagen werden um 2,6 Prozent erhöht, die Lehrlingsentschädigungen um 2,7 Prozent und die Diäten um zwei Prozent. Im Rahmenrecht sei darüber hinaus vereinbart worden, "dass Jubiläumsgelder in Zukunft auch in Zeit umgewandelt werden können. Das bringt Flexibilität für beide Seiten", wie seitens des Fachverbands der Metalltechnischen Industrie betont wird.

Der Abschluss bedeutet eine deutliche Reallohnerhöhung und ist eine klare Anerkennung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Christian Knill

Christian Knill, Obmann des Fachverbands, zeigt sich mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden: „Der Abschluss bedeutet eine deutliche Reallohnerhöhung und ist eine klare Anerkennung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", so Knill in einer Aussendung. "Die KV-Verhandlungen fanden heuer unter schwierigen Rahmenbedingungen statt. Nach einigen guten Wachstumsjahren sind die Aussichten für dieses und das nächste Jahr deutlich eingetrübt, viele Betriebe bereiten sich auf Umsatzrückgänge vor. Das mussten wir berücksichtigen und es war nicht leicht, die Gewerkschaften an ihre Verantwortung für den Standort zu erinnern", so Knill. Man werde "weiter an der Modernisierung der KV-Verhandlungen arbeiten. Mit den 2-Tages-Blöcken ist dazu ein erster Schritt erfolgt, unser Ziel für nächstes Jahr sind Verhandlungen auch in den Bundesländern".

"Sehr erfolgreich"

Zufrieden zeigt sich auch die Arbeitnehmerseite, die von einer "sehr erfolgreiche Lohn- und Gehaltsrunde" spricht. "Bei einer Inflationsrate von 1,77 Prozent, bedeutet der Abschluss einen ordentlichen Reallohnzuwachs und ist mit Blick auf Kaufkraft und Konjunktur volkswirtschaftlich enorm wichtig. Der neue Mindestlohn mit 2000 Euro hat eine enorme sozialpolitische Signalwirkung“, sagen die beiden Chefverhandler der Gewerkschaften, Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA-djp).

Sieben Runden und ein Warnstreik im Vorjahr

Im vergangenen Jahr dauerte es sieben Runden und einen Warnstreik, bis sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf ein durchschnittliches Lohn- und Gehaltsplus von 3,5 Prozent einigten.

Positionen lagen weit auseinander 

Die Forderungen der Arbeitnehmer und das Angebot der Arbeitgeber lagen weit auseinander. Die Arbeitnehmer forderten eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 4,5 Prozent bzw. mindestens 100 Euro für die rund 130.000 Beschäftigten in der Metalltechnischen Industrie. Die Arbeitgeberseite bot aber nur 1,8 Prozent, was in etwa der Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate entspricht. Die Gewerkschaft fühlte sich "gefrotzelt". Die Arbeitgeberseite erachtete ihr Angebot hingegen als "fair" und die Forderungen der Arbeitnehmer als "überzogen".

Die Arbeitnehmer hatten bei einer Betriebsrätekonferenz in Leonding  beschlossen die "Schlagzahl zu erhöhen", sagt der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft PRO-GE, Rainer Wimmer. Dort wurde eine Resolution verabschiedet, laut der man "Betriebsversammlungen abhalten und den Arbeitskampf in die Betriebe tragen" werde. Angesprochen auf Warnstreiks, wollte er nichts ausschließen, betonte aber die "breite Palette" an Maßnahmen, die der Gewerkschaft zur Verfügung stehe.

Kommentare (21)

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Mein Graz
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Gut, dass es in Österreich Gewerkschaften gibt.

Ohne diese müsste sich jeder Arbeitnehmer selbst um eine Lohnerhöhung bemühen. Von den Kollektivvertragsverhandlungen profitieren auch Arbeitnehmer, die nicht bei der Gewerkschaft sind!
Es gäbe keine Unterstützung bei Problemen am Arbeitsplatz (z.B. Mobbing, Überstunden und deren Ausgleich usw.).
Der kostenlose Rechtsschutz bei Schwierigkeiten am Arbeitsplatz würde entfallen.

Mir und meinen Mitarbeitern hat die Gewerkschaft etwa beim Schutz gegen Lärmbelästigung durch Geräte und bei der Arbeitsschutzkleidung (gegen Kälte) uam. enorm geholfen, ohne dass andere Stellen eingeschaltet werden mussten.

Und alle, die jetzt meckern: selber besser machen!

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Balrog206
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Mein

Kostenloser Rechtsschutz ? Bin nat nicht bei der Gewerkschaft aber es muß doch ein Mitgliedsbeitrag bezahlt werden , und Ak Zwangsbeitrag gibts auch , also kostenlos stimmt nicht max kosten günstiger !!

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fon2024
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ANDAMAN

BALROG war ja klar das Dir das dir das nicht passt die Wahrheit tut halt weh.

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Balrog206
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Lieber/e Fon

Welche Wahrheit sollte mir nicht passen 🤔

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lieschenmueller
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kostenlos/kostengünstiger

Inkludiert, dann passt's.

