Zur Erforschung neuartiger Antriebssysteme sind der Grazer Antriebsstrangentwickler und Testsystem-Spezialist AVL List GmbH und die TU Graz eine Forschungs-Partnerschaft eingegangen. Am Mittwoch wurde das "AVL-TU Graz Transmission Center" am Gelände der TU Graz eröffnet. Die AVL stellt hochmoderne Prüftechnik und Testtechnologie im Wert von rund 5 Mio. Euro zur Verfügung, sagte CEO Helmut List.

Kraftstoff- und CO2-Einsparung, aber auch die Elektrifizierung und Hybridisierung und der Weg Richtung teil- und vollautomatisiertes Fahren stellen hohe Anforderungen an die Getriebe- und Antriebsentwickler. Unterschiedlichste Systeme stehen im Wettbewerb zueinander, bringen Dynamik in die Entwicklung und machen auch die Entwicklung entsprechender Testsysteme für Komponenten und Systeme in Antriebsstrangentwicklung immer komplexer. "Von der Entwicklung anspruchsvoller Systemlösungen bis zur industriellen Umsetzung ist es ein langer Weg, den wir im Bereich der Elektrifizierung von Getriebesystemen ab jetzt in noch engerer Partnerschaft mit der TU Graz gehen", hob AVL-Konzernchef List hervor. So wolle man sicherstellen, dass das Unternehmen seine internationale Stellung in Forschung und Entwicklung weiter ausbaut.

TU Graz-Rektor Harald Kainz, AVL CEO Helmut List und Hannes Hick vom Institut für Maschinenelemente und Entwicklungsmethodik
TU Graz-Rektor Harald Kainz, AVL CEO Helmut List und Hannes Hick vom Institut für Maschinenelemente und Entwicklungsmethodik © (c) HELMUT LUNGHAMMER

Die Technische Universität Graz hat die Hülle für die "einzigartige Prüfstandinfrastruktur" am Campus der TU in der Inffeldgasse zur Verfügung gestellt, die organisatorisch dem Institut für Maschinenelemente und Entwicklungsmethodik zugeordnet wird. Im Zentrum sollen erfahrene TU-Experten mit Entwicklern der AVL und Studierenden gemeinsam spezielle Themen der Getriebetechnik beforschen und Analysen zu verschiedensten Fragen rund um den Antriebsstrang durchführen. "Für uns ist es eine einmalige Chance mit der weltweit modernsten Infrastruktur in diesem Bereich zu arbeiten und Studierenden Möglichkeiten zu schaffen, die sie an anderen Unis nicht haben", betonte TU-Rektor Harald Kainz.

Der Betrieb im "Transmission Center" sei bereits angelaufen, auch seien schon mehrere Dissertanten eingebunden, schilderte Institutsleiter Hannes Hick. Im "Transmission Center" können Grundlagenuntersuchungen im Bereich der Tribologie, der Getriebetechnik und Antriebssystementwicklung durchgeführt werden. An den Schwenkprüfständen werden beispielsweise Themen im Bereich der Getriebeschmierung untersucht. Neben einem Prüfstand für die Simulation hochdynamischer Belastungssituationen stehe auch ein Schwenkprüfstand zur Verfügung, der in statischen Schwenklagen Untersuchungen erlaubt, wie Hick schilderte. Am Hochlastprüfstand steht ein Werkzeug für Forschungstätigkeiten zu den Themen Festigkeit und Verformung zur Verfügung. In Abstimmung mit der AVL steht das Zentrum auch für Forschungsprojekte mit externen Partnerunternehmen bereit. Überlegungen für eine weitere Ausbaustufe seien bereits im Laufen, so Hick.