Die AUA-Mutter Lufthansa bereitet sich auf weiter steigende Kerosinpreise infolge des Iran-Kriegs vor. Lufthansa-Chef Carsten Spohr lässt intern Szenarien prüfen, wegen fehlender Nachfrage einen Teil der Flotte am Boden zu lassen, wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf eine Mitarbeiterveranstaltung berichtet. Das Unternehmen wollte den Bericht nicht kommentieren.
Dem „Handelsblatt“ zufolge sollen die Experten die Konsequenzen prüfen, wenn 20 oder gar 40 Flugzeuge dauerhaft stehen bleiben. Das entspräche 2,5 beziehungsweise 5 Prozent der angebotenen Sitzplatzkapazität. Vorzugsweise sollten dafür ältere Jets ausgesucht werden, die wegen ihres hohen Treibstoffbedarfs ohnehin kurz vor der Ausmusterung stehen. Bei den Strecken sollen ertragsschwache Verbindungen in Europa auf den Prüfstand gestellt werden.
Preiserhöhungen in Aussicht gestellt
„Wir wollen früh vorbereitet sein“, sagte Spohr laut der Zeitung mit Blick auf die Folgen des Kriegs im Nahen Osten. Zwar habe Lufthansa den Treibstoffbedarf zu 80 Prozent gegen Preisschwankungen abgesichert. Doch alleine für die verbleibende Treibstoffmenge würden die gestiegenen Kerosinpreise Mehrkosten von 1,5 Milliarden Euro ausmachen, sodass man um Preiserhöhungen nicht herumkomme. „Das wiederum wird sich auf die Nachfrage auswirken, es werden weniger Menschen reisen“, wird der Lufthansa-Chef zitiert.
Vorerst will der Konzern die Flugzeuge anderweitig nutzen, die derzeit nicht zu Zielen im Nahen Osten fliegen. Geplant sind zusätzliche Verbindungen zu verschiedenen Zielen in Indien ebenso wie zu touristisch attraktiven Destinationen auf der iberischen Halbinsel, in Italien und Griechenland. Über den Sommer ergebe das rund 1.600 zusätzliche Abflüge von den Drehkreuzen in Frankfurt, München, Zürich, Wien und Brüssel.