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schetzgo
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Jeder, der das bemängelt..

.. ist herzlich eingeladen, sich in der Gewerkschaft zu engagieren um eventuell das nächste Mal mehr heraus zu holen!

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Schnittlauchlocke
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Du verlangst zu viel vom Wahlvolk..

wir wählen lieber weiter die Generalbevollmächtigten der Wirtschaftsbonzen, dann brauchen wir uns nimmer lang über Kollektivverhandlungen ärgern, weil's bald keine mehr gibt..

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ChihuahuaWelpe56
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Vielleicht hätte die Gewerkschaft die 60h Woche und die Karfreitagslösung

der ehemaligen FPÖ-ÖVP Lösung adressieren sollen!

Dann wäre es auch ein Signal an die Politik, nämlich dass wir Arbeitnehmer solche Schwarz-Blauen Schnapsidee-Geschichten nicht mehr akzeptieren werden!
Nicht mit UNS!

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Balrog206
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Chia

Wer hAt den andauernd eine 60h Woche ! Is schon lächerlich

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5eb7da484beaee2a044a78a3cf8d3a1e
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Ohne die Gewerkschaft hätten wir die letzten Jahre

schon keine Lohnerhöhungen bekommen - nicht einmal die Inflation wäre uns abgegolten worden!
Dafür hätten wir zuschauen können, wie sich unsere Chefs einen zweiten oder dritten Q8 kaufen können!
Wer hier gegen die Gewerkschaft wettert - soll bitte freiwillig auf jegliche Lohnerhöhung verzichten - besser noch - die Erhöhungen der letzten Jahre zurückzahlen und auch auf Urlaubs und Weihnachtsgeld verzichten! Denn auch das wird jedesmal mit ausverhandelt. Es gibt kein Gesetz, für Urlaubs und Weihnachtsgeld...

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Balrog206
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Rick

Segelyacht und finca hast noch vergessen ! Soviel Mist auf einmal bitte wo arbeitest du ! ?

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Edi35
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Lohn

Wow 30e brutto sind vl 15 bis 18e netto sehr gut verhandelt
Lebensmittel sind alle produkte zu 100'/, gestiegen versicherungen miete und ect.

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Edi35
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Lohn

2.7 sind ca 43e in brutto versteuert wird fast die hälfte gkk 0.8'/, da sama scho ca. 20e weniger natürlich in netto nur die gesetzlichen kosten.
Ab jänner indexanpassungen für jede versicherung auto rechtschutz privat unfalvers.und ect. Da sind scho ca.10 bis 15e in netto was abgezogen wird
Danach kommt die mieteerhöhung
Von lebensmittel bis zur babynahrungen bis zur benzinkosten dazu brauch ich gar nichts sagen

Wie viel bleibt da übrig von die 2.7'/, in wirklichkeit gar nichts weil alles überteuert ist

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jorg
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Wie

kommst du auf 30€ brutto??? bei einem Mindestlohn bisher von ca. € 1900 sind es mindestens €50!!
Der Mindestlohn steigt allerdings auf €2000,- nämlich um 4,3% oder ca. €80,-

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Hintschi
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Nur blöd,

dass die Inflation der Produkte die man täglich braucht (Brot, Milch, Butter etc.) jenseits der 8 % liegt. In die 1,7 % werden auch Pauschalreisen, Autos, Waschmaschinen etc. eingerechnet. Diese Produkte kauft man halt nur blöderweise nicht täglich. Somit ist da rein gar nichts mit Reallohnerhöhung. Diese Lüge geht intellektuell höchstens beim durchschnittlichen SPÖ Wähler rein, der blind der Gewerkschaft zujubelt!

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hermannsteinacher
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Kaufst halt gezielt Lebensmittel

mit -25%-Pickerln ein!

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jaenner61
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dieser ganze tam tam und das säbelrasseln ist entbehrlich!

alle jahre das selbe tohuwabohu. die eine seite stellt überzogene forderungen, die andere seite beteuert, wie schlecht es ihr geht. lm idealfall trifft man sich ohne betriebsversammlungen (ab und zu auch mit) letztendlich irgendwo in der mitte, und jede seite lässt sich feiern. warum koppelt man die lohnerhöhung nicht gleich fix an der inflation, (eventuell gestaffelt am einkommen) damit würde es für alle die gleichen bedingungen geben, da die metaller zb gewerkschaftlich besser organisiert sind als der handel, und dadurch auch mehr druck erzeugen können.

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hermannsteinacher
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Wenn's der ...

... "man" halt ned macht!

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AndiK
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4,5% .......

Die Helden der Gewerkschaft ;-)

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fon2024
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andaman

Andi K schon einmal nachgedacht wer deine Urlaub deine jährliche Lohnerhöhung usw.verhandelt. 12 std. Tag und keine Lohnerung wäre für dich wahrscheinlich beser.

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umo10
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Ohne Gewerkschaft wäre 0,0%

Die Unternehmen, die alle Jahre! freiwillig allen Mitarbeitern mehr zahlen, die kannst du auf einer Hand abzählen

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