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ModekonzernChanel ohne Karl Lagerfeld? Kein Problem!

Nach dem Tod von Chefdesigner Karl Lagerfeld sind Branchenexperten zuversichtlich bei der finanziellen Zukunft des französischen Modekonzerns. Allerdings könnten ein paar "neue Ideen" nicht schaden. Zuletzt vermeldete das Unternehmen einen Umsatz von 8,3 Milliarden Euro.

Chanel-Headquarter in Paris
Chanel-Headquarter in Paris © AP
 

Chanel ohne Karl Lagerfeld? Kein Problem - lautet die Einschätzung mehrerer Modeexperten zur finanziellen Zukunft des Unternehmens. Die Luxusmarke bildet gemeinsam mit Gucci und Louis Vuitton das weltweite Erfolgstrio der Modewelt. Daran dürfte sich auch nach dem Tod des schillernden Modeschöpfers und Kreativdirektors von Chanel so schnell nichts ändern.

"Chanel ist ein Mythos, die Marke hat solch eine wirtschaftliche Kraft und so einen hohen Einfluss, dass sie unsinkbar ist", sagt Eric Briones, Mitbegründer der Modeschule Paris School of Luxury. Was die stilistische Nachfolge des Modeschöpfers angeht, hat er keine Bedenken. Lagerfeld habe dem Label nicht seinen eigenen Look aufgedrückt, sondern sich an der einstigen Schöpferin Coco Chanel orientiert. Die Marke habe stilistisch nun vielmehr die Chance auf eine Wiederbelebung.

Lagerfeld hat die Geschicke von Chanel 36 Jahre lang bestimmt und das Unternehmen in einen bedeutenden internationalen Modekonzern mit Luxuskollektionen, Accessoires und Parfum verwandelt. Im vergangenen Jahr ließ Chanel erstmals finanziell die Hosen runter: Für 2017 vermeldete das Unternehmen einen Umsatz von 8,3 Milliarden Euro. Der italienische Modekonzern Gucci kam 2018 auf 8,28 Milliarden Euro, das französische Label Louis Vuitton lag im vergangenen Jahr bei über zehn Milliarden Euro.

Chanel sei ein "Ferrari in der Mode- und des Luxuswelt", kommentiert der Experte Luca Solca von der Beratungsgruppe Bernstein die Marke. Der Konzern habe sich ein ideales Geschäftsmodell erarbeitet - durch die mitunter hochpreisigen Modekollektionen blieb er exklusiv. Zugleich erreichte er über Parfums und Kosmetik auch die modebewusste Mittelklasse, die Chanel über Lippenstift, Duftwasser und Nagellack kennenlernte.

Interesse an Sammlerstücken

Auch ohne Lagerfeld befinde sich Chanel in einer "sehr starken Position" und niemand müsse sich Sorgen um die Verkaufszahlen der kommenden Jahre machen, sagt Solca. Unmittelbar dürfte Chanel sogar vom Tod des Designers profitieren - der Experte rechnet mit einem "enorm hohen Interesse" der Kunden an den letzten Kollektionen des Modeschöpfers, die zu Sammlerstücken werden könnten.

Balenciaga "zieht"

Trotzdem könnten ein paar "neue Ideen" dem Modehaus nun nicht schaden, schätzt Solca die Lage ein. Derzeit gebe es ein enormes Interesse an Neuheiten, wie die unkonventionellen Kollektionen der Marken Gucci und Balenciaga zeigten.

Große Fußstapfen

Experte Briones sieht noch eine weitere Herausforderung: Auf der Ebene von Marketing, Kommunikation und Image sei es schwer, in die Fußstapfen des charismatischen Modezars zu treten. "Er war ein Vorbild für andere Designer, die von seinem Tatendrang fasziniert waren. Er gefiel allen Menschen", sagt er. Und Lagerfeld habe sich stets völlig frei geäußert - ohne Rücksicht auf politische Korrektheit.

In der Tat sei es Lagerfeld gelungen, Tacheles zu reden, ohne die Marke Chanel auch nur im Ansatz zu beschädigen, erinnert sich auch Arbaud Cadart von der Kapitalgesellschaft Flornoy & Associes. Doch auch andere große Modehäuser hätten ihre einstigen Schöpfer überlebt - etwa Yves Saint Laurent und Christian Dior. "Die Marke ist wichtiger als der Designer", sagt Cadart. Und mit Virginie Viard als Lagerfelds Nachfolgerin gebe es absolut keinen Grund, weshalb Chanel nicht weiter wachsen sollte.

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