Eisschwimmen, Eisbäder oder Kältekammern. Seit geraumer Zeit befindet sich die Kryotherapie, also das gezielte Einsetzen von Kältereizen, im Aufwind. Tatsächlich bilden sich zunehmend umfangreiche Geschäftsbereiche in diesem Feld, gar vom „Brrr-Boom“ ist zu lesen. Unternehmerisch heiße Sache also.
Partizipieren an dieser Entwicklung will auch das steirische Jungunternehmen Nuvana, hinter dem Eva Schweinzer, Ines Wöckl, Alexander Rech und Lukas Fiedler stehen. Ein Quartett, das in der Grazer Girardigasse, nahe der Oper und in direkter Umgebung eines Fitnessstudios, ab sofort eine Kältekammer betreibt.
Zielgruppen des Kälteschocks
Exakter betrachtet sind es ja zwei Kammern: Eine zum Angewöhnen, in der es minus 20 Grad Celsius hat, und eine zweite, das Herzstück quasi, mit minus 110 Grad. Dort steht man idealerweise dann drei Minuten. In Unter- oder Badehose, mit Haube, Mundschutz, Handschuhen und wärmenden Schlapfen. Optional mit musikalischer Unterlegung. „I Will Survive“ findet sich in der launig ausgewählten Abspielliste ebenso wie „Stayin‘ Alive“.
Helfen soll der Kälteschock bei der Regeneration nach körperlicher Anstrengung, bei Stressbewältigung oder bei Schlafstörungen. Auch Menschen mit Rheuma oder Arthritis zählen zur Nuvana-Zielgruppe und nicht zuletzt soll der intensive Kältereiz die Durchblutung aktivieren und so Haut und Bindegewebe unterstützen.
Die Anlage des deutschen Herstellers selbst kostet grundsätzlich einen sechsstelligen Betrag, die Grazer setzen auf ein Leasing-Modell. Kunden wiederum sollen per Abo gebunden werden, das günstigste ermöglicht einen Besuch pro Woche und kostet monatlich 149 Euro.
In Graz – auch erste andere Anbieter versuchen sich in diesem Metier – soll der unternehmerische Testlauf passieren. Ist dieser erfolgreich, soll expandiert werden.
„Solche Leute brauchen wir“
„Alexander und ich sind immer auf Skalierung aus“, sagt Ines Wöckl und lacht auf. Vor knapp sechs Jahren gründete sie das Start-up Flasher, gemeinsam mit Alexander Rech, einem weiteren Nuvana-Viertel. 2022 wurde Ines Wöckl auch deswegen als eine der steirischen Unternehmerinnen des Jahres ausgezeichnet – in der Kategorie „Beste Innovatorin“.
Flasher entwickelt und vertreibt spezielle Armbänder für Rad- oder Rollerfahrer, die als Blinker und Notbremslicht funktionieren. Verkauft wird bereits eine fünfstellige Menge, als Investoren sind bekannte Namen wie Carsten Maschmeyer, Ralf Dümmel oder Peiman Zamani an Bord. „Solche Leute brauchen wir. Ihr lebt den Gründergeist“, sagt dahingehend auch Gabi Lechner, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Steiermark, bei der Nuvana-Eröffnung und mit Blick auf die Gründerinnen und Gründer.