Die (Erwerbs-)bevölkerung in Kärnten schrumpft. Da muss also schon einiges sehr gut klappen, wenn ein Unternehmen hier nichtsdestotrotz an Kunden zulegt. Der Kärntner Sparkasse ist das gelungen: Dieser Tage hat sie die Marke von 200.000 Kunden in Kärnten überschritten. Konkret 3268 neue Kunden kamen im Vorjahr dazu. Grund dafür ist wohl ein Bündel von Sympathiewerten, die das 1835 gegründete Institut konsequent aufbaut. „Wir haben Filialen in Regionen eingerichtet, wo Mitbewerber sich zurückgezogen haben. Gebäude sind wichtig für Kundenbeziehungen“, sagt Vorstandssprecher Siegfried Huber. Heuer stehen Neueröffnungen in Klagenfurt-Viktring, Obervellach und St. Paul im Lavanttal an. Sieben Millionen Euro werden wieder in Gebäude investiert. Dazu der Ausbau des Online-Bankings George. Zwölf Millionen Euro steckt die Kärntner Sparkasse heuer in Digitalisierung. Rückenwind gibt auch das junge Filial-Format Nexus auf dem Uni-Campus in Klagenfurt, das Co-Working Spaces und ein Café enthält und mit Events bespielt wird. „Das Konzept wollen wir in den Regionen ausrollen“, verrät Vorstandsdirektor Michael Koren.

Nicht nur an Kunden hat die Kärntner Sparkasse zugelegt. „Wir sind in sämtlichen Bereichen auf grün“, fasst Huber die Bilanz 2025 zusammen. Die Kredite stiegen auf fast 3,5 Milliarden Euro. Das bedeutet eine Neuvergabe von 600 Millionen Euro an Unternehmens- und Wohnbaukrediten. Bei letzteren sind derzeit die etwas teureren Fixzins-Kredite mit 90 Prozent viel stärker gefragt als die mit variablen Zinsen. Der Anteil an den Bestands-Fixzinskrediten bei der Kärntner Sparkasse beträgt 70 Prozent.

Mehr Einlagen, mehr Kredite

Die Einlagen legten um 300 Millionen auf 4,8 Milliarden Euro zu, was freilich auch auf die nach wie vor hohe Sparneigung hinweist. Die Bilanzsumme stieg um 7,6 Prozent auf fast 5,7 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis legte um 6,7 Prozent auf 83 Millionen Euro zu. Der Jahresgewinn stieg um 15 Prozent auf 60,5 Millionen Euro. Zwar ist laut Vorstandsdirektorin Ulrike Resei der „Anteil notleidender Kredite leicht gestiegen, was die herausfordernden Zeiten spiegelt“. Er liegt bei 2,76 Prozent. Die Eigenkapitalausstattung der Kärntner Sparkasse, die in Kärnten laut eigener Auskunft 25 Prozent Marktanteil hat, beträgt solide 27,8 Prozent und ist Basis für weiteres Wachstum.

Banka Sparkasse wächst

Die Tochtergesellschaft in Slowenien, die Banka Sparkasse, steuerte 14,8 Millionen Euro zum Jahresgewinn bei. Auch hier ist das Kundenvertrauen offenbar groß. Das zeigen 113.354 Kunden, 1,6 Milliarden Euro Kundeneinlagen und 1,4 Milliarden Euro an Krediten. Der Marktanteil der Kärntner Sparkasse in Slowenien beträgt laut Koren aktuell 3,6 Prozent. Es gelte, ihn zu steigern. Die Motivation dafür zeigt sich auch im Ausbau des Headquarters in Laibach, in den die Sparkasse zehn Millionen Euro steckt. Er soll im Frühsommer abgeschlossen sein.

Soweit die guten betriebswirtschaftlichen Verhältnisse. Die markoökonomische Entwicklung hingegen macht auch der Kärntner Sparkasse Sorgen. „Je länger der Krieg im Iran und die Blockade der Straße von Hormus dauern, desto schlechter wird es“, sagt Huber. Er geht von einem Rückgang des Wirtschaftswachstums und von steigenden Inflationsrisiken und Zinsen aus.