„Signale der Entspannung“ ortete zuletzt die Spitze des Arbeitsmarktservice (AMS). Nun, tatsächlich wächst die Anzahl der arbeitslosen Menschen im Vergleich mit dem Jahr davor österreichweit nur mehr gering – einzelne Bundesländer weisen mittlerweile sogar wieder ein Minus aus. In der Steiermark lässt derlei noch auf sich warten, im Sommer rechnet die hiesige Spitze aber auch mit ersten Rückgängen.
Mit Ende Februar waren 46.292 Menschen im Bundesland arbeitslos vorgemerkt, um 3,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Was beim Blick auf die Details schnell auffällt: Während die Arbeitslosigkeit bei Männern nur mehr um 1,2 Prozent ansteigt, wächst jene von Frauen mit 7,8 Prozent deutlich überproportional. Zu tun hat das mit Zweierlei: Einerseits mit dem schrittweisen Anheben des Pensionsantrittsalters bei Frauen. Das führt zum Effekt, dass mehr ältere Frauen erwerbstätig bleiben, zugleich aber einige von ihnen auch zusätzlich in der Arbeitslosenstatistik aufschlagen. Andererseits sind frauendominierte Branchen – wie etwa der Handel – besonders stark unter Druck.
Beim AMS Steiermark wirft man dieser Tage – am Sonntag steht der Weltfrauentag an – einen genauen Blick auf die Situation von Frauen am Arbeitsmarkt. Der Befund von Yvonne Popper-Pieber fällt dabei unerfreulich aus. „Benachteiligungen von Frauen am Arbeitsmarkt zeigen sich an Indikatoren wie der Teilhabe an Beschäftigung, bei der Ausbildung, der Geschlechterverteilung bei Hierarchien und Branchen sowie bei den Einkommensunterschieden zwischen Frauen und Männern“, lässt die AMS-Vizechefin wissen. Betrachtet man zunächst Zahlen zur Beschäftigung, fällt auf, dass mittlerweile 46,7 Prozent aller unselbstständig beschäftigten Menschen in der Steiermark weiblich sind.
Teilzeitquote auf Höchststand
Während also die Anzahl an beschäftigten Frauen auch in konjunkturell schwierigen Zeiten wächst, unterscheidet sich deren Arbeitsverhältnis markant von jenem der Männer. Die Teilzeitquote bei Frauen erreicht mit mehr als 55 Prozent – auf Datenbasis 2024 – nämlich einen neuen Höchststand. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lag dieser Wert noch zehn Prozentpunkte niedriger.
Während die Teilzeit also die Beschäftigung antreibt, sorgt sie zugleich für große Herausforderungen. So seien Personen mit Teilzeitbeschäftigung „im Durchschnitt kaum in der Lage, sämtliche Kosten ihrer Lebensführung abzudecken“, wie es in einem Bericht des AMS heißt. Abgesehen davon seien „die langfristigen Folgen gravierend“.
„Qualifizierung“ als Ausweg
„Der Unterschied zwischen Frauen- und Männerpensionen betrug 2025 39,7 Prozent“, liefert Yvonne Popper-Pieber alarmierende Zahlen zur Analyse. Frauen hätten pro Monat also „in etwa 1000 Euro weniger als Männer“. Das tiefergreifende Problem: Frauen fehle oft die „reale Entscheidungsfreiheit“.
Zu tun habe das primär mit fehlenden oder teuren Kinderbetreuungs- und Pflegeplätzen. Was Frauen laut AMS machen können? „Qualifizierung in Berufsfeldern mit hoher Nachfrage, guten Einkommens- und Aufstiegschancen und geringerem Risiko, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein“.