Klagenfurt (APA) - Mit scharfen Attacken gegen das Nachrichtenmagazin "profil" reagierte am Donnerstag der geschäftsführende Kärntner BZÖ-Obmann Stefan Petzner wegen der im Blatt aufgestellten Behauptung, die Hypo Group Alpe Adria sei unter Wert an die BaynernLB verkauft worden. Es sei bezeichnend, dass gerade diese "grottenschlechte Werbezeitung des Raiffeisen-Konzerns", welche die Kärntner Landesbank nach den Swap-Verlusten wochen- und monatelang "durch den Dreck gezogen hat", sich heute zu einer derartigen Behauptung aufschwinge.

Hochsitze in Niederösterreich. In einer Aussendung sprach Petzner von "engen Verflechtungen des 'profil' mit Wiener Bankbossen und Raiffeisen-Boss Christian Konrad". Und weiter: "Denn damit wird die aktuelle Berichterstattung des 'profil' als das entlarvt, was sie ist: Eine einseitige Berichterstattung, die von diversen Hochsitzen in Niederösterreich aus gesteuert wird und gegen all jene gerichtet ist, die sich nicht mit der rot-schwarzen, kärntenfeindlichen Wiener Bankenszene verbünden oder sich von dieser kaufen lassen."

Wertgutachten. In der Sache erinnerte Petzner daran, dass zwei Gutachten, eines von Deloitte und eines von KPMG, eingeholt wurden. Beide Bewertungen seien von der HSBC geprüft und im Rahmen einer "fairness opinion" bestätigt worden. Deloitte habe die Hypo mit 2,7 bis 3,1 Mrd. Euro bewertet, KPMG mit 2,3 und 3 Mrd. Euro. Auf Basis dieser beiden Wertgutachten seien dann die Verhandlungen mit der BayernLB geführt worden. Petzner: "Das Verhandlungsergebnis lag bei 3,25 Milliarden Euro Wert und damit Weitr über Wert."

Postive Resonanz. Auf den Einstieg der Bayerischen Landesbank bei der Hypo Group Alpe Adria mit 50 Prozent plus einer Aktie hat die internationale Ratingagentur Moody's umgehend reagiert und die Bewertung neu aufgenommen. Das Finanzkraftrating (FSR-Financial Strengh Rating) wurde demnach von D- mit stabilen Ausblick auf D- mit positiven Ausblick verbessert. "Diese Aufwertung wird als positive Resonanz seitens des internationalen Finanzmarktes auf den neuen Hauptaktionär der Hypo Group Alpe Adria gewertet", heiß es am Donnerstag seitens des Bank.

"Amüsiert über Tonfall. "profil"-Herausgeber Christian Rainer sagte in einer Stellungnahme gegenüber der APA, er sei "amüsiert über Tonfall und Wortwahl des Kärntner Landeshauptmanns". Haider bestätigte in der Aussendung in Wahrheit die "profil"-Geschichte, weil er sie "in keinem Punkt dementiert". Die seines Wissens einzige in diesem Zusammenhang anhängige Klage Haiders gegen "profil" werde das Magazin gewinnen "zumal Haider darin behauptet, keinen Einfluss auf die Hypo zu haben".