Seit der jüngsten Eskalation im Nahen Osten hat sich der Ölmarkt deutlich angespannt. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent liegt aktuell wieder spürbar höher als noch zu Jahresbeginn. Derzeit hält er bei rund 100 Dollar, vor Beginn des Konflikts waren es knapp unter 70 Dollar.
Ausschlaggebend sind neben Produktionsrisiken vor allem Befürchtungen, dass sich der Konflikt auf weitere Förderländer ausweiten könnte. Das wird sich auch für Flugreisende in Österreich auswirken: Fliegen könnte in den kommenden Monaten spürbar teurer werden – insbesondere bei Fernreisen. Gleichzeitig könnten sich Flugzeiten verlängern und Verbindungen unattraktiver werden.
Kostentreiber Treibstoff wird weitergegeben
Die Fluggesellschaften sind unter Zugzwang: Kerosin macht im Schnitt rund 25 Prozent der gesamten Betriebskosten aus – bei Billigfluglinien teils sogar noch mehr. Steigende Ölpreise schlagen daher nahezu direkt auf die Bilanzen durch.
Mehrere internationale Airlines haben bereits reagiert und Treibstoffzuschläge eingeführt oder erhöht. Branchenexperten gehen davon aus, dass weitere Anbieter nachziehen werden. „Die Weitergabe an die Kunden ist nur eine Frage der Zeit“, heißt es aus Luftfahrtkreisen.
Erste Preiserhöhungen bereits sichtbar
In Europa haben erste Airlines begonnen, die gestiegenen Kosten weiterzugeben. Besonders auf Langstreckenflügen zeigen sich bereits moderate Preisaufschläge im zweistelligen Prozentbereich. Noch versuchen viele Anbieter, einen Teil der Mehrkosten intern abzufedern – etwa durch Einsparungen oder effizientere Flottenplanung.
Sollten die Ölpreise weiter steigen oder die Luftraumbeschränkungen länger anhalten, dürfte sich das Preisniveau für Flugtickets insgesamt erhöhen. In der Luftfracht sind die Auswirkungen noch deutlicher: Transportkosten steigen bis zu 70 Prozent.
Umwege kosten Zeit und Geld
Zusätzlich belastet die eingeschränkte Nutzung des Luftraums die Branche. Große Teile des Nahen Ostens sind aktuell für den zivilen Flugverkehr gesperrt oder nur eingeschränkt nutzbar. Fluggesellschaften müssen daher auf alternative Routen ausweichen.
Diese Umleitungen machen nicht nur die Flugzeiten länger, sondern treiben auch den Treibstoffverbrauch in die Höhe bei geringerer Flugzeugauslastung, da weniger Strecken mit einer Maschine geflogen werden.
Ein Flug von Europa nach Asien kann dadurch je nach Route um bis zu eine bis drei Stunden länger dauern. Das erhöht nicht nur die Kosten, sondern wirkt sich auch auf Flugpläne und Ticketpreise aus.
Urlauberinnen und Geschäftsreisende in Europa werden also die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts in Nahost künftig noch stärker spüren. Bei einem anhaltenden Kostendruck werden die Ticketpreise weiter steigen.