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Kritik an GeschäftspraktikenVKI zeigt Münzkontor bei der Staatsanwaltschaft an

Viele Beschwerden gegen das "Österreichische Münzkontor". Anlegerin bezahlte mehr als 20.000 Euro für Münzen mit einem Materialwert von 669 Euro. VKI bringt Sachverhaltsdarstellung bei Staatsanwaltschaft ein.

THEMENBILD: JUSTIZPALAST IN WIEN
Justizpalast Wien und Sitz des Oberlandesgerichtes Wien © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Nun soll sich die Staatsanwaltschaft mit dem "Österreichischen Münzkontor" befassen: Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat eine Sachverhaltsdarstellung zur Einleitung eines Strafverfahrens wegen Verdachts auf Betrug eingebracht. Die Kritik an den Praktiken der Firma wurde unterdessen vom Oberlandesgericht (OLG) Wien bestätigt.

Das Geschäftsmodell der als "Österreichisches Münzkontor" auftretenden Firma HMK V AG stelle darauf ab, durch eine einzelne Bestellung einen Mechanismus auszulösen, bei dem der Kunde laufend weitere Münzen und Medaillen zugesendet bekommt und diese entweder zahlen oder innerhalb einer Frist zurückschicken muss. "Uns haben viele verzweifelte, vor allem ältere, Personen kontaktiert, die teilweise viel Geld in diese vermeintlichen Anlageobjekte gesteckt haben und nun auf Entschädigung hoffen", sagte VKI-Juristin Barbara Bauer.

Aggressive Geschäftspraktik

Nach vielen Beschwerden hatten die Konsumentenschützer im Auftrag des Sozialministeriums zivilrechtlich geklagt. Das Handelsgericht Wien als erste Instanz erkannte ein "untergeschobenes" Einverständnis. Der Durchschnittsverbraucher gehe davon aus, dass er einen Einzelartikel bestelle. Auch laut OLG Wien handle es sich um eine aggressive Geschäftspraktik.

"Die Gerichte stellten ebenfalls fest, dass die Medaillen und Münzen angesichts der vom 'Österreichischen Münzkontor' verlangten überhöhten Preise nicht zur Geldanlage geeignet sind. So gab beispielsweise eine Konsumentin insgesamt 20.889,30 Euro für eine 'Sammlung' aus, deren Materialwert bei nur 669,77 Euro liegt", berichtete der VKI.

Was die Firma sagt

Die Firma argumentiert hingegen, dass die Kunden die Produkte in erster Linie erwerben würden, weil sie sich von deren ästhetischem Reiz angezogen fühlten. Der Materialwert sei deswegen irrelevant. "Laut Gericht ist für das Zielpublikum aber sehr wohl die Eignung als Anlageobjekt und Krisenwährung von Bedeutung", hielt dem der VKI entgegen. "Die Verbraucher - häufig ältere Personen - bestellen die Münzen und Medaillen als Wertanlage für sich oder ihre Nachkommenschaft. Tatsächlich sind die Objekte jedoch nur einen Bruchteil der bezahlten Summe wert."

In der Schweiz und in Deutschland liegen laut VKI Anzeigen vor, Ermittlungen gegen die HMK V AG laufen. Auch eine Hausdurchsuchung habe stattgefunden. "Wir vertrauen hier darauf, dass die österreichische Staatsanwaltschaft die Ermittlungen vorantreibt und beispielsweise ein Gutachten über den tatsächlichen Wert der Münzen in Auftrag gibt", sagte Bauer.

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