Wenn es um die Namen von Kunden geht, herrscht bei NovaLabs in Graz strengste Geheimhaltung. Nur so viel: Beliefert werde „das Who-is-who des heimischen und deutschen Marktes“. Das steirische Unternehmen hat sich auf die Produktion von Nahrungsergänzungsmitteln spezialisiert und verfolgt seit der Gründung 2021 einen sogenannten „White Label“-Ansatz. Das bedeutet, dass NovaLabs produziert und andere Marken die Produkte dann unter eigenem Namen vertreiben.

Die Gründer David Schweiger (38) und Christian Gubik (36), , beide Maschinenbau-Absolventen der TU Graz,, verweisen darauf, dass man den Umsatz in den vergangenen knapp fünf Jahren jährlich verdoppeln konnte. Für das heutige Jahr liegen Auftragseingänge mit einem Volumen von rund 25 Millionen Euro vor. Rund 440 Millionen befüllte Dosen und Kapseln sind zuletzt bei NovaLabs vom Band gelaufen. Das Geschäft mit Eiweiß-Shakes, Vitamin-Boostern & Co. boomt weiterhin, wird betont.

2500 unterschiedliche Rohstoffe

Rund die Hälfte der Produkte gehe in den Export, insbesondere nach Deutschland, aber auch nach Belgien, Frankreich, China oder Dubai. Hergestellt werden Proteine, Multivitamine, Magnesium, Zink, Kreatin usw. – als Pulver, Kapsel, Öl und Liquid. „Wir beherrschen die gesamte Wertschöpfungskette der Produktion – von der Rezeptur über die Rohstoffmischung bis hin zur Verpackung“, betont Schweiger. In Summe kommen mehr als 2500 unterschiedliche Rohstoffe zum Einsatz.

Schweiger und Gubik ließen übrigens bereits bei der Firmengründung wissen: „Wir wollen Europas größter Produzent für Nahrungsergänzungsmittel werden.“

Weiterer Standort und Millionen-Investition, die Gründer von NovaLabs: Christian Gubik und David Schweiger
Weiterer Standort und Millionen-Investition, die Gründer von NovaLabs: Christian Gubik und David Schweiger © NovaLabs

Das Wachstum der letzten Jahre hat den Standort in Graz-Straßgang unterdessen sukzessive an die Kapazitätsgrenzen gebracht. Daher wurde aktuell in der nur wenige Fahrminuten entfernten Rudersdorferstraße ein zweiter Produktionsstandort – mit zusätzlichen 1200 Quadratmetern – hochgezogen. Innerhalb von nur wenigen Wochen seien unter anderem zwei halbautomatische Linien inklusive intelligenter Pick-and-Place-Roboter in Betrieb genommen worden. Rund eine Million Euro wurde laut Unternehmensangaben bereits investiert, eine weitere Million soll noch in die Hand genommen werden. „Wir automatisieren manuelle Tätigkeiten konsequent, um die Produktionsleistung rasch zu steigern. Wir nutzen die Chancen, die sich uns am Markt bieten“, erklärt Gubik. Für die Gesamtbranche werde allein in den nächsten Jahren von einem Wachstum zwischen 15 und 20 Prozent ausgegangen.

Beschäftigtenzahl binnen zwei Jahren verdoppelt

Wie wirkt sich der Expansionskurs auf die Arbeitsplätze aus? Das Wachstum spiegle sich auch in der Beschäftigtenzahl wider: Innerhalb von zwei Jahren hat sich die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von NovaLabs mehr als verdoppelt. 2024 zählte der Betrieb noch 37 Mitarbeiter, mittlerweile sei man auf 76 angewachsen. „Noch heuer werden wir die Marke von 100 Mitarbeitern überschreiten. Wir investieren gezielt in Strukturen, Prozesse und Führung, um die steigende Nachfrage professionell und nachhaltig abzubilden“, so das selbstbewusste Führungsduo. Produktionsmitarbeiter, Maschinenbediener, ERP-Programmierer, Controller und Prozessmanager werden derzeit eingestellt.

Trotz diverser Übernahmeangebote sei ein „Exit“, also ein Verkauf der Firma, kein Thema. „Es war unser Ziel, etwas zu gründen, wovon wir leben können, das wirtschaftlich erfolgreich ist – und nicht nur Investoren überzeugt.“ Schweiger: „Wir wollen ein stabiles, großes Unternehmen in der Steiermark entwickeln und uns als zuverlässiger Arbeitgeber positionieren.“