Kärntens Arbeitskräftepotenzial sinkt unvermindert und durchaus dramatisch: Bis 2040 wird ein Rückgang der Zahl der Erwerbspersonen – darunter Selbstständige, mithelfende Familienangehörige, unselbständige Beschäftigte, Arbeitslose sowie Präsenz- und Zivildiener – um 8 Prozent erwartet. Im Jahr 2024 zählte Kärnten im Jahresdurchschnitt 281.334 Erwerbspersonen. Bis 2040 soll diese Zahl auf 258.827 sinken und bis 2050 weiter auf 245.429 zurückgehen, was einem Gesamtminus von 12,8 Prozent entspricht. Das zeigt die Erwerbspersonenprognose der Statistik Austria, auf die sich die Kärntner Landesstatistik in ihrer „Erwerbspersonenprognose für Kärnten 2025-2050“ bezieht.
Verhältnis ändert sich markant
Auch der Anteil der Erwerbspersonen an der Gesamtbevölkerung nimmt ab: von 49,4 Prozent im Jahr 2024 auf 47,0 Prozent im Jahr 2040. Besonders markant verändert sich das Verhältnis von Erwerbspersonen zu Pensionisten. Derzeit kommen noch zwei Erwerbspersonen auf eine Person im Pensionsalter, bis 2040 wird dieses Verhältnis auf 1,5:1 sinken.
Auf Bundesebene beinahe stabil
Auf Bundesebene bleibt die Zahl der Erwerbspersonen hingegen weitgehend stabil. Für 2040 wird ein leichter Rückgang um 0,8 Prozent im Vergleich zu 2024 prognostiziert – von 4,78 Millionen auf 4,74 Millionen Personen (minus 40.000). Dennoch wird der Anteil der Erwerbspersonen an der Gesamtbevölkerung von 52,1 Prozent auf 50,4 Prozent sinken.
Zuwanderung und Urbanisierung entscheidend
„Das starke Schrumpfen und gleichzeitige Altern der Erwerbsbevölkerung werden das wirtschaftliche und soziale Gefüge des Bundeslandes nachhaltig beeinflussen“, heißt es in der Analyse der Statistikabteilung des Landes Kärnten. Während österreichweit ein relativ stabiles Arbeitskräfteangebot vorhergesagt werde, zeige die Entwicklung in Wien, „dass Zuwanderung und Urbanisierung entscheidende Faktoren zur Stabilisierung oder Steigerung der Erwerbsbevölkerung sein können“.
Gezielte Maßnahmen in Kärnten
Dies unterstreiche den Handlungsbedarf, „auch in Kärnten gezielt Maßnahmen zu setzen – etwa durch Anreize für qualifizierte Zuwanderung, die Förderung längerer Erwerbszeiten sowie Investitionen in Bildung und Weiterbildung –, um den Arbeitsmarkt an die veränderten demografischen Rahmenbedingungen anzupassen.“ Zudem werde die Steigerung der Arbeitsproduktivität künftig eine entscheidende Rolle spielen, „um trotz eines schrumpfenden Arbeitskräfteangebots wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“, ist in dem Bericht zu lesen.
Erwerbsbevölkerung altert
Parallel zur Gesamtbevölkerung altert auch die Erwerbsbevölkerung in Kärnten. Die Prognose verdeutlicht, dass die Zahl der 15- bis 34-jährigen Erwerbspersonen bis 2040 um 13 Prozent von derzeit 87.756 auf 76.359 sinken wird. Auch die Gruppe der 35- bis 54-Jährigen – das Haupterwerbsalter – wird um 6,1 Prozent abnehmen. Für die über 55-Jährigen wird ein Rückgang von 5 Prozent erwartet – ihre Zahl soll von 60.834 im Jahr 2024 auf 57.811 im Jahr 2040 sinken.
Drei wesentliche Trends
Diese Entwicklung werde durch drei zentrale Trends verstärkt: Erstens sinkt die Erwerbsbeteiligung jüngerer Altersgruppen aufgrund längerer Ausbildungszeiten. Zweitens steigen die Erwerbsquoten älterer Personen infolge gesetzlicher Änderungen im Pensionsrecht, wie der Angleichung des Pensionsantrittsalters von Frauen an jenes der Männer sowie der generellen Erhöhung des tatsächlichen Pensionsantrittsalters. Drittens erreichen die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er-Jahre das höhere Erwerbsalter.